Morgendämmerung für die 5G-Campus-Netze

Ein Markt im Werden

10. Juni 2020, 11:30 Uhr | Autorin: Diana Künstler | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Barrierefreier Handover mit 5G

Die Ausnahme bilde ein spezifischer Anwendungsbereich, in dem 5G seine besonderen Vorteile ausspielt, der aber momentan bei den Kunden noch nicht die höchste Priorität hat oder in der Breite zum Einsatz kommt. Und das ist der Bereich, in dem sehr geringe Latenzen und damit einhergehend hohe QoS (Quality of Service) unterstützt werden. “Typisches Beispiel dafür sind autonome Logistikroboter, sogenannte AGVs oder ‘Automated Guided Vehicles’. Es handelt sich dabei um fahrerlose Transportfahrzeuge, die dem Materialtransport dienen und im Wesentlichen die Just-in-Time-Produktion und -Bereitstellung von Waren unterstützen sollen. Diese Prozessketten sind besonders sensibel im Hinblick auf Ausfälle und Stillstand. Gegenüber Mobilfunktechnologie hat WiFi hier einen erheblichen Nachteil: Diese Übertragungstechnologie ist nicht in der Lage, einen sogenannten barrierefreien Handover sicherzustellen”, so Hofmann. “Je mehr dieser Geräte im Einsatz sind und je komplexer sich die Anforderungen an Präzision und Echtzeitverarbeitung darstellen, umso eher ist der Einsatz von 5G alternativlos.”

So ist zu erwarten, dass zu den ersten Anwendungsfeldern für privates 5G beispielsweise Container-Häfen, Flughäfen und große Produktionsanlagen zählen werden, in denen 10.000 oder mehr Geräte Daten austauschen. Das Beratungsunternehmen Deloitte geht davon aus, dass bereits Ende 2020 weltweit mehr als 100 Unternehmen private 5G-Campus-Netze im Testbetrieb nutzen werden. Dies wird in den Folgejahren voraussichtlich zu stark steigenden Ausgaben für den Ausbau dieser Infrastrukturen führen. Bis 2024 erreichen diese globalen Investitionen nach Deloitte-Prognosen jährlich eine Summe im zweistelligen Milliardenbereich.

Vor diesem Hintergrund hat das Beratungsunternehmen mm1 den Markt für Campus-Netze im Rahmen der Studie “Maßgeschneiderte Mobilfunknetze für die deutsche Industrie” analysiert und die Ergebnisse im Herbst 2019 vorgelegt. Ergebnisse, die einen Markt beleuchten, der noch in den Kinderschuhen steckt. Dabei wurden sowohl existierende Angebote verglichen, als auch Interviews mit Vertretern deutscher Industrieunternehmen geführt, um die Anforderungen und Auswahlkriterien für verfügbare und zukünftige Angebote zu ermitteln. Aus diesen Erkenntnissen hat mm1 konkrete Handlungsempfehlungen für die Marktteilnehmer abgeleitet.

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  1. Ein Markt im Werden
  2. Barrierefreier Handover mit 5G
  3. Spezifische Anforderungen der deutschen Industrie
  4. Fragmentierte Anbieterlandschaft
  5. Individuelle Netzlösungen bevorzugt
  6. Den Strategic Fit im Blick
  7. WLAN-Lösung oft ausreichend

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