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Serverless Computing benötigt passendes Monitoring

10. Juni 2020, 12:30 Uhr   |  Autor: Stefan Marx / Redaktion: Sabine Narloch | Kommentar(e)

Serverless Computing benötigt passendes Monitoring
© gopixa/123rf

Intuitives Anwendungsmanagement, geringere Kosten und bedarfsgerechte Bereitstellung aller benötigten Ressourcen: Immer mehr Unternehmen erkennen die Vorteile von Function-as-a-Service (FaaS) gegenüber gängigen Ansätzen zur Umsetzung ihrer Anwendungslogik. Serverless lautet das Stichwort.

Im Jahr 2014 brachte Amazon AWS Lambda auf den Markt, eine ereignisabhängige und serverlose Anwendungslandschaft, die einen gewissen Hype im Cloud-Computing auslöste. Der Clou dabei: Anwender müssen nicht mehr auf die hinterlegte Infrastruktur, bestehend aus Netzwerkverbindungen, Servern, virtuellen Maschinen und zugeordneten Storages achten, wenn sie die Cloud nutzen wollen. Für Entwickler bedeutet das, dass sie sich bei ihrer Arbeit auf das Wesentliche konzentrieren können: die Implementierung anwendungsrelevanter, fachlicher Module. Schon mit Einführung von SaaS, IaaS, PaaS und BaaS jagte eine Innovation die nächste. Auch FaaS könnte aufgrund seines Optimierungspotenzials von Anwendungsbereitstellungen zur langfristigen Erfolgsgeschichte werden. Denn zusammen mit dem Service-basierten Betrieb von Infrastrukturen, Plattformen, Software und Backends schließt es eine entscheidende Lücke hin zu fast vollständig administrationsfreien Cloud-Umgebungen.

Zwischen Serverless Computing und der Nutzung von Container-Technologien bestehen anscheinend große Schnittmengen. Laut dem aktuellen „The State of Serverless“-Report von Datadog nutzen 80 Prozent der Unternehmen mit derart gekapselten, virtuellen Servern auch gleichzeitig Lambda. Dabei haben die Hälfte der Lambda-Funktionen eine Laufzeit von unter 800 Millisekunden, ein Fünftel von ihnen sogar unter 100 Millisekunden. Bei den Programmiersprachen und Frameworks in Lambda haben Python (47 Prozent) und JavaScript via Node.js (39 Prozent) die Nase vorn.

Kein Wegfall von System-Hardware
Die Umschreibung „Serverless“ darf allerdings nicht wörtlich genommen werden. Denn diese Technologie beinhaltet nicht den vollständigen Verzicht auf System-Hardware. Basisoperationen werden weiterhin auf Bare Metal, also physischen Servern mit jeweils einem Mandanten, ausgeführt. Serverless ermöglicht es Unternehmen aber, losgelöst von hardwarebedingten Einschränkungen, die fachliche und anwendungsrelevante Ebene einer Systemarchitektur zu verwalten. Anwendungsmanagern wird der Arbeitsalltag erleichtert, denn sie müssen lediglich die von der Serverless-Anwendung bereitgestellten Funktionen orchestrieren, ohne sich über Ressourcen und deren Skalierung sowie Bereitstellung Gedanken machen zu müssen. Diese Funktionen werden innerhalb eines spezifischen Kontextes aufgrund von vorab definierten Ereignissen gestartet und rufen beispielsweise eine Geschäftslogik oder andere Dienste aus dem Backend auf. Dieses Vorgehen ähnelt Platform-as-a-Service, unterscheidet sich aber in einem wichtigen Detail: PaaS bietet für die gesamte Laufzeit eines Application Servers oder eines Services eine langlebige Ablaufumgebung. FaaS hingegen wird nur sehr kurz ausgeführt, nämlich exakt so lange der Funktionsaufruf eben braucht, um ausgeführt zu werden.

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2. Einsparpotenzial erkennen

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