Monitoring im Rechenzentrum

Vorausschauend handeln

17. August 2020, 9:58 Uhr | Autoren: Thomas Görres und Christoph Amann / Redaktion: Sabine Narloch | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Vollautomatisiert, proaktiv überwachen

Laut einer 2019 veröffentlichten weltweiten Umfrage von LogicMonitor unter 300 Entscheidungsträgern im IT-Bereich ließe sich über die Hälfte aller Infrastruktur-Ausfälle vermeiden. Voraussetzung: Unternehmen müssen entsprechende Warnsignale rechtzeitig und zuverlässig erkennen können. Lösungen dafür sind bereits am Markt. Moderne Monitoring-Systeme fungieren nicht nur als Alarmsystem bei Vorfällen, sondern auch als Frühwarnsystem bei Risiken und helfen beim Entdecken von Schwachstellen oder Engpässen. Sie erlauben eine effizientere Steuerung des Rechenzentrums und ermöglichen dadurch den gezielten Kapazitätseinsatz sowie Kosteneinsparungen. Sensorgestützt lässt sich mit ihnen jeder Teilbereich eines Rechenzentrums permanent überwachen und somit auch optimieren.

Know-how und Service
Bei der Auswahl der relevanten Messdaten sollten erfahrene Spezialisten Unterstützung leisten. Denn prinzipiell sind in einem Rechenzentrum mehr als 1000 Datenpunkte auswertbar. Allein bei einer Wasserpumpe könnten 30 bis 40 Kriterien, Drehzahl, Druck, etc., überwacht werden. Es kommt also darauf an, die aussagekräftigsten Daten zu nutzen. Für Unternehmen, deren IT-Fachkräfte auch so schon mehr als ausgiebig beschäftigt sind, bietet sich die Full-Service-Variante des Monitorings an. Dabei wird die Planung und Umsetzung genauso übernommen wie der laufende Überwachungsbetrieb, der anhand von definierten Workflows automatisiert läuft. Ein Beispiel: Zeigen die von den Sensoren erfassten Werte eine Unregelmäßigkeit an, informiert das System nicht den internen IT-Administrator, wie es bei herkömmlichen Lösungen der Fall ist. Informiert wird die Serviceleitstelle des Monitoringpartners. Diese arbeitet im 24/7 Betrieb und weiß, was im jeweiligen Fall zu tun ist. Dabei reichen die Maßnahmen von der Information des Wachdienstes vor Ort, der den Servicemitarbeiter ins Rechenzentrum einlässt, bis zur Begutachtung des aufgetauchten Verdachtsfalles oder zur Behebung des effektiven Vorfalles. Dadurch werden für die Überwachung des Rechenzentrums keine internen IT-Kapazitäten gebunden und dennoch alle wesentlichen Gefahren frühzeitig erkannt, gemeldet und bearbeitet, bevor es zu teuren Ausfällen kommt.

Mehrwert durch Optimierung
Größtmögliche Verfügbarkeit ist der eine Baustein, Performance der andere. Daher spielen Leistungsindikatoren, wie die Auslastung der Systeme, der Wirkungsgrad der Kühlung oder die effiziente Energienutzung, eine große Rolle. Monitoringlösungen, die alle Systeme kontinuierlich überwachen, liefern die nötigen Daten für Prognosen, anhand derer zukünftige Entwicklungen diagnostiziert werden können. So können versteckte Kapazitäten, aber auch bislang unentdeckte Schwachstellen, aufgespürt und Optimierungspotentiale genutzt werden. Das erhöht die Performance und Flexibilität, ermöglicht ein nachhaltiges, klimaschonendes Wirtschaften im Rechenzentrum und senkt gleichzeitig die Kosten.

Unternehmen, die ihr Augenmerk auf eine ganzheitliche Betrachtung ihres Rechenzentrums legen, können von modernen Monitoringlösungen deutlich profitieren. Sie können Stillstände verhindern, die Effizienz des Rechenzentrums verbessern und zum Klimaschutz beitragen. Und das, ohne die interne IT mit zusätzlichen Verantwortlichkeiten zu belasten und im Idealfall auch mit Kosteneinsparungen.

Thomas Görres, Geschäftsführer Prior1 Colocation & Services GmbH und Christoph Amann, Planung und Beratung Rechenzentrum Prior1 GmbH

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