USV-Anlagen

Blackout

26. November 2015, 15:34 Uhr | Jasmin Dichmann, Marketing Manager IT Channel DACH, Eaton Electric | Kommentar(e)
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Die sinkende Qualität der Stromversorgung zwingt die Betreiber von Rechenzentren und Industrieanlagen dazu, sich verstärkt gegen drohende Schäden durch Blackouts und Netzschwankungen abzusichern. Adäquaten Schutz bieten USV-Anlagen. Um diese bedarfsgerecht zu konfigurieren, sind jedoch Informationen über die regionale Netzqualität erforderlich. Wertvolle Anhaltspunkte liefern beispielsweise Systeme wie der „Eaton Blackout Tracker“. Die gewonnenen Erkenntnisse lassen sich im Nachgang durch zusätzliche Netzanalysen vertiefen.

Dass seit der Energiewende die Zuverlässigkeit der Stromversorgung nachgelassen hat, ist mittlerweile zu einem Gemeinplatz geworden. Einst für seine Stabilität gepriesen, bietet das deutsche Stromnetz den Verbrauchern heute nicht mehr die Sicherheit früherer Jahre. Rund 179.000 Versorgungsunterbrechungen von mehr als drei Minuten Dauer registrierte die Bundesnetzagentur für das Jahr 2013; die Anzahl kürzerer Ausfälle (Mini-Blackouts), ist nach übereinstimmenden Angaben von Industrie und Energieversorgern mindestens ebenso hoch. Als Hauptursache der sinkenden Netzqualität wird oft die schwankende Einspeisung „grünen“ Stroms angeführt: Speziell Wind- und Sonnenenergie sind naturgemäß nie im gleichen Umfang verfügbar, sondern je nach Wetterlage entweder Mangelware oder im Überfluss vorhanden.

Mindestens ebenso schwer wie die natürlichen Ursachen wiegen nach Einschätzung von Experten jedoch infrastrukturelle Defizite: Politik und Stromnetzbetreiber haben eingestandenermaßen versäumt, im Zuge der Energiewende auf die Bereitstellung der erforderlichen Netzkapazitäten samt intelligenter Steuersysteme (Smart-Grids) zu drängen. Darüber hinaus fehlt es in Deutschland an Pumpspeicherkraftwerken und damit an der derzeit einzigen Möglichkeit, überschüssigen Strom auf wirtschaftlich vertretbare Weise zu speichern. Die Auswirkungen dieser Defizite werden noch auf Jahre hinaus zu spüren sein. Denn die fehlende Infrastruktur lässt sich nicht über Nacht bereitstellen, sondern kann allein in einem langwierigen Anpassungsprozess nachgerüstet werden. Bis dahin müssen die Endverbraucher mit dem Risiko leben, dass schwankende Energieeinspeisungen entweder zu Spannungseinbrüchen oder zu überlastungsbedingten Ausfällen ganzer Netzabschnitte führen. Das Ergebnis ist in beiden Fällen dasselbe: kein Strom.

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Offensichtlich sind die Stromnetze durch Gewitter in den Sommermonaten anfälliger.
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USV als Schutzmaßnahme

Leidtragende dieser Entwicklung sind letztendlich alle, von Privathaushalten bis zu Produktionsbetrieben. Besonders bedrohlich sind die Versorgungsdefizite allerdings für IT-Infrastrukturen. Denn ohne Sicherungsmaßnahmen stürzen Rechner und Server schon bei Blackouts von wenigen Sekunden ab. Vor allem die Betreiber von Rechenzentren stehen deshalb vor der Herausforderung, sich auf die veränderte Versorgungslage einzustellen und Stromausfällen vorzubeugen – nicht zuletzt, da an der bereitgestellten Rechenleistung die Funktionalität von zahlreichen und oftmals geschäftskritischen Anwendungen hängt. Ganz ähnlich stellt sich die Situation aber auch im Industriebereich dar. Hier verstärkt speziell der Schritt zu Industrie 4.0 die Abhängigkeit von Systemen der Informations- und Kommunikationstechnologie und damit die Gefährdung durch Blackouts.

Die wichtigste Schutzmaßnahme für Rechenzentren und Industrieanlagen stellt die Installation batteriegestützter Anlagen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) dar. Hier stehen heute für jeden Bedarf exzellente Lösungen zur Verfügung, die bei kurzen Ausfällen Versorgungskontinuität garantieren und bei längerfristigen Blackouts genügend zeitlichen Spielraum für die schadensfreie Abschaltung von IT-Komponenten und Produktionsanlagen bieten. Um die bedarfsgerechte USV-Lösung auszuwählen und beispielsweise die erforderlichen Batteriekapazitäten adäquat zu kalkulieren, genügt es allerdings nicht, nur die deutschlandweiten Ausfallstatistiken der Bundesnetzagentur zu kennen. Vielmehr sind zusätzliche Informationen über die regionale Netzqualität erforderlich.


  1. Blackout
  2. Anhaltspunkte USV-Konfiguration
  3. Hintergrund: Stromausfälle in der DACH-Region

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