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RZ-Neubau alternativlos?

01. Februar 2011, 17:26 Uhr   |  Rainer v. zur Mühlen, Rechenzentrumsplaner in der von zur Mühlen´sche GmbH | Kommentar(e)

RZ-Neubau alternativlos?
© VZM GmbH

Anhebung des Doppelbodens: Zu viele Kabel behinderten die Luftzirkualtion

Rechenzentrumsneubau - bei dem Stichwort sind alle Planer und Errichter wie elektrisiert. Kündigen sich doch gute Geschäfte an. Aber ein alter hanseatischer Grundsatz besagt, dass nur das Geschäft gut ist, das für beide Seiten gut war. Viele RZs sind nach genauerer Betrachtung durch Fachleute mit Sanierungserfahrung sanierbar - manchmal auch mit vergleichsweise kleinem Geld und guter, angemessener Planung und Konzeption. Diese Aussage gilt für große Rechenzentren genauso wie für kleinere Serverräume.

Bei einer Tagung in Frankfurt äußerte ein Teilnehmer vor gut zwei Jahren, dass sein Doppelboden inzwischen so voller Kabel sei, dass man „Klimaausfälle“ habe und daher neu bauen müssen. Er baute nicht neu, denn er hörte auch noch den nächsten Vortrag über Sanierung im laufenden Betrieb. Sie ist in seinem Haus inzwischen fast abgeschlossen.

Das Problem Doppelbodenfülle ist eines, das fast alle älteren RZs haben. Es führt nicht selten zu Verfügbarkeits- und damit Sicherheitsproblemen. Es stellt sich also die Frage, ob Neubau immer alternativlos ist. In den meisten Fällen Nein. Erfahrungsgemäß erfolgt ein fast kompletter Austausch der Hardware eines RZ innerhalb von weniger als 5 Jahren. Wenn man also planvoll mit Neuinstallationen umgeht und ein Stromschienen- und Kabeltrassenkonzept unter der Decke oberhalb der Racks plant und nachinstalliert, hinreichende Raumhöhe vorausgesetzt, und wenn man festlegt, dass alles, was neu kommt ausschließlich von oben versorgt wird, wird die Entlastung des Doppelbodens schnell spürbar.

Die Abbildung 1 zeigt, wie die Stromschienenversorgung A+B erfolgt und zudem eine Kabeltrasse zur Aufnahme der Netzwerkverkabelung angeboten wird. Im Doppelboden befindet sich nur noch eine Trasse zur Aufnahme von Installationen, die im Boden erwünscht sind.

Im vorliegenden Fall wurde zu Beginn des Sanierungszeitraumes von ca. 2,5 Jahren ein Raumlayout geplant. Dabei galt es, strategische Schwerpunktflächen vorrangigen Handelns frei zu räumen, in denen mit der Sanierung begonnen werden konnte. So konnte zusätzlich die Planung einer Kaltgangeinhausung realisiert und damit auch der Energieeffizienz Rechnung getragen werden. Nach und nach wurde dann Raumzone für Raumzone in Angriff genommen. Das ist ein strategischer Ansatz, der meistens funktioniert. Der Rechnerraum von etwa 280 qm wird im Mai 2011 fertig gestellt.

Abbildung 1: Stromschienenkonzept
© VZM GmbH

Abbildung 1: Stromschienenkonzept

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2. Doppelboden im laufenden Betrieb anheben

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