Smart City

Chancen für die kommunale Infrastruktur


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Verkehrsströme wirksam entzerren

Ein weiteres wichtiges Thema mit dem Kommunen bereits heute die Grundlage für Mobilitätskonzepte der Zukunft legen können, ist Smart Mobility. Ein Hauptanliegen der Stadt der Zukunft ist, Emissionen zu senken und den Verkehr effizient zu steuern. Bisher gelingt dies weniger gut: Rund 30 Prozent des gesamten innerstädtischen Verkehrs gehen allein auf die Parkplatzsuche zurück. Es liegt nahe, hier nach einer Lösung zu suchen. Diese ist smart und besteht aus Sensoren und passender Software, die im Zusammenspiel eine durchgehende Analyse der freien und belegten Parkflächen erlauben und dies in eigenen Applikationen visualisieren können. Eine solche Lösung bietet zum Beispiel S O Nah an. Ebenfalls mit Smart Parking beschäftigt sich Smart City Systems aus Fürth. Das Start-up stattet Parkplätze mit Bodensensoren aus, die drahtlos und in Echtzeit die Belegung melden. Autofahrern werden freie Lücken per App gemeldet, die Abrechnung der Parkgebühren erfolgt dann automatisch.

Die Energienutzung intelligent machen

Eines der wichtigsten Zukunftsthemen der intelligenten Stadt ist eine klimafreundliche Energieerzeugung, -nutzung und -verteilung. Neben Smart Grids (intelligenten Stromnetzen) steht hier auch die urbane Energiewende im Fokus. Die dezentrale Energieversorgung nimmt zu. Verbraucher erzeugen zusehends selbst Energie und speisen diese ins Netz ein. Für die Produktion und Speicherung der Energie kommen Wärmespeicher, Wasserstoff oder Batteriespeicher zum Einsatz. Smart Grids vernetzen und koordinieren die verschiedenen Stromproduzenten, Speicher, Verbraucher und Netzbetriebsmittel. Sensorik steht dabei im Mittelpunkt, ebenso wie intelligente Systeme, etwa für Licht. Beispielsweise lässt sich die Straßenbeleuchtung einer Stadt automatisch steuern und an den Verkehr anpassen. So leuchtet sie nur dann auf, wenn wirklich ein Fahrzeug unterwegs ist. Neben geringeren Kosten entstehen so auch weniger Emissionen. Big Data hilft, die anfallenden großen Datenmengen zu analysieren und die Informationen entsprechend zu nutzen. Spezielle Apps wie das Pixometer von Pixolus aus Köln erleichtern das Ablesen von Zählerständen. Die Daten werden per Scan am Smartphone erfasst und lassen sich einfach und fehlerfrei ablesen, digitalisieren und weiterverarbeiten.

Unbedingt auch die Bürger einbeziehen

Bei aller Euphorie für smarte Lösungen, die einen Mehrwert bringen, sollte eines nicht in Vergessenheit geraten: Die Stadt ist zuallererst ein Lebensraum, der allen Einwohnern Lebensqualität bieten soll. Daher sind sich die Befragten der eingangs erwähnten Leipziger Smart-City-Studie auch einig: Um ein nachhaltig erfolgreiches Smart-City-Konzept zu erstellen, müssen alle Akteure zusammenarbeiten. Da eine solches Konzept den einheitlichen Ansatz verfolgt, die Stadt effizienter, fortschrittlicher, umweltfreundlicher und inklusiver zu gestalten, ist eine Beteiligung der Bürger essentiell. Diese können beispielsweise über analoge oder digitale Beteiligungsplattformen an der Definition von Anforderungen oder Strategien mitwirken. Nur so entstehen Ansätze, die allgemeine Akzeptanz finden und praktikabel sind. Auch öffentliche oder öffentlich-private Partnerschaften befördern die Umsetzung.

Bernhard Kirchmair, Vinci Energies
Dr. Bernhard Kirchmair ist Chief Digital Officer Vinci Energies Europe East/DACH
© Vinci Energies

Weiterhin entscheidend für ein erfolgreiches Smart-City-Konzept ist die IT-Infrastruktur. Dazu gehört nicht nur der Breitbandausbau, der nach Ansicht der Studienteilnehmer unbedingt vorangetrieben werden muss. Smart City braucht skalierbare, offene Plattformen, auf denen Anwendungen entwickelt und betrieben, Daten ausgetauscht und die Identitäten von Bürgern sicher verwaltet werden können. Eine solche Plattform sollte sich an die digitalen Verwaltungsprozesse, IT-Systeme sowie Operational Technologie (OT) wie Verkehrssteuerungen oder Wasserversorgung anbinden lassen. Mit Hilfe offener APIs können Partnerunternehmen, externe Anbieter oder auch Bürger neue Apps und digitale Dienste entwickeln. So entsteht ein offener Dialog, der die weitere Entwicklung der Smart City unterstützt und vorantreibt.


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