GAIA-X-Leuchtturmprojekt

Europäische Cloud-Dienstleister starten Structura-X

23. Februar 2022, 10:30 Uhr | Lukas Steiglechner | Kommentar(e)
Europa, Vernetzung
© Berya113 / 123rf

28 europäische Organisation starten die Initiative Structura-X. Mit ihr wollen die Digitalunternehmen und Cloud-Anbieter Infrastrukturdienste anbieten, die die Anforderungen von GAIA-X erfüllen. Die neue Cloud-Infrastruktur soll die Fragmentierung des europäischen Cloud-Marktes überwinden.

Europäische Digitalunternehmen und Cloud-Anbieter starten mit Structura-X eine Initiative für gemeinsame Infrastrukturdienste, die den Anforderungen von Gaia-X entsprechen. Die 28 Unternehmen und Organisationen haben sich im Rahmen des Leuchtturmprojekts bereiterklärt, ihre Cloud-Dienste Gaia-X-konform zu gestalten. Structura-X ergänzt die branchenspezifischen Initiativen für den Automobilsektor (Catena-X), die Landwirtschaft (AgriGaia) und das Finanzwesen (EuroDaT). Erste Gaia-X-konforme Angebote werden für Mitte 2022 erwartet.

„Structura-X setzt einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung von GAIA-X und zielt darauf ab, das erste Beispiel eines Infrastrukturbündnisses zu realisieren. Wir wollen einen Nutzen und Wettbewerbsvorteile aus unserer üblichen Fragmentierung in Europa schaffen, durch die Kraft des Zusammenschlusses. Wir begrüßen das Ziel von Structura-X, den ‚unteren Teil von unserem X‘ – ein Infrastruktur-Ökosystem – aufzubauen, um den ‚oberen Teil von unserem X‘ – das Ökosystem der Datenräume – zum Laufen zu bringen. Das wird wiederum durch die anderen Leuchtturmprojekte realisiert,“ erklärt Francesco Bonfiglio, CEO von GAIA-X.

Die Initiative entstand aus der Notwendigkeit, in Europa eine Gaia-X-kompatible Infrastruktur aufzubauen, die neben den bestehenden Diensten der Industrie existiert. In Abstimmung mit der Gaia-X Association einigten sich zunächst sieben europäische Anbieter auf das gemeinsame Ziel: Atos, Aruba.it, DE-CIX, Deutsche Telekom, Engineering, Noovle und TOP-IX. Inzwischen sind weitere Unternehmen aus ganz Europa beigetreten, so dass heute insgesamt 28 Structura-X-Mitglieder aus zehn Ländern Teil der Initiative sind. Die Mitglieder sind sich einig, dass sie Open-Source-Technologie nutzen wollen, um die Dienste anbieten zu können. Dazu gehören auch Interoperabilität und die Verwirklichung von Sicherheitsaspekten sowie „Privacy by Design“.

Max Ahrens, Vorsitzender des Aufsichtsrats bei GAIA-X, sagt: „Wir begrüßen die Initiative der Infrastrukturanbieter. Die industrielle Umsetzung der GAIA-X-Standards von Cloud- und Infrastrukturanbietern ist ein entscheidender Baustein für eine funktionierende Datensouveränität in Europa.“

Structura-X lädt weitere Cloud-Service-Provider zur Mitarbeit ein. Gemeinsames Ziel der Initiative ist es, bestehende Infrastrukturdienste in einem Ökosystem für europäische Datensouveränität zusammenzuführen und eine übergreifende europäische Cloud-Infrastruktur zu schaffen. Nutzer können ihre Dienste und Datenräume in einer von Gaia-X anerkannten Infrastruktur testen und einsetzen. Structura-X wird eng mit Gaia-X zusammenarbeiten, was unter anderem den technischen Rahmen für die Datenhoheit definiert. Gleichzeitig wird Structura-X die notwendige Skalierbarkeit ermöglichen, die für eine neue sektor- und länderübergreifende Zusammenarbeit in der Cloud notwendig ist. Die bisherige Fragmentierung des europäischen Cloud-Marktes soll damit überwunden werden.

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