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Schulen als Ausgangspunkt für Breitbandausbau

7. Januar 2021, 7:30 Uhr | Autor: Süleyman Karaman / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Leistungsfähige und zukunftssichere Infrastruktur

Glasfaserausbau
© Deutsche Glasfaser

Glasfaserkabel dagegen bieten mehr Bandbreitenreserven als andere Medien und ermöglichen deutlich höhere Entfernungen zwischen den Kunden und den Knotenpunkten, als es mit DSL-Standards möglich ist. Das liegt daran, dass die Glasfaser als optisches Übertragungsmedium dämpfungsunempfindlicher und resistent gegenüber elektromagnetischen Einflüssen ist. Für die aktive Fasertechnik gibt es daher im Prinzip keine Einschränkungen aufgrund der Faser oder Verteiltechnik. Mit der Wellenlängenmultiplextechnologie sind nach einer Untersuchung des University College London auf einer Faser Bandbreiten bis zu 178 Terabit/s möglich. Das sind 178.000.000 MBit/s. Eine echte Breitbandverbindung über Glasfaser als Fiber to the Home (FTTH) bis ins Gebäude gelegt, kann daher alle aktuellen und künftigen Bedarfe sowohl beim Download als auch beim Upload abdecken.

Der Auf- und Ausbau von 5G-Netzen wird die Bandbreitenprobleme in den ländlichen Regionen nicht lösen. Um die hohen Datenraten des Standards realisieren zu können, muss der Backhaul der Mobilfunknetze entsprechend ausgebaut werden. Auch dies lässt sich zukunftsfähig nur mit Glasfaser umsetzen. Und wenn die Leitungen schon in die Erde gebracht werden, können auch Gebäude daran angeschlossen werden und nicht nur Mobilfunkmasten.

Über die Schulen in die Fläche

Gerade die Schulen bieten dabei ein großes Potenzial, um den Breitbandausbau mit Glasfaser insgesamt zu beschleunigen, vor allem, wenn diese zeitgleich mit dem Ort ausgebaut werden. Entscheidet sich ein Bundesland dazu, die Infrastruktur für die Schulen auszubauen, kommt die Technologie damit in die Fläche. Denn Schulen gibt es in nahezu allen Ortschaften, in größeren Kommunen sogar mehrere in verschiedenen Ortsteilen. Gerade die Grundschulen liegen dabei häufig in der Ortsmitte. Genau darin liegt der große Vorteil: Einmal in zentraler Lage in einem Ort angekommen, kann die Glasfaser anschließend mit einer Nachfragebündelung leichter und kostengünstiger auch in Gewerbegebiete und Unternehmen, aber auch in Privathaushalte verlegt werden. Ein gefördertes oder ein eigenwirtschaftliches Projekt zum Anschluss der Schulen oder auch anderer öffentlicher Einrichtungen eröffnet so die Möglichkeit, eine großflächige Erschließung technisch zu planen.

Die aktuelle Situation in Deutschland sieht allerdings sehr durchwachsen aus: In Berlin ist nach Auskunft der Senatsverwaltung auf eine Anfrage der Berliner Bildungszeitschrift, die von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft herausgegeben wird, keine der mehr als 600 allgemeinbildenden Schulen an ein Glasfasernetz angeschlossen. Im Saarland dagegen, dessen Landesregierung sehr digitalaffin ist, werden bis ins Jahr 2022 alle 316 Schulstandorte einen Glasfaseranschluss erhalten. Das kleinste Flächenland ist für ein solches Projekt allerdings auch prädestiniert, denn das Projekt wird in einem überschaubaren Zeitraum durchgeführt, sodass schnell Erfahrungen gesammelt werden können, die sich dann auch auf größere Bundesländer übertragen lassen.

Die Corona-Pandemie sollte als Anstoß genutzt werden, um die Schulen zum Ausgangspunkt eines massiven Breitbandausbaus zu machen. Davon würden dann nicht nur die Kinder und Schulen profitieren, sondern alle Kommunen insgesamt könnten Nutznießer sein.

Süleyman Karaman, Bereichsleiter, Deutsche Glasfaser Business


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