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5G-Zeitalter

Netzwerk-Evolution: Auf dem Sprung zu 5G

25. März 2020, 09:38 Uhr   |  Autor: Heiko Frank / Redaktion: Sabine Narloch

Netzwerk-Evolution: Auf dem Sprung zu 5G
© Sompong Sriphet/123rf

Im Zuge der Digitalisierung haben sich die Anforderungen an Service Provider verändert: Als integrierte Anbieter müssen sie sich auch mit den Chancen und Herausforderungen neuer Technologien befassen und Maßnahmen ergreifen, um die neuen Anforderungen an ihre Netzwerke erfüllen zu können.

Der neue Mobilfunkstandard 5G ist für die Telekommunikationsbranche schon vor seiner Einführung von elementarer Bedeutung. Vor allem die geringen Latenzzeiten und die drastische Ausdehnung des geografischen Erfassungsbereichs ermöglichen moderne Entwicklungen und neue Verfahren. 5G-Services werden die nächste Generation von intelligenten Geräten sowie das Internet der Dinge (IoT) maßgeblich unterstützen und bilden die Grundlage für Industrie 4.0.

Aufgrund der  Übertragung in Echtzeit lassen sich komplexe Rechenvorgänge von den einzelnen Endgeräten auf Rechenzentren übertragen. Die Folge ist eine enorme Leistungssteigerung. Lokale 5G-Netze ermöglichen beispielsweise der Industrie eine bessere Kommunikation von einzelnen Maschinen und auch AR- und VR-Brillen können in Zukunft von dieser ausgelagerten Rechenleistung profitieren.

Treiber von 5G
Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage von A10 Networks unter Kommunikationsanbietern zeigen, dass vor allem Smart Cities sowie die industrielle Automation und Smart Manufacturing zu den Top-Treibern von 5G zählen. Gleiches gilt für die mit 5G assoziierten hohen Übertragungsraten und die Vernetzung von Fahrzeugen.

Vieldiskutierte Themen wie autonomes Fahren und die Umsetzung von Smart Cities mit intelligenter Straßenbeleuchtung und Verkehrsampeln werden durch 5G-Netze erst möglich. Als starker Industrie-standort ist Deutschland wie kaum ein anderes Land auf Industrie 4.0 und die neuen Möglichkeiten zur Vernetzung angewiesen. 

Daneben werden auch die hohen Ansprüche der Nutzer an neue Services die Einführung von 5G weiter vorantreiben. Pilotprojekte demonstrieren bereits, welche Herausforderungen sich dadurch in Bezug auf die Infrastruktur ergeben. Im Gegensatz zu 4G erfordert 5G kleinere Paketgrößen, mehr Durchsatz und eine höhere Anzahl von gleichzeitigen Sitzungen. Service Provider müssen deshalb Anlagen nutzen, die in der Lage sind, Milliarden gleichzeitiger Sitzungen mit einer hohen Durchsatzleistung zu skalieren.

DDoS-Angriffen den Garaus machen
Im 5G-Zeitalter wird die Cybersicherheit zu einer großen Herausforderung werden. Die Anzahl der mit dem Internet verbundenen intelligenten Geräte steigt stetig. Zweifellos bieten die Netzwerke solcher Geräte ein nicht zu unterschätzendes Einfallstor für Angriffe von Cyberkriminellen. Mit der Einführung von 5G wird sich ihre Zahl der vernetzten Geräte höchstwahrscheinlich abermals drastisch erhöhen. Gleiches gilt vermutlich auch für die Risiken in puncto Sicherheit. Das sehen zumindest die im Zuge einer von A10 Networks in Auftrag gegebenen Umfrage zur Einschätzung der Chancen und Risiken von 5G befragten Mobilfunkanbieter so. 94 Prozent gehen von einem deutlichen Anstieg der Sicherheitsrisiken durch 5G-Netzwerke aus. Besonders DDoS-Angriffe stellen in diesem Zusammenhang eine ernstzunehmende Gefahr dar. Die bislang größte erfasste DDoS-Attacke erreichte in der Spitze eine Übertragungsrate von bis zu 1,7 Terabit pro Sekunde – aus heutiger Sicht ist dieser Wert außergewöhnlich hoch. Mit der Einführung von 5G bleiben solche Dimensionen aber gewiss keine Ausnahme, sondern werden zur Regel. 

Aus diesem Grund muss der Ansatz für den Schutz von 5G-Netzwerken weit gefasst, automatisiert und skalierbar sein. Nur so können eine langfristige Laufzeit garantiert und neue Anforderungen an die Sicherheit der User Plane und Control Plane erfüllt werden. In diesem Sinne gilt es den Fokus verstärkt auf die Errichtung widerstandsfähiger Netzwerke zu legen, die schädliche Aktivitäten in Echtzeit erkennen und eliminieren. Innovationen in den Bereichen Firewall und DNS-Schutz werden dabei durch neue Lösungen ergänzt, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning basieren. Lösungen wie diese minimieren die zunehmende Bedrohung durch DDoS-Angriffe.

Die wichtigsten Maßnahmen zur Absicherung der 5G-Netzwerke vonseiten der Mobilfunkbetreiber sind der Schutz des Kernnetzwerks beim Einsatz von 5G sowie ein erweiterter DDoS-Schutz. Auch die Upgrades für Gi/SGi-Firewalls gilt es zeitnah durchzuführen, um einen umfassenden Schutz zu gewährleisten.

Mit der Unterstützung von Sicherheitsanbietern lassen sich in Unternehmen schon heute sinnvolle Strategien zur Abschwächung beziehungsweise Prävention von Angriffen durch eine proaktive frühzeitige Erkennung von Sicherheitslücken umsetzen. Reaktive Sicherheitsmaßnahmen helfen zudem, Angriffe ins Leere laufen zu lassen.

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1. Netzwerk-Evolution: Auf dem Sprung zu 5G
2. Weiterentwicklung bestehender Infrastrukturen

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