Hyperkonvergente Infrastruktur

HCI für ausfalllosen Betrieb und sichere Daten

18. Mai 2022, 8:56 Uhr | Autor: Dieter Stehle / Redaktion: Lukas Steiglechner | Kommentar(e)

IT-Infrastrukturen bestehend aus Server, Storage und Netzwerktechnik werden in vielen Unternehmen zunehmend komplexer. Nutzen Unternehmen eine hyperkonvergente Infrastruktur, könnte sich dadurch die Komplexität reduzieren. Auch für die Datensicherheit kann es Vorteile bringen.

Einer der Hauptgründe, warum Unternehmen in hyperkonvergente Infrastrukturen (Hyperconverged Infrastructure, HCI) in ihren Rechenzentren investieren sollten, ist vielfach unbekannt und doch offensichtlich: Durch die Kombination von Server, Storage und Netzwerk in einem einzigen clusterfähigen Knoten kann ein Großteil der Komplexität der herkömmlichen dreistufigen IT entfallen. Falls der HCI-Anbieter außerdem mit Virtualisierungs- und Sicherheitssoftware-Spezialisten zusammenarbeitet, können sich diese Vorteile auch auf andere Teile der IT von Unternehmen ausweiten.

Die jährlichen Kosten, die Cyberkriminalität weltweit verursacht, werden sich bis 2025 voraussichtlich auf 10,5 Billionen US-Dollar belaufen. In Deutschland haben sich die Schäden durch Ransomware-Angriffe im Vergleich zu den Jahren 2018/19 mehr als vervierfacht. Inzwischen sieht jedes zehnte Unternehmen seine geschäftliche Existenz durch Cyberattacken bedroht, so eine Bitkom Studie. Vor diesem Hintergrund ist es wichtiger denn je, dass sich das IT-Fachpersonal von Unternehmen auf wichtige Geschäftsbereiche konzentrieren und gleichzeitig die Daten des Unternehmens vor wachsenden Sicherheitsbedrohungen schützen kann, um den Betrieb am Laufen zu halten.

Zentralisiertes Management

Für die Verwaltung einer traditionell dreistufigen IT-Umgebung vor Ort benötigen Unternehmen Fachpersonal für Server, Storage und Netzwerke sowie meistens auch für weitere Bereiche wie beispielsweise Virtualisierung. Auf dem aktuellen Stand zu bleiben und schnell auf Vorfälle reagieren zu können, ist mit komplexen und potenziell zeitaufwändigen Prozessen verbunden.

Eine der Stärken von HCI ist, dass sie viele oder sogar alle diese Bereiche zusammenführen kann. Der Anbieter stellt typischerweise zentralisierte Systemverwaltungs- und Management-Tools für Server, Storage und Netzwerke bereit – und teilweise auch für Rechenzentrumsinfrastruktur, Edge-Geräte, Virtualisierungssoftware sowie Endgeräte.

Diese Zusammenführung hat zur Folge, dass die IT-Umgebung von einem kleineren Team betrieben werden kann. Ein einzelner Mitarbeiter ist dadurch in der Lage, Probleme auf jeder Ebene zu lösen: von der Ressourcenbereitstellung über die Verwaltung und Wiederherstellung bis hin zu Leistungsupgrades und Patches. Daraus ergibt sich, dass Unternehmen mit weniger Ressourcen das gleiche oder ein besseres Niveau an IT-Diensten anbieten können.

Obwohl ein Wechsel zu HCI eine Weiterentwicklung der Fähigkeiten des IT-Teams erfordert, muss es kein steiler Lernprozess sein. Unternehmen können sich für HCI-Plattformen entscheiden, die mit den bestehenden Investitionen in Einklang stehen, sodass bereits vorhandene Kenntnisse genutzt werden können.

Schnelle Wiederherstellung

Bei einem Sicherheitsvorfall auf Infrastrukturebene müssen bei der Wiederherstellung einer hyperkonvergenten Umgebung in der Regel weniger Systeme wiederhergestellt werden als in einem herkömmlichen dreistufigen Rechenzentrum. Dementsprechend schneller erfolgt auch die Wiederherstellung. Ebenfalls von Vorteil ist in diesem Kontext eine HCI-Plattform, bei der Lösungen in den Bereichen Sicherheit, Backup und Recovery in die zentralisierte Verwaltungssoftware integriert wurden.

Daten werden innerhalb eines Clusters in Echtzeit repliziert, was den Datenverlust minimiert, während das Cluster-Design die Wiederherstellungszeit nach Sicherheitsvorfällen beschleunigt. Dadurch wird zum Beispiel im Falle eines Ransomware-Angriffs die Ausfallzeit deutlich verkürzt.

Updates – ein Muss

Ein wesentlicher Aspekt, um die IT auf dem neuesten Stand zu halten – und damit vor Sicherheitsbedrohungen zu schützen – ist die rechtzeitige Installation von Patches und Updates. Vor der Installation sollte allerdings geprüft werden, ob ein Patch für eine Komponente Auswirkungen auf andere hat. Dieser Prozess ist komplex, zeitaufwändig und bedeutet oft, dass die entsprechenden Produkte während der Installation nicht genutzt werden können, sodass es nicht ungewöhnlich ist, dass Unternehmen ihre Infrastruktur über einen längeren Zeitraum ungepatcht und somit verwundbar lassen. Im Falle einer HCI-Struktur können konsolidierte Patches durchgeführt werden. Dabei werden verschiedene Teile einer Lösung abgedeckt. Die Patches und Updates werden dafür mit den HCI-Updates gebündelt. So lässt sich eine konstante Aktualisierung der Software verbessern.

Dieter Stehle, General Manager bei Lenovo


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