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Für kühle Rechner

18. Januar 2022, 16:24 Uhr | Autor: Wilhelm Greiner | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Frankfurt ächzt

Und schon ist man mittendrin in der verzwickten Situation Frankfurts. Denn die Stadt ächzt – ähnlich Amsterdam oder Dublin – unter dem massiven Strom- und Platzbedarf der RZ-Branche. Wie ernst die Lage ist, zeigt folgende Aussage Feidners: „Wir bauen unser eigenes Umspannwerk, um vom Stadtnetz direkt auf das übergeordnete Netz zu gehen. Das entlastet das Stadtnetz. Denn das derzeit größte Problem ist nicht die Strommenge, sondern der Stromtransport.“

Jüngst berichtete die lokale Presse von Plänen der Stadt Frankfurt, die ausufernde Datacenterisierung örtlicher Gewerbeflächen in moderatere Bahnen zu lenken. „Der noch nicht veröffentlichte Bebauungsplan in Frankfurt, der aber in den Medien schon kolportiert wurde, geht in die Richtung, wie auch wir uns das vorstellen: Bezug von Ökostrom, begrünte Fassaden, ein ansprechendes Design, und die ausgewiesenen Gebiete sind in dem Bereich, in dem wir vertreten sind“, so Feidner. „Und auch Abwärme würden wir, wie gesagt, gerne abgeben. Insofern ist der Plan vorteilhaft, denn er verschafft uns Planungssicherheit.“

Vor diesem Hintergrund erklärt Feidner: „Wir investieren weiter in Frankfurt.“ In der Tat hat Equinix erst im Oktober sein neues Rechenzentrum FR8 in Betrieb genommen. Das Equinix-Design entspricht mit seiner begrünten Fassade bereits den kommenden Vorgaben der Stadt (siehe das Rendering oben). „Unser Design ist weltweit standardisiert mit einem PUE-Wert von 1,2“, sagt Feidner und ergänzt: „Wenn man ein neues RZ in Betrieb nimmt, liegt man nicht bei 1,2, weil die Auslastung zu gering ist, aber Rechenzentren füllen sich heute schnell.“

Zum Teil setzt der RZ-Betreiber zur Skalierung auf bestehende RZ-Gebäude. „Wir bauen dabei nicht nur neu, sondern bauen auch aus“, so Feidner. „Das ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch effizienter: mit neuen Kältemaschinen, mit denen man besser kühlen kann, und mit höherer Dichte pro Cabinet können wir mehr aus Bestandsbauten herausholen.“ Die Umwidmung (Refurbishing) industriellen Altbestands hat für ihn aber nur nachgelagerte Bedeutung: „Wir haben bereits Bestandsgebäude in Rechenzentren umgebaut, zum Beispiel in Hamburg“, so der Equinix-Mann, „aber man muss auch ehrlich sagen: Es macht das Leben nicht einfacher, wenn man modernste Technik in Bestandsgebäuden nutzen will. Wenn man standardisiert baut, kann man die Technik optimal einbringen. Refurbishing ist also nicht unsere bevorzugte Methode.“ Bei Bauvorhaben in Frankfurt sei in der Regel ein Abbruchgebäude vorhanden: „Das wird abgerissen, das Gelände wird saniert, einschließlich der Entsorgung von beispielsweise Asbest, und dann bauen wir eine neue Halle.“

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