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Niedrigere Prognosen durch Rückgang bei Chips für Rechenzentren

26. April 2019, 14:54 Uhr   |  Autor: Andrej Sokolow, dpa / Redaktion: Natalie Lauer

Niedrigere Prognosen durch Rückgang bei Chips für Rechenzentren
© Andrej Sokolow/dpa +++(c) dpa

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Intel möchte sich bereits seit Jahren aus der Abhängigkeit vom Geschäft mit PC-Chips lösen, weshalb der Konzern zuletzt unter anderem auf Prozessoren für Rechenzentren gesetzt hat. Aber sinkende Investitionen der Intel-Kunden machen der Strategie einen Strich durch die Rechnung.

Der Halbleiter-Konzern Intel hat seine Prognosen für das laufende Jahr gesenkt, nachdem das Geschäft mit Chips für Rechenzentren zuletzt erstmals seit Jahren zurückgegangen ist. Die Anleger sahen das als Alarmsignal und ließen die Intel-Aktie im vorbörslichen Handel am Freitag um mehr als sieben Prozent fallen.

Im vergangenen Quartal legte zugleich Intels Umsatz bei PC-Prozessoren trotz des insgesamt schrumpfenden Marktes zu. Der Quartalsumsatz blieb im Jahresvergleich mit rund 16 Milliarden Dollar kaum verändert. Der Gewinn fiel um gut ein Zehntel auf knapp vier Milliarden Dollar, wie Intel nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte.

Intel rechnet nun für das gesamte Jahr mit einem Gewinn pro Aktie von 4,14 Dollar bei 69 Milliarden Dollar Umsatz. Zuvor waren Erlöse von 71,5 Milliarden Dollar und ein Gewinn pro Aktie von 4,35 Dollar erwartet worden.

Der Umsatz im Geschäft mit Chips für Rechenzentren sank im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Intel sieht den Grund unter anderem im schwächeren Wirtschaftswachstum in China. Bei PC-Prozessoren gab es dagegen ein Umsatzplus von vier Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar - weil Intel bei sinkenden Stückzahlen teurere Chips verkaufen konnte.

Intel versucht schon seit Jahren, sich aus der Abhängigkeit von PC-Chips zu lösen, die nach wie vor der wichtigste Geldbringer des Konzerns sind. Einige neue Märkte wie Chips für vernetzte Wearables-Geräte verließ Intel inzwischen wieder.

Intel stellte zudem klar, dass der Konzern aus dem Geschäft mit Smartphone-Modems ausstieg, weil der wichtige Kunde Apple seinen Patent-Streit mit dem Konkurrenten Qualcomm beigelegt hatte. Nach dieser Einigung habe Intel keinen Weg gesehen, in dem Markt profitabel zu agieren, sagte Konzernchef Bob Swan dem «Wall Street Journal».

Zuvor war gerätselt worden, ob Apple die Einigung mit Qualcomm gesucht haben könnte, weil der iPhone-Konzern bereits wusste, dass Intel diesen Markt verlässt. Qualcomm hat bereits Chips für den schnellen 5G-Datenfunk im Angebot, Intel hatte sie erst für das kommende Jahr in Aussicht gestellt.

Intel werde voraussichtlich noch die Modem-Chips für die nächste iPhone-Generation in diesem Jahr liefern, deutete Swan in einer Telefonkonferenz mit Analysten an. Apple hatte sich bei neueren iPhone-Modellen komplett auf Modem-Chips von Intel verlassen, nachdem der Streit mit Qualcomm ausgebrochen war. Apple hatte dem Chip-Spezialisten vor gut zwei Jahren in einer Klage vorgeworfen, zu hohe Gebühren für Patente zu verlangen und den Wettbewerb zu behindern. Qualcomm konterte mit Patentverletzungs-Vorwürfen.

Vergangene Woche einigten sich Apple und Qualcomm überraschend am zweiten Verhandlungstag im potenziell entscheidenden Prozess zur ursprünglichen Klage in Kalifornien. Apple werde Chips bei Qualcomm beziehen, hieß es. Nur wenige Stunden später gab Intel den Ausstieg aus dem Markt für Smartphone-Modems bekannt. Die Chips sorgen dafür, dass ein Telefon ins Netz kommt. Intel prüft noch, ob der Konzern eventuell noch 5G-Modems für PCs und Autos baut. Zudem steht noch die Entscheidung aus, ob der Smartphone-Modem-Bereich geschlossen oder verkauft wird. Laut Medienberichten soll unter anderem Apple an Intels Patenten in dem Bereich interessiert sein, weil der iPhone-Konzern eigene Modem-Chips entwickele.

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