Schwerpunkte

Eigenstromkonzept im Datacenter

Grünes Rechenzentrum macht ganz schön viel Wind

07. Dezember 2020, 15:46 Uhr   |  Autor: Martin Fryba | Kommentar(e)

Grünes Rechenzentrum macht ganz schön viel Wind
© Green IT/Silvia Kriens

Green IT hat sein Rechenzentrum im Turm eines massiven Windrads untergebracht. Von dort aus betreiben die Dortmunder Kunden-Infrastrukturen - 100 Prozent klimaneutral

Viele Wege führen zum Ziel, nur strategisches Nicht-Handeln blockiert den Klimaschutz. Dabei gibt es viele dezentrale Green-IT-Konzepte, zum Beispiel Eigenstrom für die Green IT Cloud des gleichnamigen IT-Dienstleisters aus Dortmund.

Es gibt nicht die eine Blaupause für ein Rechenzentrum, das sich energieeffizient und klimaneutral im Betrieb nennen kann. Microsoft experimentiert mit Datacentern, die im Meer versenkt werden. Andere setzen auf Liquid Cooling und tauchen ihre Server in spezielle Kühlflüssigkeiten  oder sie errichten ihre Serverfarmen unter Tage  in Bergen mit kaltem Quellwasser, in aufgelassenen Stollen oder Bunkern. Glaubt man Studien so liegt der Schlüssel für grüne Rechenzentren eher in Abwärmekonzepten statt die Abluft ungenützt in die Luft zu blasen. Auf der anderen Seite beschäftigen sich Datacenter-Betreiber natürlich auch mit der Erzeugerseite von Energie. Theoretisch könnten alle regenerativen Energiequellen - Sonne, Wärme, Wind – angezapft werden und den Strommix in Richtung grünen, klimaneutralen Strom verschieben.

Strategisches Nicht-Handeln ist keine Option
Doch der Energiehunger vor allem der Hyperscaler AWS, Microsoft Azure und Google ist gewaltig und steht einer autarken nachhaltigen Stromversorgung im Weg. Noch gewaltiger ist dagegen der Drang ihres Marketings, sich als grüne Cloudanbieter zu positionieren. Nicht alles ist samt und sonders Greenwashing, glaubt man die Hälfe, ist das schon viel. Greenpeace legt seit einigen Jahren den Finger in die Wunde dieser Digitalisierungsgiganten.

Die Stein-Strategie, die Handeln durch Nicht-Handeln empfiehlt, schützt freilich vor blindem Aktionismus. Beim Klimaschutz wäre geduldiges Zuwarten, bis sich der aufgeregte Zeitgeist wieder beruhigt, wohl eher eine kolossale Fehleinschätzung. In der Ruhe liegt hier eben nicht die Kraft, sondern überforderte Hilflosigkeit, gepaart mit Mutlosigkeit, die Entscheidungsträger  blind macht für Veränderungen und den darin liegenden Chancen.

Rechenzentrum im Turm
Veith Kuhl ist kein Ökoaktivist. Wenn er Microsoft-Office-365, weitere Applikationen, Firewall, Mailarchivierung und –verschlüsselung, Telefonie und das Druckmanagement  in einem externen Rechenzentrum zentralisieren und flexibel über alle heutigen und zukünftigen Standorte skalieren will, achtet er neben der zuverlässigen technischen Architektur vor allem auch auf DSGVO-konforme Sicherheitskonzepte. Der Geschäftsführer der MVK Unternehmensberatung aus Düsseldorf und seine Datenschutzauditoren verdienen schließlich ihr Geld mit Beratungen für IT-Sicherheit und  förderungsfähigen Projekten. “Dafür ökologische Cloud-Services zu nutzen, die auch noch wirtschaftlich sinnvoll sind, war für uns ein extra Argument, um auf die Green IT Cloud zu setzen”, sagt er.

Die Dienste aus der Green IT Cloud liefert ihm der Dortmunder IT-Dienstleister Green IT Das Systemhaus – und zwar zu 100 Prozent aus erneuerbarem dezentral erzeugtem Strom. Windkraft treibt das Rechenzentrum an, das sich im Turm der Windkraftanlage befindet – zu 15 Cent pro Kilowattstunde erzeugtem, CO2-freien Eigenstrom.

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2. Grüne IT ist nicht gleich teuer

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