Schwerpunkte

OM5 Multimode-Fasern

Für mehr Datendurchsatz

20. Februar 2020, 13:04 Uhr   |  Autorin: Petra Adamik / Redaktion: Sabine Narloch


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Neuer Standard eröffnet weitere Optionen

Die OM5-Faser hilft mit ihrer Leistungsfähigkeit neue Dimensionen in der Datentechnik zu erschließen. So werden nun auch für Multimodefasern Wellenlängen-Multiplexverfahren optimal realisierbar, was für Singlemodefasern schon eine sehr lang etablierte Technik darstellt. Mithilfe der SWDM-Technologie (Shortwave Wavelength Division Multiplexing), die es ermöglicht, Datenströme auf verschiedenen Wellenlängen über eine Faser zu übertragen, können jetzt pro Faserpaar bis zu 100 Gigabit pro Sekunde transferiert werden. Auf diese Weise lassen sich mit einer OM5-Verkabelungung vier Datenströme zu je 25 Gigabit pro Sekunde (100 GB Ethernet) übertragen.

Eine andere Möglichkeit ist die bereits etablierte Bidi-Technologie für Singlemodefaser auf Multimode zu projizieren. Für die gleiche Performance -100 Gigabit pro Sekunde pro Faserpaar – wird dann allerdings eine 50G-Transceiver-Technologie benötigt, welche je 50 Gigabit pro Sekunde pro Faser in Hin- und Rückrichtung über zwei verschiedene Wellenlängen überträgt.

Mit herkömmlichen Fasern sind die vorgenannten Technologien nur bedingt realisierbar. Das volle Potenzial für eine Leitungslänge bis zu 150 m ermöglich nur die OM5 Faser. Diese Faser ist im Gegensatz zu OM4- und OM3-Fasern, welche lediglich für 850 nm optimiert sind, über einen größeren Wellenlängenbereich mit der gleichen Performance wie eine OM4-Faser spezifiziert. So werden SWDM Signale bei 850 nm, 880 nm, 910 nm und 940 nm parallel über eine Faser übertagen. Bei Bidi werden Signale in 850 nm in eine Richtung und bei 1300 nm von der Gegenrichtung gleichzeitig übertragen.

Damit sind Verkabelungs-Infrastrukturen, die auf OM5-Fasern basieren, prädestiniert für komplexe Anwendungen, in denen ein hohes Datenvolumen generiert wird und gleichzeitig extreme Anforderungen an den Datendurchsatz gestellt werden. Nur auf diese Weise lassen sich im produktiven Umfeld Echtzeitanwendungen realisieren, wie sie beispielsweise im Umfeld von Industrie 4.0 oder BigData erforderlich sind.

Powerpakete im harmonischen Zusammenspiel
OM5-Multimodefasern sind prädestiniert für die Zusammenarbeit mit leistungsstarken Switches sowie für die Anbindung von Hochleistungs-Servern. Mit lediglich zwei OM5-Multimodefasern lässt sich dabei eine hoch performante 100 Gigabit Ethernet-Verbindung aufbauen. Die Kabellänge von 150 Metern qualifiziert OM5-basierte Kabel beispielsweise für die stockwerkübergreifende Gebäudeverkabelung oder für den Einsatz in Serverräumen.

In Rechenzentren, mit ihrer hohen Zahl an Komponenten sowie Applikationen mit einem hohen Datenvolumen, bietet sich künftig 400 Gigabit Ethernet an. Eine solche Lösung lässt sich mit acht OM5-Fasern realisieren. Auf diese Weise lassen sich in Rechenzentren hohe Datendurchsatzraten erzielen.

Petra Adamik ist freie IT-Autorin aus München

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