Digitale Souveränität

Regionale Rechenzentren als Schlüssel zur Unabhängigkeit

5. Juni 2020, 14:08 Uhr | Lukas Steiglechner | Kommentar(e)
Rechenzentrum, Datacenter, Server, Mitarbeiter
© Mark Agnor / 123rf

Im Sinne der Nachhaltigkeit zielen immer mehr Bereiche in Richtung Regionalität ab – vom Einzelhandel über Lebensmittel bis hin zu Manufakturwaren. IT-Infrastrukturen von regionalen Anbietern können ebenfalls Vorteile im Vergleich zu internationalen Konzernen bringen – vor allem im Kundenservice.

Von der Bandbreite regionaler Rechenzentren können vor allem kleine und junge Unternehmen profitieren, da dadurch IT-Infrastrukturen und auch Services geboten werden könne, zu denen die Unternehmen intern nicht in der Lage wären.

Regionale Rechenzentren können dabei Leistungen für die IT-Infrastruktur erbringen, die für ein kleines Unternehmen allein kaum möglich wären. Das beinhaltet beispielsweise konfigurierte Rechner in den eigenen Büroräumen, die den Anforderungen des Unternehmens auch gerecht werden. Die Miete von Hardware in Form von Servern und Festplatten oder die Implementierung von Software und Sicherheitslösungen ist ebenfalls ein zentraler Bestandpunkt der IT-Infrastruktur, die von Rechenzentren geboten werden kann. Hinzu kommt die Bereitstellung von Speicherorten für die zentrale Datenablage und -bearbeitung sowie die Speichermedien für die Datensicherung und Archivierung. Der finanzielle Einsatz kann sich hier gerade für kleinere Unternehmen lohnen. Denn durch die Bereitstellung einer IT-Infrastruktur kann sich das Unternehmen die Räume für den Betrieb sparen aber auch die Kosten für Anschaffung der entsprechenden Hardware. Vor allem an Anfang ist es für kleine Unternehmen wichtig, sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren zu können.

Rechenzentren vereinen viele Strukturen in einer funktionierenden IT-Umgebung, wodurch Unternehmen mit einer Vielzahl an Services unterstützt werden können. Durch die räumlichen Beschaffenheit und Sicherheitsstandards in Rechenzentren hat nur berechtigtes Personal Zutritt zum Gelände, den Gebäuden und den Serverräumen des Rechenzentrums. Die Zutritte werden zusätzlich durch analoge und digitale Besucherprotokolle festgehalten, um eine Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten. Rechenzentrumsbetreiber wie beispielsweise Plutex müssen außerdem gewährleisten können, dass die Stromversorgung ohne Unterbrechung aufrechterhalten bleibt. Dafür werden USV-Anlagen eingesetzt, die auch im Stromausfall das Rechenzentrum weiter versorgen können. So erläutert der Geschäftsführer von Plutex Torben Belz: "Diese USV-Anlagen sorgen bei Störungen im Stromnetz dafür, dass die Server trotzdem unterbrechungsfrei mit Strom versorgt werden. So laufen die Server in unseren Rechenzentren auch bei Stromausfällen weiter. In Anbetracht des Klimawandels ist es für uns sehr wichtig, kontinuierlich unsere CO2-Bilanz zu verbessern. Deshalb setzen wir natürlich auch, wo wir können, den Nachhaltigkeitsaspekt um. Zum Beispiel können unsere Kunden wählen, ob sie ihre Server mit Strom aus erneuerbaren Energien betreiben – aktuell nutzen wir hier Energie aus Wasserkraft." Zur Kühlung der Server nutzt Plutex Klimaanlagen, die mit Außenluft kühlen, in Verbindung mit Einhausungen um die Serverschrankreihen herum, wodurch Warm- und Kaltgänge entstehen. Somit soll nicht das komplette Gebäude klimatisiert werden, sondern nur der Bereich bei den Servern, aus dem die warme Luft heraustritt.

Ein großer Vorteil der Rechenzentren für kleine Unternehmen ist der Managed Service. Hier wird fachspezifische Arbeitskraft bereitgestellt, die sich um den störungsfreien Betrieb der Server und Rechner kümmert, diese regelmäßig aktualisiert und die neusten Sicherheitsupdates einspielt. Unternehmen greifen nach Bedarf auf Know-how von Experten zurück, hauptsächlich beim Aufbau von sicheren und performanten IT-Infrastrukturen und Clouds, für passende Serverkonfigurationen und bei der DSGVO-konformen Datenverwaltung sowie -Speicherung. Durch das Monitoring wird eine laufende Risikoanalyse und Vermeidung von Sicherheitsvorfällen gewährleistet. Um eine Region wirtschaftlich zu stärken und eine digitale Souveränität zu erreichen, müssen regionale Rechenzentren mit kleinen und mittelständischen Unternehmen arbeiten. Durch die geografische Nähe sind den regionalen Rechenzentren auch Standortherausforderungen bekannt. Sollte man mit einem regionalen Rechenzentrum arbeiten, besteht auch die Möglichkeit, Projekte bei Bedarf mit dem Dienstleister persönlich abzusprechen. Zusätzlich liefern regionale Rechenzentren den Vorteil, dass sie mit einem Sitz in Europa ein DSGVO-konformes Datenmanagement verwirklichen müssen, da Rechenleistung, Hard- und Software sowie Netzwerkinfrastrukturen nach bestimmten Richtlinien bereitgestellt werden.

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