Datacenter

Big Data Management muss ein noch wichtigeres Thema werden

15. Februar 2018, 12:28 Uhr | Auutor: Stefano Sordi / Redaktion: Axel Pomper | Kommentar(e)
Datenflut Big Data Digitalisierung
© Fotolia / Konstantin Hermann

Bis zum Jahr 2025 könnten weltweit 163 Zettabytes Daten generiert werden. Das sind zehn Mal so viele wie noch im Jahr 2016. Auch die Rechenzentren müssen damit Schritt halten. Größe und Kapazität sind dabei genauso ausschlaggebend wie die Belastbarkeit und die politische und ökologische Sicherheit.

Die tägliche Datendosis

Anstelle der Verbraucher als größte „Daten-Emittenten“ treten zunehmend die Unternehmen – auch deshalb, weil die Informationen immer stärker automatisiert, analysiert und in Echtzeit weiterverarbeitet werden. Die Menge der von Unternehmen erzeugten Daten wird sich bis 2025 voraussichtlich von heute 30 auf 60 Prozent verdoppeln.

Im Jahr 2025 werden 75 Prozent der Bevölkerung mit digitalen Daten interagieren. Ein durchschnittlich aktiver Nutzer wird täglich etwa 4.800 Mal Kontakt mit internetfähigen Endgeräten haben: eine Interaktion alle 18 Sekunden.
Folglich wird sich die Abhängigkeit der Menschen und Systeme von der Verfügbarkeit digitaler Daten weiter erhöhen. Das gilt besonders für Bereiche wie Medizin, Cybersecurity sowie die Luftfahrt. Laut Prognose des IDC werden 20 Prozent der im Jahr 2025 produzierten Daten so elementar sein, dass eine Störung schwerwiegende oder sogar lebensbedrohliche Folgen haben kann.

Die Wirtschaft, aber auch die Verbraucher im Alltag sind immer stärker mit Daten verknüpft. Umso wichtiger ist es, diese Daten adäquat zu verwalten und zu speichern.

Vorbereitung auf den neuen Datenschutzstandard

Das Wachstum der weltweiten Datenmenge rückt insbesondere im Zusammenhang mit dem baldigen Inkrafttreten der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) folgende Fragen in den Vordergrund: Wo werden wir diesen massiven Datenberg speichern? Wie sollen wir garantieren, dass die Compliance eingehalten wird? Wie kann gewährleistet werden, dass der Nutzer weiterhin Zugriff auf die Informationen haben kann?
Viele Unternehmer glauben, eine Lokalisierung ihrer Datenkapazitäten erhöhe die Wahrscheinlichkeit signifikant, dass die neuen EU-Gesetze eingehalten werden. So können sie ihre Dienstleistungen weiterhin auf dem europäischen Markt anbieten und weiter wachsen. Einfacher ausgedrückt: Für Unternehmen, die Waren und Dienstleistungen in der EU verkaufen, wird es einfacher sein, die lokalen Bestimmungen einzuhalten.
Der erste Schritt zur Einhaltung lokaler Compliance-Bestimmungen ist die Auswahl einer Dateninfrastruktur, deren physische und organisatorische Sicherheit bereits den neuen Anforderungen entspricht. Diese wurden vom American National Standard (ANS) und der Telecommunications Industry Association (TIA) gesetzt.

Als eine unmittelbare Brexit-Auswirkung haben sich zentrale Schwerpunkte der EU nach Mailand, Paris und Frankfurt verlagert. So ist Norditalien eine strategisch attraktive Region für Unternehmen aus Europa, China und die USA, die auf den EU-Markt wollen. Doch hierfür ist die Einhaltung der EU-Datenschutzrichtlinien genauso unabdingbar wie ein schneller Zugriff auf die entsprechenden Services.

Umweltbewusstsein

Über die Einhaltung lokaler Datenschutzrichtlinien hinaus sollte die Infrastruktur eines Rechenzentrums auch am Aspekt der Umweltfreundlichkeit ausgerichtet sein. Nachhaltigkeit ist im Fertigungssektor, der genauso auf Innovation setzt wie der Technologiesektor, schon lange kein Fremdwort mehr. Viele Unternehmen investieren bereits in nachhaltige Lösungen zur Stromversorgung ihrer Anlagen. Das gilt natürlich auch für Rechenzentren. Eine Option ist die Nutzung von Energie aus zertifiziert nachhaltigen Quellen (European Guarantee of Origin - GO). Alternativ können die Zentren ihren Energiebedarf auch durch verschiedene Quellen decken, z.B. Solaranlagen oder Wasserkraft. Einen möglichst sparsamen Verbrauch gewährleisten überdies geothermische Kühlanlagen, mit denen sich die verfügbare Energie maximal effizient nutzen lässt.

Das Ergebnis

Genau hier kommt die ANSI/TIA 942-A ins Spiel: der definitive Standard für den Aufbau eines effizienten, sicheren Rechenzentrums. Das Bewertungssystem beachtet zahlreiche verschiedene Aspekte wie etwa die Lage und die Architektur, aber auch die Security und Feuersicherheit sowie die elektrische und mechanische Infrastruktur inklusive der Telekommunikation. Der höchste Belastbarkeitslevel in diesem Zusammenhang ist Rating 4. Das bedeutet: Das Rechenzentrum verfügt über ausreichend freie Kapazitäten und viele unabhängige Verteilerwege. Es erlaubt eine kontinuierliche Wartung und ist gut gegen nahezu sämtliche physikalische Einflüsse geschützt. Die Lage ist angespannt: Die Industrie läuft ein Compliance-Rennen gegen die DSGVO-Uhr, während die Datenberge weiter wachsen. Hier ist jede externe Unterstützung hochwillkommen. Genau deshalb wird es immer wichtiger, dass die Anbieter von Speicherplatz über leistungsfähige Rechenzentren verfügen, die Unternehmen jeder Größenordnung ein stabiles und nachhaltiges Wachstum ermöglichen.

Stefano Sordi ist CMO von Aruba

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