Schwerpunkte

Hyperkonvergente Infrastruktur

Das gesamte Rechenzentrum als virtualisierter Service

26. Januar 2021, 13:30 Uhr   |  Autor: Henrik Hasenkamp / Redaktion: Sabine Narloch | Kommentar(e)

Das gesamte Rechenzentrum als virtualisierter Service
© dotshock/123rf

So flexibel skalierbar und kostentransparent wie ein Cloud-Angebot und so zuverlässig und leistungsstark wie ein On-Premises-Rechenzentrum: Hyperkonvergente Infrastrukturen sollen diese Eigenschaften in einer Appliance vereinen. Zudem lassen sich mit dieser Technologie ganze Rechenzentren aufbauen. 

Schlank und zugleich leistungsfähig, einfach zu verwalten und dabei trotzdem flexibel den sich ändernde Geschäftsbedingungen anpassbar – die Ansprüche an die IT-Infrastruktur sind immens. Auf der Basis der konkreten Anforderungen und jahrelanger Erfahrungen entscheiden die IT-Experten darüber, welche Hard- und Software zum Einsatz kommt. Idealerweise sind die Systeme eng miteinander integriert, also so kombiniert und aufeinander abgestimmt, dass sie als Appliance ohne Reibungsverluste arbeiten. 

 Dieses Konzept der Konvergenz wird in der Praxis oft durch hochspezialisierte Rack-Lösungen verwirklicht, vielfach getestet und es ist sofort einsatzbereit. Weitere Komponenten können recht problemlos hinzugefügt werden, was die Infrastruktur gut skalierbar macht. Wenn gewünscht und sinnvoll, kann der komplette Lifecycle der Appliances an einen entsprechenden Anbieter outgesourct werden. Da zudem die Steuerung über eine zentrale Konsole möglich ist, kann auch das Management extern erfolgen.
 
Von Konvergenz zu Hyperkonvergenz
Hyperconververged Infrastructures (HCI) heben den Konvergenz-Ansatz auf eine neue Abstraktionsebene: Die gesamte IT-Infrastruktur steht virtualisiert zur Verfügung. Über eine zusätzliche Software-Ebene werden die Systeme zentral gesteuert und gemanagt – die steuernde Software wird also im Prinzip von den einzelnen Geräten gelöst und durch eine Gesamt-Intelligenz ersetzt. Eine Hypervisor- und Management-Software übernimmt diese übergeordnete Aufgabe: Sie bildet die gesamte IT-Infrastruktur in einer virtuellen Umgebung ab und steuert die Hardware-Einheiten.Dieses Funktionsprinzip ermöglicht eine neue Qualität des Zusammenspiels von Hard- und Software. Die Hardware der neuen Gesamt-Appliance wird von ihren oftmals proprietären Betriebssystemen entschlackt und auf ihre eigentliche Funktionalität reduziert. Es entsteht ein Software-defined Network (SDN), das die Bedarfe flexibel abdeckt: Der Hypervisor greift auf den gesamten Pool zu und teilt den Gast-VMs (Virtual Machines) die benötigten Ressourcen zu. Auch die Netzwerk-Funktionen selbst sind nicht mehr auf dedizierte Hardware angewiesen, sondern werden freien Geräten automatisch zugewiesen. Die Management-Instanz kennt die gesamte Netzwerklandschaft und damit auch alle benötigten Informationen, um effiziente Routen zuweisen und eine optimale Auslastung erreichen zu können. 

Die Virtualisierung von Server-, Speicher- und Netzwerk-Kapazitäten unter einem Dach bietet weitere Vorteile: So kann beispielsweise auf günstigere Commodity-Hardware zurückgegriffen werden – direkt mit dem Server verbundene SSD-Festplatten etwa, anstatt externer Storage-Systeme. Sowohl die Ressourcen als auch der Service stehen schnell und vergleichsweise unkompliziert zur Verfügung. Durch die Zentralisierung vereinfacht sich das Management.

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1. Das gesamte Rechenzentrum als virtualisierter Service
2. Checkliste: wichtige Überlegungen vorab

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