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Netzwerktransformation

Der Rubel rollt auch digital

08. Juli 2021, 11:29 Uhr   |  Autor: Michael Wood / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Der Rubel rollt auch digital
© tah778/123rf

Unternehmen aller Branchen stehen seit Jahren unter dem Druck, ihre Angebote und Prozesse zu digitalisieren. Die Pandemie hat dies noch einmal verstärkt. Der Finanzsektor ist von dieser Entwicklung besonders betroffen, Kunden fordern zunehmend qualitativ hochwertige digitale Dienstleistungen.

Online-Banking hat sich in den letzten Jahren als Anwendung weltweit durchgesetzt. Die jüngste Studie des ONS ergab, dass beispielsweise 73 Prozent der britischen Verbraucher inzwischen regelmäßig Online-Banking-Anwendungen nutzen. Bei den unter 25-Jährigen ist der Anteil bereits auf über 90 Prozent gestiegen. Die Werte anderer Länder sehen ähnlich aus. Ein Treiber für die zunehmende Digitalisierung im Finanzbereich ist die Pandemie. Aufgrund von Lockdowns sowie der strengen Abstands- und Hygieneregeln waren viele Finanzinstitute nicht oder nur sehr eingeschränkt dazu in der Lage, ihre Dienstleistungen vor Ort in ihren Niederlassungen und Filialen anzubieten. Aufgrund dessen ist die Nachfrage nach Angeboten gestiegen, die der Kunde vollständig über intelligente Geräte, wie Laptops, Tablets oder Smartphones bedienen kann. Das gilt in erster Linie für  grundlegende Dienstleistungen wie Geldtransfers und Zahlungen. Allerdings zeigt sich auch bei komplexeren Funktionen wie Krediten, Hypotheken, Versicherungen und Vermögensverwaltung die Nachfrage nach digitalisierten Angeboten steigt.

Finanzdienstleistungen sind besonders kritisch und sensibel. Deshalb sollten digitale Angebote ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Sicherheit bieten, um vom Verbraucher akzeptiert zu werden. Finanzinstitute müssen in die richtige Technologie investieren, um das Netzwerk ihrer Organisation zu transformieren, auf dem die wesentlichen Prozesse für ihre Dienstleistungen ablaufen. Nur so können sie sich mittel- bis langfristig im globalen Wettbewerb behaupten.

Cloud-Landschaften entwickeln und verändern sich

Ein zuverlässiges und sicheres Frontend-Erlebnis, wie Kunden es heute fordern, steht und fällt mit einem vereinfachten System am Backend. Die damit verbundene Autonomie und Automatisierung von Abläufen sowie die Minimierung des manuellen Austausches wird zu einer deutlichen Qualitätssteigerung führen. Die Rolle der Cloud ist dabei einer der wichtigsten Faktoren. Cloud-Dienste werden von den meisten Finanzunternehmen heute bereits in großem Umfang eingesetzt. Dabei sind öffentliche Cloud-Angebote wie Azure, Amazon und Google ebenso im Einsatz, wie die eigenen privaten Infrastrukturen. Die Verlagerung von Services in die Cloud hat eine neue Ebene der Skalierbarkeit und Anpassungsfähigkeit geschaffen. Unternehmen können plötzliche Nachfrageschübe dadurch deutlich flexibler bewältigen – angefangen bei Finanztransaktionen bis hin zum Austausch zwischen Banken.

Der zunehmende Einsatz von Cloudlösungen beeinflusst auch die Art und Weise, wie Finanzorganisationen ihren Betrieb absichern und die Zuverlässigkeit ihrer Dienste gewährleisten. Die Nutzung mehrerer öffentlicher und privater Clouds ermöglicht es Organisationen, verschiedene sichere Pfade und Redundanzen einzubauen. Fällt eine Hosting-Einrichtung aus, übernimmt durch die eingebaute Redundanz eine andere, die die gleichen Anwendungen ausführen kann.

Die Arbeitswelt ist nicht erst seit der Pandemie im Umbruch. Darum ist die Bereitstellung einer sicheren Cloud-Umgebung zunehmen ein wichtiger Faktor, wenn es um die dezentrale Belegschaft geht. Früher arbeiteten die meisten Mitarbeiter eines Unternehmens von einem zentralen Bürogebäude aus. Es gab lediglich einen Anlaufpunkt für die Sicherheits- und Redundanzplanung. Heutzutage arbeiten Mitarbeiter oft an Tausenden separaten Standorten. Umso wichtiger ist es, für diese verteilt arbeitenden Mitarbeiter Systeme zu entwickeln, die ein hohes Maß an Sicherheit und Zuverlässigkeit bieten.

Investitionen in eine vereinfachte Infrastruktur

Ist von der Digitalen Transformation die Rede, wird zunächst oft nur an Anwendungen und Geräte gedacht. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs, denn es ist in der Tat die unterstützende Backend-Infrastruktur, die den wirklichen Unterschied ausmacht. Ein Vorteil einer modernen Bankeninfrastruktur ist es, dass im Problemfall Elemente wie die Backend-Systeme und das Hosting einfacher zu verwalten sind. Durch den Einsatz von Anwendungs-APIs lassen sich Prozesse einfacher rückgängig machen oder verschieben, ohne dass gleich Investitionen in neue Hardware und deren Betrieb notwendig werden.

Dennoch sind Veränderungen in einem laufenden Projekt mit einem erheblichen Betriebsaufwand verbunden, gelegentlich werden leider auch Investitionskosten versenkt. Noch schwerer wiegt auf dem hart umkämpften Finanzmarkt allerdings der Zeitverlust. Verzögert sich ein Projekt um Wochen oder gar Monate, verschafft dies der Konkurrenz einen erheblichen Vorsprung. Daher ist es für Banken und andere Finanzunternehmen unerlässlich, bei der Auswahl von Systemen und Infrastruktur sehr sorgfältig zu planen. Das erklärt den starken Trend zu vereinfachten Infrastrukturen. Hieraus resultiert dann nicht zuletzt die Konsolidierung von mehreren Funktionen, eine Verschlankung der gesamten Infrastruktur sowie ein geringerer Personalaufwand im IT-Umfeld. Darüber hinaus sinken die Kosten, da nicht mehrere separate Dienste finanziert werden müssen.

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