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Sensoren für gesunde Luft am Arbeitsplatz

19. November 2020, 07:00 Uhr   |  Autor: Jan Bose / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Sensoren für gesunde Luft am Arbeitsplatz
© Alpha-Omega Technology

Mit einem LoRaWAN-basierten Internet of Things (IoT) können Unternehmen das Raumklima kostengünstig und datenschutzkonform überwachen und so gesundheitsgefährdende Krankheitserreger in den Arbeitsräumen verhindern. Der Markt bietet eine Vielzahl an Sensoren. Darunter auch solche, die auf einem Display die aktuellen Werte anzeigen – etwa um zu wissen, wann Räume gelüftet werden sollten.

Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregeln des BMAS verpflichten Arbeitgeber seit Ende August 2020 dazu, die Konzentration an luftgetragenen Viren in der Arbeitsumgebung zu verringern. Die Qualität der Luft soll über eine CO2-Messung kontrolliert werden. Hier kann LoRaWAN seine Vorteile ausspielen.

Raumklima, Luftqualität und Lichtverhältnisse spielen eine wichtige Rolle in Büros, Verkaufsräumen, Produktions- und Lagerhallen oder Schulen. In Bürogebäuden werden meistens der Sauerstoffgehalt der Raumluft, das Licht und die Temperatur reguliert. Jeder hat in langen Meetings schon am eigenen Leib erfahren, wie schnell die eigene Konzentration in Räumen mit vielen Menschen abnimmt – der Gehalt an Kohlenstoffdioxid in der Luft wirkt sich direkt auf die Leistungsfähigkeit aus. Aktuell rückt die Diskussion um Schutzmaßnahmen gegen die Verbreitung von Covid-19 in der kalten Jahreszeit das Raumklima ins Licht der Öffentlichkeit. Die Höhe des Sauerstoffgehaltes und der Luftfeuchtigkeit in der Atemluft wirken sich nachweislich darauf aus, ob sich Menschen mit Influenza oder Covid-19 infizieren.

CO2-Konzentration in Arbeitsräumen, Ampel
© Alpha-Omega Technology

Zum Schutz vor Krankheitserregern wie Covid-19 oder Influenza-Viren sollte die CO2-Konzentration in Arbeitsräumen nicht über 1.000 ppm liegen.

Die neuen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregeln verpflichten Arbeitgeber aus diesem Grund während der Corona-Pandemie dazu, „die Konzentration an luftgetragenen Viren in der Arbeitsumgebung soweit wie möglich zu verringern“. Es wird empfohlen, die Qualität der Lüftung über eine CO2-Messung zu überprüfen und durch „verstärkte Lüftung“ sicherzustellen. Je höher der Anteil der CO2-Teilchen in einem Raum, desto größer ist der Anteil der bereits ein- und wieder ausgeatmeten Luft. Ein geringer CO2-Gehalt ist daher ein relativ sicherer Anhaltpunkt dafür, dass auch die Virenlast in den Aerosolen gering ist. Und je geringer die Virenkonzentration in der Luft, desto geringer ist das Infektionsrisiko. Als Richtwert gilt eine CO2-Konzentration bis zu 1.000 ppm. Während der Pandemie sollte dieser Wert möglichst dauerhaft unterschritten werden. Für das Infektionsrisiko spielt zudem die Luftfeuchtigkeit eine Rolle, denn ihre Höhe hat Einfluss auf die Lebenszeit von Aerosolen. Liegt der Wert unter 40 Prozent, so trocknen die Schleimhäute aus und verlieren ihre schützende Funktion gegen Krankheitserreger und Schadstoffe. Beträgt die Luftfeuchtigkeit dagegen mehr als 60 Prozent, halten sich Aerosole und damit auch Krankheitserreger deutlich länger in der Luft – das Infektionsrisiko steigt.

Am Lüften führt kein Weg vorbei – aber wann und wie lange?

Unternehmen, deren Teams in Büroräumen arbeiten, setzen seit Beginn der Pandemie stark auf Homeoffice und Videokonferenzen, um Ansteckungen zu verhindern. Als Sofortmaßnahme in der Ausnahmesituation des Lockdowns war dies eine gute Lösung. Inzwischen wissen wir aber, dass wir noch lange mit dem Virus leben müssen. Doch nicht jedes Unternehmen kann alle Angestellten dauerhaft ins Homeoffice schicken, denn abseits der Bürotätigkeiten gibt es viele Berufsgruppen, die ihre Arbeit nicht von zu Hause aus erledigen können. Auch für den Zusammenhalt im Team und für die Kreativität ist der persönliche Kontakt wichtig, genauso wie der persönliche Kontakt zu den Kunden. Daher testen Unternehmen Möglichkeiten, wie sie zumindest jeweils einen Teil der Mitarbeiter zeitweise wieder ins Büro holen können.

Raumsensoren fürs Büro

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Neuerdings sind neben dem Lüften und dem Tragen von Atemschutzmasken auch Hochleistungs-Luftreinigungsgeräte in der Diskussion. Sie reinigen die Raumluft mit Hilfe von Hepa- und UV-Filtern. Hepa-Filter befreien die Luft von kleinsten Partikeln und Krankheitserregern bis zu einer Größe von 0,3 Mikrometern. Der UV-Filter neutralisiert anschließend die übriggebliebenen Viren und Bakterien. Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass diese Geräte die Luft durchgängig und vollständig sauber halten. Ausschlaggebend für das Ergebnis ist es, wie stark die Virenlast in der Luft, wie groß der Raum und wie leistungsfähig das Gerät ist. Daher wird empfohlen, zusätzlich die Luft durch regelmäßiges Stoßlüften auszutauschen. Wer schon einmal im Großraumbüro gearbeitet hat weiß, wie schnell geöffnete Fenster zu Diskussionen führen können. Der eine friert, die andere schwitzt, und es ist kaum möglich, sich auf eine Regelung zu einigen, die alle Bedürfnisse berücksichtigt. Wann, wie oft und wie lange soll also gelüftet werden und mit welcher für alle nachvollziehbaren Begründung?

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2. Fakten sammeln mit LoRaWAN-Sensoren

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