Schwerpunkte

Redundante Stromverteilung

Stromverteilung mit Überstromschutz verhindert den Ausfall

18. Februar 2021, 12:44 Uhr   |  Autor: Marvin Schmid / Redaktion: Lukas Steiglechner | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Betriebsredundanz N+1

E-T-A, Redundanz, Stromverteilung
© E-T-A

Die verschiedenen Redundanzarten zeigen auf, inwiefern Standby-Einheiten in verschiedenen Szenarien weiterhin den Betrieb sicherstellen können.

Die einfachste Form der Redundanz ist die Betriebsredundanz. Sie stellt einem System, das aus N Einheiten besteht, eine zusätzliche passive Standby-Einheit zur Seite, dessen Leistungsvermögen exakt den anderen Einheiten entspricht. Diese Form der Redundanz wird auch N+1-Redundanz genannt. N ist immer die Anzahl der Einheiten, die im normalen Betrieb die erforderliche Leistung bereitstellen. Besteht ein System nur aus einer Einheit, so ist diese bei Betriebsredundanz doppelt vorhanden. Denn: N=1 und 1+1=2. Fällt die Primäreinheit aus, übernimmt die Standby-Einheit komplett die Funktion der ausgefallenen Einheit. Besteht ein System beispielsweise aus fünf Einheiten, also N=5 und 5+1=6, bedeutet Betriebsredundanz die Bereitstellung von ebenfalls nur einer zusätzlichen Standby-Einheit. Fällt eine Einheit aus, so übernimmt auch in diesem Fall die Standby-Einheit die Funktion. Fällt jedoch eine zweite Einheit aus, steht das System nicht mehr voll zur Verfügung. Die Betriebsredundanz stößt auch an ihre Grenze, wenn eine Einheit zum Beispiel zu Inspektions- oder Wartungszwecken außer Betrieb genommen wird. Wollen Rechenzentrumsbetreiber in diesem Fall ebenfalls weiterhin Redundanz gewährleisten, müssen sie eine sogenannte Wartungsredundanz aufbauen.

Wartungsredundanz N+2

Für die Wartungsredundanz stellen die IT-Verantwortlichen dem System zwei zusätzliche Standby-Einheiten zur Verfügung, deren Leistungsvermögen – wie bei der Betriebsredundanz – exakt den anderen Einheiten entspricht. Diese Redundanzform wird dementsprechend mit N+2 bezeichnet. Das bedeutet also: Besteht das System aus fünf Einheiten, N=5, so kommen bei der Wartungsredundanz zwei weitere Einheiten, 5+2=7, hinzu. Müssen Techniker eine Einheit warten, so übernimmt eine der beiden Standby-Einheiten deren Funktion. Kommt es während der Wartung zu einem zusätzlichen Ausfall einer Einheit, springt die zweite Standby-Einheit ein. Im Vergleich zur Betriebsredundanz erhöht die Wartungsredundanz somit die Verfügbarkeit der Systeme. Halten Rechenzentrumsbetreiber zwei zusätzliche Einheiten bereit, stoßen sie in der Praxis jedoch rasch an räumliche und finanzielle Grenzen.

Erweiterte Redundanz N+>2

In der Praxis reichen bei besonders ausfallkritischen Systemen und Anwendungen, bei denen die Einheiten gleichzeitig gewartet werden müssen, zwei zusätzliche Standby-Einheiten nicht aus. Hier kommen drei oder mehr redundante Standby-Einheiten zum Einsatz. Das bedeutet bei fünf Einheiten: Können nur zwei Einheiten gemeinsam gewartet werden, so bedarf es dafür zwei Standby-Einheiten. Soll zusätzlich der Ausfall einer Einheit während der Wartungsarbeiten abgesichert werden, wird eine dritte Standby-Einheit, N+3, benötigt. Dieser Art der Redundanz sind keine Grenzen nach oben gesetzt. Um die Sicherheit zu erhöhen, können IT-Teams somit beliebig viele Standby-Einheiten verbauen.

Seite 2 von 3

1. Stromverteilung mit Überstromschutz verhindert den Ausfall
2. Betriebsredundanz N+1
3. Stromverteilungssysteme mit integriertem Überstromschutz

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Verwandte Artikel

E-T-A Elektrotechnische Apparate GmbH