Schwerpunkte

Migration, Management, Monitoring

Die drei "M", um Datenbanken optimal zu nutzen

11. August 2020, 14:00 Uhr   |  Autor: Ales Zeman / Redaktion: Sabine Narloch | Kommentar(e)

Die drei
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Werden Daten nicht korrekt verwaltet oder in Systemen gespeichert, die nicht regelkonform oder schwer zu bedienen sind, können Daten ihren Nutzen verlieren. Unternehmen sollten daher ein effektives Datenbankmanagement etablieren. Worauf es dabei ankommt, erklärt Ales Zeman von Quest Software.

Die Herausforderung besteht heute darin, dass die Datenbanktechnologie immer komplexer wird, da sie bisher ungekannte Datenmengen verwalten muss, getrieben von den Anforderungen des Always-on-Ansatzes. Dies führt häufig dazu, dass IT-Teams zahllose Stunden mit der Datenbankverwaltung verbringen – und das in einer Zeit, in der sie eigentlich Initiativen zur digitalen Transformation wie Cloud-Migrationen, DevOps und Open-Source-Implementierungen vorantreiben sollten. Unternehmen wollen nicht den Anschluss verlieren, aber das Datenmanagement erweist sich oft als echter Hemmschuh. Ein Hemmschuh, der stets mit dem Unternehmen mitwächst.

Um sich den wichtigen Initiativen für die Zukunft widmen zu können, müssen IT-Teams sich anpassen und lernen, wichtige Geschäftskennzahlen ins Gleichgewicht zu bringen, neue technologische Herausforderungen verstehen und die richtigen Tools zur Überwachung und Verwaltung der Datenbankumgebung finden. Konkret geht es um die drei „M“: Migration, Management, Monitoring.

Migration

Als ersten Schritt zur Rationalisierung des Datenbankmanagementsystems muss das IT-Team herausfinden, welche Informationen wo gespeichert sind. Viele Unternehmen werden dabei feststellen, dass sie ein hybrides Modell anwenden, bei dem einige Daten in der Cloud und andere On-Premises gespeichert sind. Während unterschiedliche Speicherorte für Daten normal sind, kann der Prozess der Migration riskant sein. Darum sollten Unternehmen die folgenden Überlegungen anstellen, um Risiken zu minimieren.

Abgesehen von frisch aus der Taufe gehobenen Unternehmen, die zum ersten Mal Rechenkapazitäten benötigen, ist die Migration in die Cloud eine dauerhafte Reise und kein Ziel. Die Cloud bietet eine Reihe von Vorteilen wie niedrigere Wartungskosten, insbesondere für Datenbanken, sowie verbesserte Zuverlässigkeit und Flexibilität. Allerdings steigen mit der Menge der gespeicherten Daten auch die Kosten. Um diese im Zaum zu halten, müssen Unternehmen bis ins Detail überprüfen, über welche Daten Sie verfügen, wie diese am besten genutzt werden und die jeweiligen Vorteile von Cloud-Computing gegen die Kosten abwägen. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, Daten zu einem späteren Zeitpunkt wieder in das eigene Rechenzentrum zurückzuholen. Jede Verschiebung von Daten ist mit Risiken behaftet. Unnötige Prozesse sollten also vermieden werden.

Da Daten oft an verschiedenen Orten gespeichert sind, hat auch die genaue Replikation und Synchronisierung zwischen Datenbanken an Bedeutung gewonnen, insbesondere für Organisationen, die die Datenbankbelastung reduzieren wollen. Ob IT-Teams versuchen, Datenbanken auf eigene Ressourcen und Cloud-Umgebungen zu verteilen oder das Reporting auszulagern, um die Leistung zu verbessern: Datenbanken synchron zu halten, hat oberste Priorität.

Die meisten Unternehmen werden Daten in irgendeiner Form migrieren. Wenn sie die genannten Punkte sorgfältig befolgen, können IT-Teams minimale Ausfallzeiten und null Datenverluste gewährleisten. Unternehmen, die die Auswirkungen der Migration auf den Benutzer eliminieren und die Datenintegrität aufrechterhalten, können zudem viel größeren Nutzen aus ihren Daten ziehen.

Management

Datenbankverwaltung wird vielerorts immer noch als endlose Plackerei verstanden, allein mit dem Ziel, die Systeme am Laufen zu halten. Während die meisten Unternehmen eine Art Datenbank-Tool nutzen, leisten IT-Teams immer noch eine Sisyphos-Aufgabe und verbringen unzählige Stunden, nur um den Status quo aufrechtzuerhalten.

Während die Verwaltung von Datenbanken ein komplexer Prozess sein kann, spart die Automatisierung von Routineaufgaben – Zustandsprüfungen oder Skriptausführungen – Zeit für andere Prozesse ein. Das IT-Team muss weniger Zeit mit der Verwaltung der Datenumgebung zubringen und kann mehr Zeit für den Aufbau eines datengesteuerten Unternehmens freimachen. IT-Teams stehen auch unter zunehmendem Druck, die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften für alle Daten sicherzustellen, insbesondere wenn es sich um personenbezogene und sensible Informationen handelt. Nicht zuletzt deshalb ist die Automatisierung der Discovery-Prozesse von größter Bedeutung.

Nicht zuletzt profitieren Unternehmen durch bessere Softwareentwicklung von einem guten Datenbankmanagement. Viele Unternehmen setzen bereits auf DevOps mit automatisierten Prozessen wie kontinuierlicher Integration und kontinuierlicher Bereitstellung. Bei der Implementierung neuer Applikationen hakt es dann allerdings häufig, da neu programmierte Apps auf die Datenbank zugreifen und die dazu erforderlichen Änderungen manuell vorgenommen werden müssen. Eine derart halbherzige Automatisierung kostet Unternehmen viel Zeit und Geld. Auch deshalb sollten die Datenbankmanagementprozesse automatisiert werden.

Wenn ein Unternehmen das Datenbankmanagement in den Griff bekommt, kann das IT-Team mit den Geschäftsanforderungen Schritt halten, ohne Qualität, Leistung oder Skalierbarkeit zu beeinträchtigen. Die moderne digitale Welt ist innovationsgetrieben – um erfolgreich zu sein, müssen IT-Teams agil und anpassungsfähig bleiben.

Monitoring

Sobald das IT-Team Migration und Management unter Kontrolle hat, gilt es zu prüfen, wie es um die Performance bestellt ist und ein umfassendes Datenbank-Monitoring für die hybride Umgebung zu implementieren.

Die Leistungsüberwachung ist entscheidend für die maximale Ausschöpfung der Datenbank-Performance und der virtuellen Infrastruktur. Da IT-Umgebungen immer größer, komplexer und vielfältiger werden, wird deren Überwachung stetig wichtiger. Für ein möglichst genaues Monitoring von Datenbanken sollte das IT-Team in Echtzeit Zugriff auf Leistungskennzahlen haben, vereinfachte Analysen und Einsicht in alle Aspekte des Datenbankbetriebs erhalten. Auf diese Weise können IT-Abteilungen schnell und aktiv die optimale Leistung sicherstellen, egal ob im eigenen Rechenzentrum oder in der Cloud.

Unternehmen sind auf Datenbanken angewiesen und sollten diesbezüglich keine Risiken in Kauf nehmen. Angesichts der Komplexität mögen einige dafür plädieren, die Dinge so zu belassen, wie sie sind. Aber es hätte negative Folgen, den Status quo nicht zu verändern. Wenn Unternehmen einen nahtlosen Ansatz für Migration, Management und Monitoring von Datenbanken umsetzen, sind sie in der Lage, Applikationen schneller zu aktualisieren, die Code-Entwicklung zu verbessern und flexibler auf Marktveränderungen zu reagieren. All dies trägt letztlich dazu bei, einen agileren und anpassungsfähigeren Geschäftsansatz zu etablieren. Dieser ist der Schlüssel zum Erfolg und sichert den Fortbestand des Unternehmens in der heutigen digitalen Landschaft.

Ales Zeman leitet bei Quest Software die Abteilung Sales Engineering & Professional Services in Europa, dem Nahen Osten und Afrika

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