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OSDA – neuer Ansatz für Nachhaltigkeit

02. August 2017, 12:41 Uhr   |  Autor: Lex Coors / Redaktion: Markus Kien

OSDA – neuer Ansatz für Nachhaltigkeit
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Die Energieeffizienz von Rechenzentren, insbesondere hinsichtlich des Einsatzes regenerativer Energien, ist eines der drängenden Themen unserer Zeit. Innerhalb der IT-Branche wird dies im Rahmen der „Green IT“ widergespiegelt − einem Trend, der bereits seit einigen Jahren im Aufschwung ist.

Das Volumen der gesammelten und zu verbeitenden Daten steigt unaufhörlich. Parallel dazu der Energieverbrauch der Standorte, an denen diese Daten gespeichert und nutzbar gemacht werden. Allein der Stromverbrauch aller kommerziell betriebenen Rechenzentren (RZ) in Frankfurt hat kürzlich den Stromverbrauch des Frankfurter Flughafens überholt. Bereits im Jahr 2014 entsprach der Energiebedarf aller westeuropäischen Rechenzentren in etwa der Produktion von zwölf großen Kraftwerken.

Open Standard for Data Center Availability, kurz OSDA, berücksichtigt neben den klassischen Bewertungskriterien die Energiequelle als dritte Säule in die Gesamtbewertung eines Rechenzentrums.
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Open Standard for Data Center Availability, kurz OSDA, berücksichtigt neben den klassischen Bewertungskriterien die Energiequelle als dritte Säule in die Gesamtbewertung eines Rechenzentrums.

Die boomende Digitalwirtschaft bringt ein kontinuierliches Wachstum von Rechenzentrumsfläche hervor; damit einhergehend wächst die Herausforderung, die Emissionen einzudämmen. Die Vordenker der Branche haben auf die Herausforderung, die Nachhaltigkeit und Effizienz von Rechenzentren zu verbessern, mit vielfältigen technischen Innovationen reagiert: Solarzellen, Brennstoffzellen, Meerwasserkühlung, Aquiferen (ATES), Flüssigkühlung und andere Entwicklungen unterstützen die Bewegung „Green Datacenter“.

Etablierte Rechenzentrums-Normen hinken hinterher
Die etablierten Rechenzentrums-Klassifizierungen wie BICSI 002, die Tier-Klassifizierung des Uptime Instituts oder TIA 942 wurden alle in einer Zeit entwickelt, als die Nachhaltigkeit weniger im Mittelpunkt stand. Sie haben eine sehr solide Grundlage für die Bewertung der Rechenzentrums-Verfügbarkeit geschaffen. Alle diese Systeme, einschließlich der neuen EN50600, beschreiben Architektur- und Design-Prinzipien basierend auf vier Stufen:

  •  basic non-redundant,
  •  basic redundant,
  •  concurrently maintainable und
  •  fault-tolerant.

Die Leitwerte dieser Klassifizierungen sind auf Verfügbarkeit ausgerichtet, aber typischerweise nicht auf Nachhaltigkeit. Beispielsweise beschreiben BICSI, TIA 942 und Uptime Institute die Verwendung von USV-Anlagen und Dieselgeneratoren als die Grundlage aller Designs.

Das Green Grid als Organisation hat festgestellt, dass es an der Zeit ist, zusätzliche Bewertungskriterien zu definieren und zu etablieren. Diese sollen die Möglichkeit bieten, in Datacenter-Designs einerseits die verschiedenen Verfügbarkeitskriterien abzubilden und andererseits der Nachhaltigkeit ein großes Gewicht zu verschaffen.

Open Standard for Data Center Availability (OSDA) ist eine von Branchenexperten geführte offene Arbeitsgruppe mit dem Ziel, ein offenes Framework zu erstellen, das die Einbeziehung von alternativen und nachhaltigen Energiequellen erlaubt und gleichzeitig die Verfügbarkeit eines solchen Designs definiert. Konzeptionell basiert OSDA auf drei Säulen: Energiequelle, Anlagen-Designkonzept und IT-Architekturkonzept.

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1. OSDA – neuer Ansatz für Nachhaltigkeit
2. Energie als neue Säule der RZ-Bewertung

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