Intelligentes Netzwerkmanagement

Flexibel – nicht nur in Ausnahmesituationen


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

So gelingt die Umsetzung

Trotz der vielen Vorteile stehen der Umsetzung eines intelligenten Netzwerkmanagements noch eine Reihe struktureller Hürden im Weg. In der Realität beruht der Betriebsmodus nämlich nach wie vor auf verschiedensten isolierten, über die Zeit gewachsenen physischen Strukturen. Die wenigsten Unternehmen können hier bei null ansetzen. Wie der Übergang von einer physischen zu einer intelligenten Architektur auch bei einer heterogenen Ausgangslange dennoch gelingen kann, zeigen die folgenden drei Schritte:

  1. Erfassung des Status quo: Die Grundlage jeder Automatisierungsstrategie ist die umfassende Analyse der bestehenden Geschäftsprozesse und ihrer Abbildung über das Netzwerk. Welche servicebezogenen Betriebssysteme kommen zum Einsatz? Wo sind Schnittstellen zwischen den Systemen möglich? Auf Basis dessen werden die Anforderungen geklärt, welche Bereiche des Netzwerks in virtuelle Funktionen umgewandelt werden sollen.
  2. Übergangsphase: Im nächsten Schritt wird daraus ein Konzept für Management und Orchestrierung dieser Ressourcen entwickelt. Das umfasst beispielsweise die Integration in zentrale operative Module wie unter anderem die genannte Auftragsverwaltung, Abrechnung und das Self-Service-Portal für Kunden. Hierbei können entweder für einzelne Hersteller- oder Technologiebereiche eine SDN-Steuerung realisiert werden oder für einen definierten Kundenkreis ein bestimmter Service virtualisiert werden. Entscheidend ist für Netzbetreiber die Integrierbarkeit von Systemen und Anwendungen zu priorisieren und zu einem Lifecycle-Service-Orchestration-Modell (LSO) überzugehen. Nur so kann ein einheitlicher Servicestandard und zentrale Kontrolle gewährleistet werden.
  3. Umsetzung: Schließlich kommt die intelligente Automatisierung zum Einsatz, die sich auf den Dreiklang Multi-Domain-LSO, integrierte Analytik und Entscheidungsfindung auf Basis von Machine Learning stützt. Offene APIs zwischen Netzwerk und Systemen stellen die nahtlose Zusammenarbeit der einzelnen Komponenten sicher und ermöglichen so eine Anpassung in Echtzeit an sich verändernde Datenverkehrsmuster und Serviceanforderungen.

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Ruth Welter, Colt
Ruth Welter, Vice President Global Strategic Alliances, Colt Technology Services
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Immer komplexer werdende Betriebsumgebungen und Datenmengen, die ein manuelles Management bei Weitem überfordern, verlangen einen neuen Ansatz für das Netzwerkmanagement. Technologien wie Network Functions Virtualisation (NFV) und Software-Defined Networking (SDN) ermöglichen bereits ein hohes Maß an Flexibilität. Doch das wird in Zukunft nicht reichen. Erst intelligente Automatisierung setzt die entsprechenden Ressourcen frei, mit innovativen Netzwerkmanagement Ansätzen neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen und die Wertschöpfung zu steigern. Hierfür ist eine profunde Kenntnis der Geschäftsabläufe und die längst überfällige Aufhebung der Trennung von IT und Business entscheidend. Nur wenn Provider statt in isolierten Technologiebereichen in Netzwerkökosystemen denken, können sie eine Automatisierungsstrategie gezielt umsetzen und ihr langfristig – quasi automatisch – zum Erfolg zu verhelfen.


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