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Monitoring

Eine für alles

29. Juli 2020, 10:00 Uhr   |  Autor: Elias Völker / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Eine für alles
© gopixa/123rf

Unternehmensführungen treiben seit Jahren Digitalisierung voran. Mit den Vorteilen kommen aber auch neue Herausforderungen. Warum IT-Überwachung eine Schlüsselkompetenz für wirtschaftlichen Erfolg ist, was Führungsetagen wissen müssen und warum eine einheitliche Monitoring-Plattform so wichtig ist.

In seiner aktuellen Ausgabe der jährlichen Studie “Gelassen zur Digitalisierung” präsentiert der Branchenverband Bitkom die Prioritäten deutscher Unternehmen beim Übergang in die Digital Economy. Im Rahmen des Surveys wurden mehr als 950 Führungskräfte und IT-Entscheider in Organisationen mit mindestens 100 Mitarbeitern befragt. Wichtige Grundlage für fast alle Organisationen ist der umfangreiche Einsatz von Cloud Technologien – bereits 78 Prozent aller Firmen setzen auf die Rechenwolke. Zudem nutzen immer mehr Unternehmen agile Methoden: 43 Prozent greifen auf Ansätze wie Scrum, DevOps, Kanban und Design Thinking zurück – 8 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Eine internationale Ponemon Studie zeigt weitere Details, wie sich die IT-Welt in der Realität verändert hat. Im Durchschnitt nutzt ein Unternehmen im Jahr 2019 bereits 29 Cloud-Apps. Diese Zahl wächst seit 2016 beständig an. Ungefähr die Hälfte (48 Prozent) aller Firmen nutzen heute mehrere Anbieter von Infrastructure-as-a-Service (IaaS) gleichzeitig. Neben der Multi-Cloud ist wahrscheinlich, dass Organisationen weiterhin Daten im eigenen Rechenzentrum behalten und hybride Ansätze fahren.

Die Veränderungen führen zu neuen Akteuren bei der Bereitstellung von Infrastruktur. 54 Prozent aller Cloud-Services werden heute nicht mehr durch die IT-Abteilung ausgerollt. Stattdessen können diese jetzt schneller je nach Bedarf direkt von jeweiligen Usern in den Fachabteilungen abgerufen werden. Dies ist wichtig, um digitale Innovation schneller verfügbar zu machen und passt zu modernen Methoden beim Projektmanagement. Das bedeutet aber auch, dass Unternehmen neue Wege finden müssen, um dezentralisierte Infrastruktur nach einheitlichen Standards zu überwachen und mögliche kritische Zustände richtig erkennen und beseitigen zu können.

Veränderungen der IT vergrößern die Bedeutung von Monitoring
Deshalb sollten sich Entscheider mit dem Thema Monitoring vertraut machen. Während die Bereitstellung von Ressourcen dynamisch und dezentral geschieht, ist es sinnvoll, eine einheitliche Überwachungs-Plattform zu implementieren. Ohne passenden Ansatz wird es für Organisationen schwierig, effektiv auf Vorfälle zu reagieren. Im schlimmsten Fall drohen Ausfälle in produktiven Systemen, da Probleme nicht rechtzeitig erkannt und beseitigt wurden. IT-Überwachung unterliegt in der Regel den jeweiligen System-, Netzwerk- oder Datenbank-Administratoren. Unter klassisches IT-Monitoring fällt die Überwachung von Servern, Netzwerk-Switches, Storage, Datenbanken und Geschäftsapplikationen. Bei Servern und anderen Speichergeräten prüft man zum Beispiel die Werte von CPU, RAM, Speicherplatz und die Zugriffsdaten. Beim Monitoring im Netzwerkbereich schaut man sich die Verfügbarkeit von Ports, die Netzwerkauslastung, Verbindungsprotokolle und ähnliche Metriken an. Außerdem überwachen Unternehmen Applikationen wie Datenbanken oder SAP und prüfen deren Leistung und Verfügbarkeit. In der Regel werden diese Bereiche bereits mit einem oder mehreren Tools überwacht.

Cloud-Anbieter liefern eigene Features, um Ressourcen in ihren Produkten zu monitoren. Die Überwachung obliegt dann dem jeweiligen Nutzer und nicht mehr zwangsläufig der IT-Abteilung. Je nach Unternehmen gibt es hier unterschiedliche Ansätze, wie die Verantwortung aufgeteilt wird. Die Pflege von mehreren Monitoring-Werkzeugen über unterschiedliche Teams ist aber in jedem Fall aufwendig und liefert nur unzureichende Einblicke. Sobald Unternehmen auf Cloud-Ressourcen setzen, ist es sinnvoll sich auf eine Monitoring-Plattform zu einigen bzw. bestehende Ansätze zu konsolidieren, um Input aus unterschiedlichen Quellen zentral zu erfassen. Ein All-in-one-Ansatz bedeutet, dass alle Monitoring-Informationen an einem Single-Point-of-Truth gesammelt und verwaltet werden. Dabei sollten die Freigaben aber für unterschiedlichen Nutzergruppen granular angepasst werden, sodass zum Beispiel Informationen für bestimmte Nutzer nur teilweise oder gar nicht zugänglich sind.

Der Übergang auf ein einheitliches Monitoring ist zudem angebracht, da es weitere neue Technologien gibt, die überwacht werden sollten, und häufig nicht richtig im Auge behalten werden. Dazu gehören beispielsweise Kubernetes und Docker-Container oder smarte Geräte und Sensoren aus dem Internet der Dinge (IoT). Sie alle liefern Kontext-Daten und interagieren mit Infrastruktur-Assets. Daher muss eine All-in-one-Plattform Daten von unterschiedlichsten Quellen verarbeiten können. Zudem ändern sich organisatorische Anforderungen. Die Beseitigung von kritischen Zuständen kann nicht mehr allein durch IT-Administratoren bewerkstelligt werden. Eine einheitliche Plattform muss deshalb nicht nur den technischen Anforderungen von IT-Fachkräften gerecht werden, sondern zudem auch für User ohne Monitoring-Erfahrung nutzbar sein. Beispielsweise muss ein Entwickler Informationen abrufen können, um Performance-Probleme einer Applikation oder einer Testumgebung analysieren zu können. Unterschiedliche Nutzer brauchen individuelle Informationen, die ihnen helfen, Status-Änderungen, Warnungen und kritische Zustände in den richtigen Kontext setzen zu können und dürfen dabei nicht mit unnötigen Daten überschwemmt werden. Im Idealfall können Workflows für das IT-Störungsmanagement direkt im Monitoring gestartet werden. Dabei sollten nur die notwendigen Parteien involviert werden. In der Praxis geht das zum Beispiel durch die Integration mit einem Ticketsystem und flexible Notification-Mechanismen.

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