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ISE 2019

Wachstum gen Süden

04. Februar 2019, 16:46 Uhr   |  Stefan Adelmann | Kommentar(e)

Wachstum gen Süden
© Integrated Systems Events

Mike Blackman, Geschäftsführer bei Integrated Systems Events

Die ISE ist schnell gewachsen – und trifft jetzt auf räumliche Grenzen. 2021 muss die Messe aufgrund von Platzmangel von Amsterdam nach Barcelona umziehen. Vorab wollen die Veranstalter aber noch die Zahl der teilnehmenden Endanwender steigern, wie Geschäftsführer Mike Blackman im Interview erklärt.

funkschau: Herr Blackman, 2019 wird die ISE zum vorletzten Mal im RAI in Amsterdam stattfinden, da das Messegelände das Wachstum der Veranstaltung in Zukunft nicht mehr mittragen könnte. Stellt der für 2021 geplante Umzug nach Barcelona nicht auch ein Risiko dar?

Mike Blackman: Es besteht offensichtlich ein gewisses Risiko bei der Verlegung einer großen Show. Wir wurden jedoch von den städtischen Behörden, den Mitarbeitern der Fira und anderen Messegesellschaften in Barcelona sehr begrüßt, und wir haben bereits damit begonnen, Arbeitsbeziehungen aufzubauen, die in den nächsten zwei Jahren nur noch stärker werden. Der Veranstaltungsort ist sehr modern und verfügt über ausgezeichnete Einrichtungen und Logistik, von denen wir, unsere Aussteller und unsere Besucher profitieren werden.

Auf der Besucherseite war einer der Faktoren, die dazu geführt haben, dass wir uns für Barcelona entschieden haben, dass die Stadt bei der Umfrage, die wir unter den ISE-Teilnehmern durchgeführt haben, das Ziel der Wahl in Hinblick auf Restaurants, Entertainment, Hotels und Unterkünfte war.  

funkschau: Der Hauptgrund für den anstehenden Umzug war jedoch allem voran das stetige Wachstum der ISE. Welche Faktoren haben das Event Ihrer Meinung nach so schnell wachsen lassen, während viele andere Messen mit rückläufigen Besucherzahlen zu kämpfen haben?

Blackman: Wir teilen unsere Teilnehmerbasis in zwei Teile. Menschen, die in der Lieferkette für AV-Geräte tätig sind – wie Hersteller, Distributoren, Wiederverkäufer, Integratoren und Berater – bilden den sogenannten Channel; während wir die Menschen, an die sie verkaufen – interne AV-Teams in den Bereichen Bildung, Business, Besucherattraktionen, Veranstaltungsorte und zahlreichen anderen vertikalen Märkten – als Endverbraucher bezeichnen. Die Aussteller wollen zunehmend direkt mit den Endverbrauchern sprechen, und in den letzten Jahren haben wir uns sehr bemüht, die Besucherzahlen aus diesem Teil unseres Publikums zu steigern.

funkschau: Wie bereits erwähnt, wächst die ISE entgegen dem Trend. Lässt sich daran ablesen, dass große Messen auch im digitalen Zeitalter nach wie vor gefragt sind?

Blackman: Ich denke, dass die ISE Erfolg hat, weil sie mehr als eine Messe ist – hier trifft sich die Branche, um Geschäfte zu machen. Wir nennen die ISE „die europäische Veranstaltung für das globale AV-Geschäft“. Menschen nehmen aus den unterschiedlichsten Gründen teil, aber im Grunde genommen deshalb, weil sie wissen, dass die Menschen, mit denen sie sich vernetzen müssen – ob es sich nun um Kunden, Technologieanbieter, Dienstleister, Vordenker oder alte Freunde in der Branche handelt – auch dort sein werden.

funkschau: Gibt es nichtsdestotrotz Themen oder Branchen, die Sie stärker adressieren wollen? Wie wird sich die ISE thematisch entwickeln?

Blackman: Ein Teil unseres Programms, um mehr Endverbraucher für die Messe zu gewinnen, dreht sich um unser Konferenzangebot. Im Rahmen unserer Initiative „Learn, Discover, Be Inspired“ haben wir in diesem Jahr mehr Konferenzen als je zuvor – insgesamt zehn –, die sich mit einer größeren Bandbreite vertikaler Märkte befassen. Dazu gehören Digital Signage, Digital Cinema, Hospitality, Besucherattraktionen, Sportstadien, Bildung, Corporate und mehr. Die Hälfte dieser Konferenzen findet im Hotel Okura statt – nur wenige Gehminuten vom RAI entfernt, und es wird auch ein Shuttle-Bus zwischen den beiden Veranstaltungsorten eingesetzt.

Es gibt darüber hinaus eine Reihe neuer Technologien, die den Wandel und das Wachstum auf dem ISE-Marktplatz vorantreiben. Am spannendsten ist wohl Künstliche Intelligenz, die zunehmend in installierten AV-Lösungen, wie beispielsweise bei Conferencing und Collaboration, eingesetzt wird. Auch Cloud-Services nehmen zu und bieten Flexibilität und Kosteneinsparungen, ebenso wie die intelligente Gebäudetechnik. In der Audiowelt hebt die Integration von Sprach- assistenten gerade richtig ab. Und die Displaytechnologie, eine der tragenden Säulen der ISE, bleibt nie lange still. Ich erwarte, dass sich all diese Trends auf unserer Ausstellungsfläche widerspiegeln.  
 
funkschau: Was können Besucher darüber hinaus für Neuerungen auf der ISE 2019 erwarten?

Blackman: Über das Konferenzprogramm hinaus haben wir in diesem Jahr die Hauptbühne in Halle 8. An jedem Messetag werden hochkarätige Thought-Leadership- und Best-Practice-Inhalte präsentiert, die von ISE, unseren Mitinhabern Avixa und Cedia sowie dem AV Magazine produziert werden.

Wir haben zusätzlich zwei sehr spannende Vorträge zu Beginn und zum Ende der ISE 2019. Im Unterschied zu dem, was Sie bereits zuvor gehört haben könnten, wird unsere Eröffnungsrede von einem großen Namen aus der Welt der Outdoor-Events gehalten.  Wir sind gerade dabei, die offizielle Ankündigung zu machen, also halten Sie bitte die Augen offen.

Die Closing Keynote am Freitag, den 8. Februar, hält Tupac Martir, ein weltbekannter Visual Designer, der bei seinen Kreationen AV-Technologie intensiv einsetzt. Er ist ein sehr engagierter Moderator, und er wird uns einige Einblicke geben, wie er die Verbindung von Technologie und Kreativität angeht.

funkschau: Können Sie schon absehen, wie sich die ISE in Barcelona weiterentwickeln wird? Steht bereits ein Konzept?

Blackman: Wir haben den Grundstein gelegt, aber wir stehen immer noch am Anfang. Einer der ersten Schritte besteht darin, den Grundriss neu zu zeichnen und herauszufinden, wo sich unsere verschiedenen Technologiezonen befinden. Eine der Einschränkungen des RAI in den letzten Jahren besteht darin, dass bestimmte Technologiezonen durch die Größe der Hallen, in denen sie sich befanden, begrenzt waren. Auf der Fira hingegen sind die Hallen um so vieles größer, dass wir dieses Problem voraussichtlich in den kommenden Jahren nicht haben.

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