Cloud-Computing

Cloud-Landschaft und Workloads im Fluss

8. Juni 2022, 15:00 Uhr | Autor: Peter Prahl / Redaktion: Sabine Narloch | Kommentar(e)
Cloud-Computing
© groenning/123rf

Immer mehr Unternehmen haben in und mit der Cloud Erfahrungen gesammelt. Doch Cloud und Workloads verändern sich genauso wie die Anforderungen von Unternehmen. Bestandsaufnahme und Aussicht.

Das Thema Cloud-Computing wächst in seiner Bedeutung im deutschen, europäischen und weltweiten Markt rasant. Bereits heute liegt die Nutzung von Bereitstellungsmodellen wie SaaS (Software-as-a-Service), PaaS (Platform-as-a-Service), IaaS (Infrastructure-as-a-Service), Multi oder Hybrid Cloud in vielen Unternehmen jenseits der 50 Prozent. Die Verwendung von traditioneller On-Premises-Software ist hingegen rückläufig.

Doch der Weg in die Cloud-Welt hat viele Tücken, denn Workloads sollten nicht auf beliebige Weise in die Wolke verschoben werden. Es gilt, die richtigen Deployment-Modelle für die eigenen Anforderungen zu finden und neue Bereitstellungsmodelle am Markt optimal zu nutzen. Gleichzeitig müssen IT-Verantwortliche eine Reihe an Cloud-spezifischen Herausforderungen im Blick behalten und im Rahmen ihrer Strategie beachten.

Cloud-spezifische Herausforderungen

Bei der Umstellung der IT auf die Cloud müssen sich Unternehmen mit diversen Schwierigkeiten auseinandersetzen. Sie beziehen sich auf die Technologie an sich, Vorbehalte der Mitarbeiter und regulatorische Vorschriften. Cloud-Computing kann komplex sein, insbesondere in einem gemischten Modell mit der bestehenden IT. Denn kaum ein Unternehmen startet auf der grünen Wiese, die meisten müssen ihre digitalen Schulden in die Cloud-Strategie miteinbeziehen. Das können beispielsweise renovierungsbedürftige IT-Architekturen sein. Auch Legacy-Systeme sind an dieser Stelle zu nennen, die Unternehmen in bestimmten Situationen beibehalten sollten und die weiterhin Teil der IT-Infrastruktur bleiben müssen. Und da sich der Umgang mit Cloud-Computing anders gestaltet und auch anfühlt als bei klassischer IT, sollten die Mitarbeiter mit den Neuerungen vertraut gemacht werden. Der Umgang mit Software rückt in den Vordergrund und je nach Abstraktionsgrad des Cloud-Modells verschwindet die Hardware ganz aus dem Blickfeld der Belegschaft. Zudem beschäftigt Unternehmen auch heutzutage noch eine fehlende allgemeine Rechtssicherheit beim Cloud-Computing. Es ist nicht abschließend geklärt, welche Daten bei welchen Cloud Providern vorgehalten werdenn dürfen, die Nutzung von US-amerikanischen Hyperscalern ist auf jeden Fall mit Vorsicht zu genießen. Wer Datenschutzanforderungen gerecht werden möchte, kann Anbieter nutzen, die sämtliche Daten in ISO-27001-zertifizierten Rechenzentren innerhalb Europas speichern und dadurch DSGVO-konform sind.

Breites Spektrum an Abstraktionsniveaus: von Hosting bis SaaS

Steht die Entscheidung für ein Deployment-Modell an, bietet sich Unternehmen eine breite Palette an Möglichkeiten. Sie unterscheiden sich nicht nur bezüglich ihrer Funktionalitäten und der Art der Implementierung, sondern auch in ihrer Abstraktion. Dabei handelt es sich um die schrittweise Abkehr von der eigenen Unternehmens-IT in Form von gekaufter Hardware und proprietärer Software. Das höchste Abstraktionslevel ist erreicht, wenn Mitarbeiter Services nutzen, für die nur noch ein Rechner mit Browser und Internetzugang nötig ist.

Ein erster noch recht wenig abstrakter Schritt in die Cloud funktioniert über das Hosting. Auch wenn es sich um keine eigentliche Cloud-Lösung handelt, kann es eine Absprungplattform in Richtung Cloud-Computing darstellen. Der nächste Abstraktionsschritt führt über die Bare-Metal-Cloud, mit der die Unternehmen volle Kontrolle über ihren Stack haben. Firmen können dabei die Flexibilität des Cloud-Computings nutzen und arbeiten gleichzeitig weiterhin auf der eigenen Hardware. Die Private Cloud ist die aktuell am häufigsten genutzte Variante. Sie wird klassischerweise inhouse betrieben, lässt sich allerdings auch an einen Cloud-Anbieter outsourcen und als gehostete Variante mit dedizierter Hardware nutzen. Beim Sprung in die Public Cloud wird die dedizierte Hardware durch Shared-Hardware ersetzt. Das Abstraktionsniveau nimmt weiter zu und die Virtualisierung einer serviceorientierten Architektur und die Integration diverser Cloud Services in eine zukünftige Architektur gewinnen an Bedeutung. Bei diesem Bereitstellungsmodell verfügen Anwender über eine hohe Skalierbarkeit und Geschwindigkeit beim Einsatz von neuen Anwendungen. Mit Containern lassen sich Workloads über mehrere Clouds hinweg deployen und ein Vendor Lock-In wird dadurch ausgeschlossen. Die genutzten Anwendungen werden um einiges dynamischer und die Implementierung von Microservices wird vereinfacht. SaaS stellt die abstrakteste Form beim Cloud-Computing dar. Unternehmen nutzen weitgehend standardisierte Dienste, die sie nicht selbst betreiben müssen, sondern vielmehr fertig konsumieren.

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  1. Cloud-Landschaft und Workloads im Fluss
  2. Wohin entwickelt sich der Markt?
  3. Welche Workloads für welche Cloud Deployments?

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