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Datacenter 2021

Die sieben wichtigsten Rechenzentrumstrends

23. November 2020, 14:01 Uhr   |  Autor: Stefan Maier / Redaktion: Lukas Steiglechner | Kommentar(e)

Die sieben wichtigsten Rechenzentrumstrends
© Prior1

Neben den bisherigen Ansprüchen, leistungsstark und sicher zu sein, müssen Rechenzentren künftig auch Themen rund um Energieeffizienz, Stoffkreisläufe und Zero-Waste beachten. Stefan Maier von Prior1 erzählt, worauf sich Rechenzentrumsbetreiber 2021 gefasst machen müssen.

Der digitale Schwung hält an und das nicht nur wegen der Corona-Pandemie. Doch mit dem Umzug ins Digitale sind auch die Rechenzentren immer stärker gefordert. Sie bilden das infrastrukturelle Rückgrat. Jede IT-Anwendung erfordert Rechenprozesse im Datacenter. Deshalb dürfen nicht nur die Vorteile der Digitalisierung wahrgenommen werden. Es braucht einen kritischen Blick für die Aufgaben der Rechenzentren. Vor allem dafür, wie die Betreiber ihre Prozesse für die Zukunft optimieren können.

Energieeffizienz erhöhen
Rechenzentren benötigen immer mehr Energie, was wachsende Kosten zur Folge hat. Deshalb müssen die Betreiber diese Energie auch effizient nutzen. Denn da sie viel Energie verbrauchen, verursachen sie einen ebenso hohen CO2-Ausstoß. Die IT in den Rechenzentren verbraucht dabei etwa 60 bis 80 Prozent der Energie, während die Gebäudeinfrastruktur 20 bis 40 Prozent verbraucht. Hier erkennen Experten vor allem stark steigende Tendenzen.

Paradigmenwechsel
Rechenzentren sind keine Monolithen. Deshalb dürfen sie ihre Energieeffizienz auch nicht nur auf sich selbst beziehen, sondern müssen ihre Umwelt miteinberechnen. Rechenzentren müssen sich als Teil des öffentlichen Lebens und der Infrastruktur betrachten. So öffnen sich ihnen Optimierungspotenziale. Der Paradigmenwechsel ist nötig, damit Rechenzentren sich künftig besser an ihre Umgebung anpassen können.

Regenerative Energien einsetzen
Die Betreiber müssen für ihre Energie nicht nur den Klimawandel berücksichtigen, sondern auch die damit verbundenen Kosten. Regenerative Energie wirkt in beiden Bereichen positiv. Große Rechenzentren, die in der Nähe von Windparks oder Solarfeldern stehen, profitieren von erneuerbarer Energie mit kurzen Transportwegen.

Wärme gezielt nutzen
Mit der großen Menge an Energie erzeugen die Datacenter auch entsprechend viel Wärme. Deshalb ist es sinnvoll, wenn in der Nähe des Rechenzentrums wärmebedürftige Infrastrukturen stehen. Darunter fallen beispielsweise Gewächshäuser, Aquaponic-Anlagen oder Container Farming. Kühlen Rechenzentren mit Wasser, können sie mit dem Warmwasser auch umliegende Gebäude heizen.

Edge-Computing fördert die Entwicklung
Für IoT-Anwendungen müssen Daten möglichst schnell und sicher verarbeitet werden. Die Folge: Unternehmen setzen vermehrt auf Edge- oder Mikro-Rechenzentren. Betreiber können diese wiederum mit regenerativer Energie versorgen und an lokale Fernwärmenetze oder direkt an Gebäudeheizung anbinden.

Stoffkreisläufe etablieren
Vor allem für die IT, die Versorgungstechnik und den gesicherten Betrieb benötigen Rechenzentren viel Material. Dabei ist es nicht zukunftstauglich, die IT-Komponenten und die technische Gebäudeausstattung alle paar Jahre zu erneuern ohne die alten Teile weiter zu nutzen. Langfristig müssen die Betreiber das Ziel haben, eine Zero-Waste-Anlage zu werden.

Faire CO2-Steuer
Durch eine faire CO2-Steuer können sich die Rechenzentren noch schneller in eine klimafreundliche und nachhaltige Richtung entwickeln. Ab 2021 fallen 25 Euro pro Tonne CO2-Ausstoß an. Das reicht jedoch nicht aus, um die Folgekosten des CO2 abzudecken. Die CO2-Steuer ist deshalb voraussichtlich in den kommenden Jahren steigen. Um dem entgegenzukommen, müssen Rechenzentrumsbetreiber in ihre Infrastruktur investieren, saubere Energie nutzen und energieeffizient arbeiten. Die CO2-Steuer beschleunigt diese Enwticklung.

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