Morgendämmerung für die 5G-Campus-Netze

Ein Markt im Werden


Fortsetzung des Artikels von Teil 4

Individuelle Netzlösungen bevorzugt

Die Informationen hingegen, die verwertbar sind, zeichnen ein klares Bild: Unternehmen, die schon konkret Campus-Netze anbieten und vermarkten, würden dies oft im Zusammenhang mit dynamischen Preismodellen und ohne Standardbepreisung tun, so das Fazit von mm1. Viele Anbieter setzen zudem auf periodische Zahlung und gestalten die Preismodelle der Angebote mit CapEx- und OpEx-Anteilen. Dabei fokussieren sie sich auf die Integration in bestehende Ökosysteme und vermarkten verstärkt ihr Branchen- und Domänenwissen.

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Inspektion eines Flugtriebwerks
Nokia und Lufthansa Technik, Anbieter technischer Dienstleistungen für Flugzeuge, haben ein 5G-Campus-Netz für den industriellen Einsatz aufgebaut. Damit soll ein Projekt vorangetrieben werden, das den zivilen Luftfahrtkunden von Lufthansa Technik die Ferninspektion von Triebwerksteilen ermöglicht.
© Jan Brandes / Lufthansa Technik

Das Anbieten verschiedener QoS-Bundles für die Realisierung unterschiedlicher Use Cases, wie beispielsweise vernetzte Automated Guided Vehicles, hat sich zudem in der Praxis bewährt. Attraktive Preismodelle, so mm1, würden sich besonders durch periodische Zahlungen, Modularität, Pay-as-you-grow, Class of Service und eine Flatrate auszeichnen. Angebot und Nachfrage gehen – wie so oft – auch hier Hand in Hand: Dementsprechend wächst die Nachfrage nach Campus-Netzlösungen stetig, wobei insbesondere flexible und hochindividuelle Angebote bevorzugt werden. Kunden aus dem mittelständischen industriellen Gewerbe wollen vor allem eine stabile, performante Lösung, kennen sich aber hinsichtlich Technik und Marktbeschaffenheit wenig aus.

Ferninspektion von Triebwerken im Test

Mit dem schnellen 5G-Campus-Netz im Rahmen des Proof-of-Concept-Projekts “Virtual Table Inspection” der Lufthansa Technik am Standort Hamburg entfällt für Kunden die Notwendigkeit, einer Triebwerkswartung physisch beizuwohnen. Bisher reisen Kunden der Lufthansa Technik nach Hamburg, um bei der Wartung von Triebwerken die Komponenten zu überprüfen, das heißt die Antriebsaggregate werden komplett zerlegt und bis ins kleinste Detail inspiziert. Stattdessen können die Kunden nun mit einem mobilen Gerät eines Drittanbieters, das in Echtzeit hochauflösendes Video-Streaming mit Mechanikern und Ingenieuren bietet, durch die Wartungshalle geführt werden. Das ermöglicht eine virtuelle Inspektion der zerlegten Bauteile und eine gemeinsame Entscheidungsfindung über die Komponenten.

Nokia wird mittels seiner Digital-Automation-Cloud (DAC)-Lösung die Konnektivität eines 5G-Campus-Netzes bereitstellen. Es handelt sich dabei um eine digitale Plug-and-Play-Automatisierungsplattform, die sich von einem kleinen lokalen Aufbau bis hin zu mehreren verteilten Standorten skalieren lässt, die alle über dasselbe Webportal verwaltet werden.

 


  1. Ein Markt im Werden
  2. Barrierefreier Handover mit 5G
  3. Spezifische Anforderungen der deutschen Industrie
  4. Fragmentierte Anbieterlandschaft
  5. Individuelle Netzlösungen bevorzugt
  6. Den Strategic Fit im Blick
  7. WLAN-Lösung oft ausreichend

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