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Der kalkulierte Kontrollverlust

6. Februar 2017, 10:47 Uhr | Autor: Sascha Möllering, Redaktion: Markus Kien | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 3

Kommentar AWS: Mut zur Veränderung

Thomas Fuhrmann AWS
Thomas Fuhrmann, Senior Professional Services Consultant bei Amazon Web Services
© AWS

Die Einführung von DevOps in die IT-Abteilungen großer Unternehmen ist derzeit ein hochpopuläres und heiß diskutiertes Thema. Dahinter steckt die Erwartung, mit DevOps schneller und schlagkräftiger zu werden und dadurch im Wettbewerb besser bestehen zu können. Doch der Erfolg einer praktischen Umsetzung solcher DevOps-Ideen hängt maßgeblich davon ab, wie sehr das Management bereit ist “loszulassen“ und Verantwortung nach “unten“, an die eigenen Mitarbeiter abzugeben.

Nicht weniger schwer als die Angst vor möglichem Machtverlust wiegt die Unsicherheit, was passieren könnte, wenn Entwickler direkt auf Produktiv-Systeme zugreifen. Das ist an sich verständlich: Niemand will, dass der Online-Shop offline geht oder Kundendaten öffentlich werden. Die Ursache solcher “Unfälle” liegt aber eher in der mangelnden Transparenz existierender IT-Landschaften: Wenn Regeln und Vorschriften für die einzelnen Entwickler nicht mehr durchschaubar sind, werden sie als Hürde wahrgenommen, die es clever zu überspringen gilt. Entsprechend hält die zentrale IT dagegen. Zu eng gefasst Regeln und Vorschriften können ein Unternehmen lähmen, Marktchancen bleiben in der Konsequenz ungenutzt.

Das DevOps-Prinzip bedeutet, durch eine engere Zusammenarbeit zwischen “Development“ und “Operations“ mehr Transparenz und wechselseitiges Verständnis zu schaffen. So können Schwachstellen frühzeitig erkannt werden; mögliche Sicherheitsrisiken gelangen auf diese Weise viel eher ins Bewusstsein. Gemeinsam können rasch pragmatische Lösungen gefunden werden, die sicher, kosteneffizient und im Sinne des Kunden sind. Das Ziel sind kurze Entwicklungszyklen und Kundenorientierung.

Damit der Sprung von einer eher starren IT-Struktur hin zum agilen DevOps-Unternehmen gelingt, braucht es in erster Linie Mut: Das mittlere Management muss den Teams Eigenverantwortung zugestehen; das obere Management muss Fehlschläge ertragen können. Beides ist schwierig, wenn das Bedürfnis nach Kontrolle und Stabilität zu stark ausgeprägt ist. Hat man aber erst einmal den Schritt gewagt, kann man sich eine Rückkehr zur alten Silostruktur kaum mehr vorstellen.

 

 

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  1. Der kalkulierte Kontrollverlust
  2. Vorteile von Microservices
  3. Auswirkungen auf die Organisationsstruktur
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