Morgendämmerung für die 5G-Campus-Netze

Ein Markt im Werden

10. Juni 2020, 11:30 Uhr | Autorin: Diana Künstler | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Spezifische Anforderungen der deutschen Industrie

Dr. Michael Lemke
Michael Lemke ist Senior Technology Principal (ICT) bei Huawei Technologies.
© Huawei Technologies

Bereits im Zuge der Auktion von 5G-Mobilfunkfrequenzen im Frühjahr 2019 wurde deutlich, dass namhafte deutsche Industriekonzerne großes Interesse daran haben, eigene, maßgeschneiderte Mobilfunknetze zu betreiben. Neben BASF, Siemens, Bosch, Deutsche Messe und Flughafenbetreiber Fraport wollen daher auch die Autokonzerne Volkswagen, BMW und Daimler Anträge einreichen. Die deutsche Industrie möchte sich mit ihren spezifischen Anforderungen unabhängiger von den öffentlichen Mobilfunknetzen und der 5G-Ausbauplanung machen. Die Anbieterlandschaft für Campus-Netze gestaltet sich dementsprechend heterogen, wenngleich Ericsson und Nokia den Markt dominieren.

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    Vorab Klarheit schaffen

    Der Einsatz von 5G als Campus-Lösung richtet sich primär an Unternehmen, die eine robuste Datenübertragung mit hohen Up- und Downloadgeschwindigkeiten und eventuell Echtzeitübertragung beziehungsweise Latenzzeiten von bis zu einer Millisekunde benötigen. Die wichtigste Frage vor dem Aufbau eines 5G-Campus-Netzwerkes ist: Welche Anwendungen benötigt mein Unternehmen, sodass andere Technologien wie WiFi 6 nicht mehr genügen und ein 5G-Netzwerk gewählt wird? Eine der Herausforderungen sind diejenigen Fähigkeiten, die für den Aufbau und den Betrieb eines 5G-Netzes auf dem eigenen Campus nötig sind. Nicht jede firmeninterne IT-Abteilung verfügt bereits über die Kompetenzen dafür.

    Unternehmen sollten sich Klarheit darüber verschaffen, welche Partner sie mit ins Boot holen, um auf deren Expertise zurückzugreifen. Hier bieten sich neben Integratoren die etablierten Netzbetreiber sicher als erste an. Dieser Markt steht noch am Anfang. Es besteht durchaus noch Lernbedarf, um den Aufbau von 5G- Campus-Netzen sowie ihren störungsfreien und wirtschaftlichen Betrieb zu realisieren.

    Eine grundsätzliche Voraussetzung für den Einsatz von 5G-Campus-Netzen liegt neben noch zu klärenden Fragen der Kooperation von 5G-Netzen letztendlich in der Endgeräteverfügbarkeit, nachdem die 5G-Technologie für breitbandige Netze grundsätzlich zur Verfügung steht. Mobilgeräte für den privaten Bedarf sind bereits 5G-fähig, während das Ökosystem von branchenspezifischen Endgeräten gerade erst entsteht und auch noch an der Echtzeitfähigkeit von 5G gearbeitet wird.

     

     


    1. Ein Markt im Werden
    2. Barrierefreier Handover mit 5G
    3. Spezifische Anforderungen der deutschen Industrie
    4. Fragmentierte Anbieterlandschaft
    5. Individuelle Netzlösungen bevorzugt
    6. Den Strategic Fit im Blick
    7. WLAN-Lösung oft ausreichend

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