Vergleichstest Monitoring

Sehen, wie es läuft

15. Oktober 2014, 12:20 Uhr | Dirk Jarzyna, Journalist und freier Mitarbeiter funkschau | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 5

Solarwinds-Network-Performance-Monitor 11

Die Top-10-Übersichten des Network- Performance-Monitors  bieten eine erste schnelle Übersicht über die Leistung im Netz.
Die Top-10-Übersichten des Network- Performance-Monitors bieten eine erste schnelle Übersicht über die Leistung im Netz.
© Solarwinds

Mit ihrem Network-Performance-Monitor, kurz NPM, zielt Solarwinds eher auf Enterprise-Netzwerke statt auf die Netzwerke kleiner und mittlerer Unternehmen. Und die Produktbezeichnung lässt bereits vermuten, dass NPM vorrangig eine Lösung zur Überwachung der Netzwerkperformance ist. Das Installationspaket von NPM ist mit etwas mehr als 800 MByte doppelt so groß, wie das von Whatsup-Gold. Und tatsächlich installierten weder PRTG noch Whatsup-Gold eine so riesige Menge Dateien, Services und Applikationen wie NPM es tat. Das Produkt ist also kein Leichtgewicht. NPM benötigt Microsoft-SQL-Server ab 2005 SP3, .Net-Framework ab 3.5 sowie einen Windows-Server 2003 oder 2008 (32 oder 64 Bit) mit IIS im 32-Bit-Modus. Es gilt die Empfehlung, die SQL-Datenbank auf einen separaten Server zu legen. Wählt der Administrator die typische Installation, dann installiert die Setup-Routine eine SQL-Server-Express-Version.

Zu Beginn der Installation prüft die Setup-Routine, ob die Systemvoraussetzungen erfüllt sind. Bei dieser Prüfung ist das Programm sehr kleinlich. Beispielsweise ließ es die Installation nicht zu, bis wir den zuvor bereits installierten Solarwinds-IP-Address-Manager von Version 3 auf Version 4 aktualisiert hatten. Trotz dieser Prüfung blieb es nicht aus, dass wir erst nach einer halben Stunde Installation die Meldung erhielten, dass was mit den IIS nicht stimmte.

Am Ende des Setups startet automatisch eine Netzwerk-Discovery. Im Test arbeitete sie einwandfrei, identifiziert jede einzelne Netzwerkschnittstelle sowie alle darüber laufenden Protokolle und löste Namen sauber auf. Beim ersten Start des System-Managers oder der Webkonsole schaut der Benutzer also nicht ins Leere, sondern die beiden Benutzerschnittstellen sind sofort bevölkert und NPM hat auch bereits mit der Arbeit begonnen. Sofort stehen die ersten Performanceinformationen zur Verfügung, darunter durchschnittliche Antwortzeiten und Paketverluste, Verfügbarkeiten, CPU-Lasten und Speichernutzung sowie Netzwerkadapterinformationen (Fehler- und Traffic-Charts). Abrufbar sind ebenfalls schon die ersten, das Netzwerk überspannenden Summary-Charts und Top-10-Summary-Charts.

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Die Webschnittstelle von Network-Performance-Monitor ist zeitgemäß und es bereitet keine Mühe, in ihr und mit ihr zu arbeiten.
Die Webschnittstelle von Network-Performance-Monitor ist zeitgemäß und es bereitet keine Mühe, in ihr und mit ihr zu arbeiten.
© Solarwinds

Dem Administrator stehen wie bei PRTG und Whatsup zwei Benutzerschnittstellen zur Verfügung: der System-Manager als Windows-GUI und eine Webkonsole. Die meisten Administratoren werden die Webkonsole nutzen. Sie erlaubt eine einfache Navigation und macht es dem Benutzer leicht, sich zurechtzufinden, sowie Daten in Grafiken, Tabellen, Maps und Top-10-Listen zu betrachten und anzupassen. Es macht Spaß, mit dieser Schnittstelle zu arbeiten, sie ist reaktionsfreudig, überschaubar, gut anpassbar und stellt den Benutzer nicht vor Rätsel, sondern beantwortet zügig seine Fragen zum Zustand des Netzwerks.

Zu Anfang erwähnten wir bereits, dass sich NPM auf das Monitoring der Netzwerkperformance konzentriert. Möchte ein Unternehmen daneben auch die Performance von Netzwerkapplikationen überwachen oder die Netzwerkkonfiguration verwalten, muss es auf separate Produkte beziehungsweise Module zurückgreifen. Optionale (kostenpflichtige) Erweiterungen gibt es außerdem für eine Netflow-Traffic-Analyse, ein IP-Address- und ein IP-SLA-Management sowie für viele weitere Aufgaben. Selbst ohne solche Erweiterungen ist NPM ein komplexes Produkt, das schon beim Setup Geduld verlangt. Es dauert relativ lange, bis das Basissystem installiert und konfiguriert ist.

Das Alert-System von NPM ist flexibel, funktionierte wie die Discovery im Test einwandfrei und ist leicht zu nutzen. Wie die beiden anderen Produkte generiert NPM Alerts, wenn ein Ereignis eintritt oder ein Schwellenwert überschritten wird. Für die Reaktion auf Alerts bietet das Programm viele Optionen, darunter die üblichen Benachrichtigungsoptionen, eine automatische Script- oder Programmausführung und eine Eskalationssequenz. Das Message-Center als Schaltzentrale präsentiert nicht nur alle im Netzwerk erzeugten Alerts, sondern auch alle Ereignisse, Syslog-Einträge und Traps.

Eine Standardinstallation von NPM auf einer Maschine ist durchaus in der Lage, mehr als 2000 Elemente zu überwachen, sofern die Hardware entsprechend ausgelegt ist. Ein Element kann dabei ein Knoten, eine Schnittstelle oder ein Volume sein. Für die erfolgreiche Überwachung von mehr als 8000 Elementen sind dem Netzwerk jedoch möglicherweise zusätzliche Polling-Engines hinzuzufügen. Ebenso ist es möglich und je nach Netzwerkgröße auch erforderlich, zusätzliche Web-Server zu installieren oder beim verteilten Monitoring mehrfache Instanzen von NPM über die optionale Enterprise-Operations-Console unter einer Schnittstelle zu verwalten. Solarwinds fasst zusätzliche Polling-Engines, Webserver und eine Failover-Engine in so genannten Scalability-Engines zusammen – und die kosten mehr als das Grundprodukt.


  1. Sehen, wie es läuft
  2. Paessler-PRTG-Network-Monitor
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  6. Solarwinds-Network-Performance-Monitor 11

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