Von Atos und EuroHPC JU

„Leonardo“ ist der viertstärkste Supercomputer weltweit

16. November 2022, 9:23 Uhr | Lukas Steiglechner | Kommentar(e)
Supercomputer Leonardo
© EuroHPC JU

Der Hauptteil des Supercomputers „Leonardo“ ist mittlerweile bereitgestellt. Er steigt auf Platz vier der TOP500-Liste. Atos und das European High Performance Computing Joint Undertaking (EuroHPC JU) wollen mit dem fertigen System eine Leistung von 250 Petaflops erreichen.

Leonardo, der italienische Pre-Exascale-EuroHPC-Supercomputer, auf Basis von „BullSequana XH2000“ von Atos, ist nun der viertstärkste Supercomputer der Welt und der zweitstärkste in Europa. Dies geht aus der aktuellen TOP500-Liste hervor. Atos und seine Partner haben bereits erfolgreich den Hauptteil des Leonardo-Systems bereitgestellt. Verwaltet und gehostet wird das System vom Cineca-Rechenzentrum im Bologna Technopole.

Mit dem neuen Rechencluster unterstützen Atos und Cineca die EU im Kampf gegen Umweltkatastrophen und humanitäre Notlagen. Zudem soll damit die europäische Souveränität gestärkt werden. Das System soll bei der Vermeidung und Bewältigung von Risiken durch Extremsituationen, Naturereignisse, Erdbeben, Tsunamis, Vulkanausbrüchen und Sturzfluten sowie zur Bekämpfung von Pandemien und Epidemien beitragen.

Die Modellierung wissenschaftlicher Phänomene erfordert oftmals Hochleistungssimulationen, Datenanalyse, Künstliche Intelligenz und Datenvisualisierung. Das Leonardo-System soll dabei einen sehr hohen Durchsatz bei geringem Stromverbrauch ermöglichen. Nach der Fertigstellung soll der KI-Supercomputer eine Rechenleistung von 250 Petaflops (auf der Basis des High-Performance-Linpack-Tests) oder 250 Millionen Milliarden Gleitkommaoperationen pro Sekunde haben – und damit zehnmal mehr als das bisherige System von Cineca. Zudem verfügt es über eine Speicherkapazität von über 100 Petabyte.

Das System basiert auf dem „BullSequana XH2000“-Supercomputer von Atos mit direkt flüssigkeitsgekühlten (DLC) Knoten, die jeweils mit vier NVIDIA A100 Tense Core GPUs und einem einzelnen Intel Xeon Scalable Prozessor der 3. Generation arbeiten. Für extreme Bandbreite und Systemleistung, die für die Anforderungen des High Performance Computing erforderlich sind, sorgt die DDR5-DRAM-Technologie von Micron. Darüber hinaus kommt die NVIDIA Quantum 200Gb/s InfiniBand-Netzwerkplattform mit intelligenten netzwerkinternen Computing-Funktionen zum Einsatz, die niedrige Latenzzeiten und einen hohen Datendurchsatz ermöglichen soll. Diese gewährleistet die Leistung und Skalierbarkeit von KI- und HPC-Anwendungen. Das System ist mit etwa 3.500 Intel Xeon Prozessoren und 14.000 NVIDIA A100 GPUs ausgestattet, die eine Leistung von zehn Exaflops in reduzierter Präzision erbringen. Die datenzentrische Partition basiert auf dem BullSequana X2140 Three-Node CPU Blade und ist mit zwei Intel Xeon Scalable-Prozessoren der vierten Generation mit jeweils 56 Kernen ausgestattet.

Der Zugang zum Rechenzentrum, der sich zunächst aufgrund der Pandemie verzögert hatte, wurde Atos und Cineca Ende Juli gewährt. Seitdem wurden über 155 Racks mit Geräten geliefert, installiert und vernetzt, damit die Teams erste HPL-Tests (High Performance Linpack) durchführen können, während das System parallel final konfiguriert wird.

Anders Dam Jensen, Executive Director of the European High Performance Computing Joint Undertaking (EuroHPC JU), sagte: „Die heutige Ankündigung ist ein weiterer Beweis dafür, dass das EuroHPC Joint Undertaking seine Zielvorgaben einhält. Obwohl die Installation von Leonardo erst vor einigen Monaten begonnen hat, steht er bereits auf Platz 4 der schnellsten Supercomputer der Welt. Durch die Kombination der besten Technologien im Bereich der künstlichen Intelligenz und des High Performance Computings wird dieser EuroHPC-Rechner eine wertvolle Ressource für die europäische Forschung und Industrie sein, um Innovationen zu fördern und den Bürgern in Bereichen wie Medizin, Energie und Landwirtschaft Vorteile zu bringen. Die Platzierung von Leonardo auf der Top500-Liste ist ein weiteres Beispiel für die Ergebnisse, die durch europäische Zusammenarbeit erzielt werden können.“

Emmanuel Le Roux, SVP, Global Head of HPC, AI and Quantum bei Atos, kommentiert: „Der heutige Erfolg ist ein weiteres Beispiel für das Engagement von Atos für die wirtschaftliche und technologische Souveränität Europas in einem energieoptimierten Umfeld. Als einer der weltweit führenden HPC-Anbieter setzt sich Atos dafür ein, den Weg zu Exascale-Systemen zu ebnen. Dafür setzt Atos auf eine Hybridisierungsstrategie, um mehr Leistung zu liefern und die technologischen Grenzen des Möglichen zu verschieben. Wir sind stolz darauf, mit EuroHPC und Cineca zusammenzuarbeiten, um das Beste aus HPC- und KI-Technologien herauszuholen und italienischen und europäischen Wissenschaftler*innen und Forscher*innen zu helfen, medizinische und ökologische Krisen zu verhindern.“

Atos stellt nun 43 Supercomputer in der TOP500-Liste, inklusive der beiden neuen Systeme Leonardo sowie dem Pégaso-System, das von Petrobras gehostet wird.

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