5G-Technologie

Ein Campus-Netz (von Ende) zu Ende gedacht

24. März 2021, 10:48 Uhr | Autoren: Ralf Pichler und Falk Schröder / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Cloud-Plattformen

Mittlerweile gibt es neben den klassischen Hyperscalern weitere Player, die eigene cloudbasierte Lösungen anbieten. Im Zusammenspiel mit einem 5G-Netz können dabei typische Geschwindigkeiten und Kapazitäten, wie bei einem Betreiber üblich, garantiert werden. Je nach Service oder Anwendungsfall lässt sich die Plattform auf dem Campus, beim Telekommunikationsanbieter oder bei einem der öffentlichen Anbieter platzieren. Ausschlaggebend sollten sicherheitsrelevante Fragen, Ausfallsicherheit und technische Anforderungen sein, die letztlich vom Service bestimmt werden. Hierbei sind auch mögliche Erweiterungen zu betrachten. Langfristig ist davon auszugehen, dass Dienste verschiedene Plattformen parallel nutzen werden. Damit sind beispielsweise lokale Plattformen auf dem Campus zur Abwicklung lokaler Services gemeint, die von Services ergänzt werden, die in der Öffentlichkeit genutzt werden sollen.

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Services und Ökosystem

Das Ökosystem eines 5G-Campus-Netzes
Das Ökosystem eines 5G-Campus-Netzes
© Detecon International

Eine weitere Herausforderung wird die Orchestrierung der verschiedenen Services und Use Cases auf der Cloud-Plattform sein. Diese unterliegen ständigen Veränderungen und Erweiterungen. Gleichzeitig ist zu erwarten, dass sehr unterschiedliche Anbieter verschiedene Services auf derselben Infrastruktur laufen lassen. So kann zum einen eine maschinennahe Applikation die Interaktion zwischen Maschinen und Bauteilen steuern. Eine Applikation kann Technikern zum anderen aber auch helfen, durch eine Bereitstellung von Daten über eine AR-basierte Brille in Echtzeit, ihre Aufgaben qualitativ sicherer abzuschließen. Eine solche vielfältige Nutzung ist ideal für eigene, abgeschlossene Ökosysteme, wie sie beispielsweise an komplexen technologischen Verkehrsknotenpunkten zu finden sind. Auf Flughäfen könnte ein Betreiber beispielsweise eine solche Basisinfrastruktur bereitstellen und diese Services individuell managen oder managen lassen. Der Betreiber könnte dann als Vermittler seiner Kunden mit externen Anbietern arbeiten.

Betriebskonzepte

Aus industrieller Sicht sind die Betriebskonzepte aus einer Service-zu-Service-Perspektive aufzusetzen. So sind für ein Konzept dieser Art die Anforderungen, insbesondere bei einer Private-only-Lösung, zu definieren. In Ergänzung sollten Use-Case-spezifisch weitere Erfordernisse definiert werden, die unbedingt benötigt werden – wie maximale Latenzanforderungen. Wichtig ist es, die betriebliche Absicherung zu bestimmen, um die Produktion nicht zu stoppen. Denn jede Industrie hat mitunter andere Voraussetzungen und Ansprüche und diese sollten reflektiert werden. Neben technischen Faktoren wie Ausfallsicherheit und Betriebsabsicherung gilt es klassische SLAs und KPIs zu definieren, welche im Fehlerfall möglichst unterbrechungsarm eine Fortsetzung des Betriebs ermöglichen. Wesentlich ist dabei eine Ende-zu-Ende-Betrachtung: vom Service über die Cloud-Plattform zum Endgerät und zurück zu weiteren Verwendungen in der internen IT. Werden diverse Services von unterschiedlichen Anbietern integriert, handelt es sich um eine komplexe Thematik.

Da jeder Industriestandort andere Schwerpunkte bietet, sollte dem Einsatz von 5G-Campus-Netzen eine gute und langfristig orientierte Analyse vorausgehen. Nur so können alle für eine Implementierung relevanten Kenngrößen in Betracht gezogen werden und es ist möglich, die für jedes Einsatzszenario richtige Lösung zu finden – und damit den größten Mehrwert aus dieser Netzwerktechnologie zu holen.

Ralf Pichler, CEO, und Falk Schröder, Managing Partner & Global Head of Network Technology, beide Detecon International


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