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5G-Zeitalter

Netzwerk-Evolution: Auf dem Sprung zu 5G

25. März 2020, 09:38 Uhr   |  Autor: Heiko Frank / Redaktion: Sabine Narloch


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Weiterentwicklung bestehender Infrastrukturen

Der neue Mobilfunkstandard wird die Grundlage für zahlreiche neue Technologien sein. Im Vergleich zu anderen Ländern liegt Deutschland allerdings beim 5G-Ausbau noch weit zurück. Es wird also noch einige Jahre dauern, bis 5G in Deutschland kommerziell nutzbar ist. Bis dahin muss die traditionelle Infrastruktur, in die Service Provider in der Vergangenheit hohe Investitionen getätigt haben, weiterhin bereitgestellt und weiterentwickelt werden. 

Vollständige Upgrades für Netzwerke sind in der Regel mit hohen Kosten verbunden. Aus ökonomischen Gründen sind derartige Maßnahmen deshalb für einige Service Provider keine Option. Ein Beispiel dafür stellt die Kapazität von IPv4-Adressen dar. Diese war bereits erschöpft und ein weitreichender Wechsel auf IPv6 wäre erforderlich gewesen. Die sofortige Maßnahme hätte allerdings ein Upgrade bedeutet, das aus Kostengründen nicht umsetzbar war. Stattdessen adaptierten die Service Provider technologische Innovationen wie das Carrier Grade Networking (CGN), die ihnen dabei halfen, bisherige Investitionen zu schützen und einen effektiven und bezahlbaren Übergang zu IPv6 über einen längeren Zeitraum hinweg zu vollziehen.

Da eine übereilte Migration für Service Provider in der Regel schlicht zu kostspielig ist, werden sie vermutlich wie bisher auf eine kontrollierte Übergangsphase und Netzwerkentwicklung setzen. Sie müssen eine Strategie entwickeln, die es ihnen ermöglicht, profitable 5G-Dienste anzubieten und gleichzeitig die bereits vorhandene Infrastruktur aufrechtzuerhalten.

Zukunft der Netzwerke
Die kommenden Jahre werden voraussichtlich außerordentlich spannend für die Netzwerkindustrie. Grundsätzlich wird die Herausforderung für Service Provider darin bestehen, eine Balance zwischen Neuerungen wie 5G und den aktuellen Sicherheitsanforderungen zu finden. Mit Blick auf die Zukunft ist es bereits an der Zeit, umfassende Maßnahmen zum Schutz von 5G-Netzwerken zu ergreifen. Sicherheitsservices müssen im Netzwerk-Kern bis zum Rand des Netzwerks konsolidiert werden, um den steigenden Risiken zu begegnen. Mobilfunkbetreiber sollten ihre Pläne zur Erweiterung des bestehenden DDoS-Schutzes konsequent vorantreiben.

Heiko Frank ist Senior System Engineer bei A10 Networks

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