Nachhaltigkeit

Ansatzpunkte zum ressourcensparenden Betrieb


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Bis zu 1,3 Millionen Liter Wasser

Darüber hinaus ist es unerlässlich, dass Kunden von Rechenzentren ein besseres Verständnis für die drängenden Probleme der Branche in Bezug auf den Wasserverbrauch haben. Denn dadurch werden die Unternehmen für dieses Thema zunehmend sensibilisiert und ermutigt, neue Ansätze zur Kühlung einzuführen. Zum Vergleich: Ein einziges Rechenzentrum kann den Stromverbrauch einer Kleinstadt besitzen, benötigt aber ebenfalls eine beträchtliche Menge an Wasser zur Kühlung. Ein extremes Beispiel: Ein 15-Megawatt-Rechenzentrum in den USA kann bis zu 360.000 Gallonen Wasser, umgerechnet über 1,3 Millionen Liter, verbrauchen. Und das pro Tag, wie auf der Web-seite von Data Center Frontier nachzulesen ist. 

Sowohl Energie als auch Wasser ließen sich jedoch durch den Verzicht auf energieintensive Klimaanlagen, Kompressionskältemaschinen und Kühltürme einsparen. Das europäische Klima ist kühl genug, um die Vorteile der sogenannten offenen Luftkühlung oder der adiabatischen Kühlung zu nutzen.

Hemmschuh auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Allerdings hat sich bei Akteuren der Branche in puncto Kühltechnik von Rechenzentren vielerorts ein Copy-Paste-Ansatz durchgesetzt, bei dem bewährte Strukturen verwendet werden. Obwohl einige Betreiber von Rechenzentren bereits bereit sind, in Verbesserungen zu investieren, wendet ein Gros mitunter zu wenig für Forschung und Entwicklung im Bereich energiesparender Technologien auf.  Es muss sich deshalb ein stärkeres Bewusstsein für diese Herausforderungen entwickeln. Der dafür notwendige Wandel sollte nicht zuletzt auch auf Seiten der Kunden von Rechenzentren angestoßen werden. Dank technologischer Entwicklungen können neue Geräteklassen höheren Temperaturen als bisher standhalten. Das bedeutet, dass die Temperaturanforderungen der Kunden entsprechend angepasst werden müssen, um energieeffizientere Lösungen zu ermöglichen. Die Branche darf sich ihrer Verantwortung nicht entziehen, nach energieeffizienteren Technologien zu streben, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Frank Bertenburg, Business Development International bei Scaleway

Relevante Anbieter

Ghost-Server
Scaleway weist darauf hin, dass Energie vor allem aufgrund ineffizient betriebener Server-infrastruktur vergeudet werde – etwa bei einer geringen Auslastung oder wenn Server online bleiben, obwohl sie nicht mehr genutzt werden. Diese Server – auch Ghost-Server genannt – seien im Grunde reine Verbraucher, da sie nach wie vor Energie, Kühlung, Personalressourcen und die zu ihrem Betrieb erforderliche Infrastruktur benötigen, ohne einen Nutzen zu bieten.  (SN)  

 


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