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Edge Computing

Spielerei oder schon real?

10. Dezember 2019, 11:21 Uhr   |  Autor: Sascha Giese / Redaktion: Sabine Narloch | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Vielfältige Einsatzszenarien

Einsatz im Militär: Im Bereich „Internet of Battlefield Things“ (IoBT) dient EC bereits heute als Zwischenschicht zwischen dem tatsächlichen Feld und der Kommandozentrale. Sensoren stecken nicht nur in Fahrzeugen, sondern in Waffen, Ausrüstung und sogar Munition; alle zusammen dienen der Situationserkennung. Bewegungen von Gesichtsmuskeln und Iris deuten auf Gefahr hin, bevor ein Funkspruch abgesetzt werden kann. Für dieses Einsatzgebiet kann Echtzeit schon zu langsam sein, sodass häufig Vorhersagenanalyse genutzt wird und auch dies kann in einer Box vor Ort geschehen.

EC für Smart Cities: In Städten wie London werden jetzt schon Petabytes an Daten allein zur Steuerung von Verkehr und zur Verbrechensbekämpfung gesammelt. Aber Smart Meters sind auch in vielen deutschen Städten schon lange Alltag. Die Implementation von EC ist hier besonders einfach. Micro-Datacenters existieren als vorkonfigurierte Baukastenlösung mit integriertem Monitoring und können direkt von den Betreibern eingesetzt werden. EC entscheidet dann mittels Machine Learning, welche Daten wohin gesendet werden und wirkt unterstützend bei der Mikrosegmentierung, um die Sicherheit zu erhöhen. EC ist von großem Nutzen schon allein um sicherstellen zu können, dass Daten nicht durch die ganze Welt gesendet werden.

Herausforderungen bei den Nutzerszenarien
Jedes der Nutzungsszenarien birgt eigene Herausforderungen, die sich grob in drei bereits bekannte Bereiche aufteilen lassen:

Bei der Implementierung muss nicht nur auf physische Umstände geachtet werden: etwa ob EC ein Element (HCI) oder eine Verkettung ist, ob Räumlichkeiten angemietet werden können oder ob Bandbreite zur Verfügung steht; auch logische Umstände, zum Beispiel, ob
die Protokoll-Kommunikation in beide Richtungen etabliert werden kann, müssen berücksichtigt werden. In einem Smart-City-Szenario müssen unter Umständen Dutzende verschiedener proprietärer APIs unter einen Hut gebracht werden, die von Haus aus am liebsten direkt mit der Cloud kommunizieren möchten.

Die Verwaltung dient zunächst der Zuverlässigkeit und muss permanent sichergestellt sein. Unter den Punkt fallen redundante Verbindungen, Desaster-Recovery und permanentes Monitoring mit geeigneten Werkzeugen. Das Monitoring findet idealerweise ebenfalls direkt am Edge statt, um Werte wie RTTs realistisch zu halten und Automatisierung zu ermöglichen. Ein NOC mit Administratoren kann an einem zentralen Standort sitzen und muss nur im Notfall eingreifen.

Im Bereich der Sicherheit ist die gute Nachricht, dass durch EC keine neuen Schwachstellen entstehen und kein neues Wissen benötigt wird. Jedoch wird die Komplexität erhöht, da es eine zusätzliche Station für „data at rest“ gibt, die zwar keine neue, aber eine weitere Schwachstelle bedeuten kann. Da Daten bidirektional wandern, trifft dies auch für Bedrohungen zu. Bedacht werden sollte, dass eine Überreglementierung zu Problemen mit dem Datenfluss und somit der Usability und Kommunikation führen kann.

Sascha Giese ist Head Geek bei SolarWinds

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