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Network-Functions-Virtualization

Alles wird Software

01. Dezember 2014, 11:38 Uhr   |  Gerhard Abeska, Networking Business Manager EMEA, Dell | Kommentar(e)

Alles wird Software
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Telekom-Service-Provider verwenden in der Regel herkömmliche, proprietäre Netzwerklösungen. Damit sind sie nicht flexibel genug, um schnell neue Dienste aufsetzen zu können. Die Network-Functions-Virtualization trennt die Netzwerkfunktionen von der Hardware-Schicht und ermöglicht es so, neue Services zeitnah zu realisieren.

Es ist vielleicht ein wenig verfrüht, schon das Ende der traditionellen, monolithischen Netzwerksysteme und -architekturen auszurufen. Man kann aber davon ausgehen, dass die Unternehmensnetzwerke in fünf Jahren nur noch eine ungefähre Ähnlichkeit mit den heutigen haben werden, denn Trends wie Software-Defined-Networking (SDN), der immer stärkere Einsatz mobiler Systeme, Cloud-Computing oder Big-Data werden auch die Netzarchitekturen stark verändern. Diese Entwicklung betrifft nicht zuletzt das Zentrum der Kommunikationsindustrie – die großen Service-Provider und Carrier.

Bisher sind diese Unternehmen in einer proprietären Welt mit einem fast schon archaischen Architektur-Modell gefangen. Für jede der Funktionen, auf denen ihre Services beruhen – seien es IMS, DMS, Session-Border-Controller, SGSN/GGSN, Firewall oder CDN – müssen sie riesige Schränke voll mit proprietärer Infrastruktur implementieren. Alles benötigt eine komplizierte Installation, aufwändige Integrationsprozesse und umfangreiches Management, damit sichergestellt ist, dass diese Schränke mit dem Rest des Netzes wirklich reibungslos zusammenarbeiten. Für die Verwaltung benötigen die Netzwerkadministratoren spezielle Fachkenntnisse für das jeweilige Produkt.

Diese Einschränkungen wären vielleicht noch hinzunehmen, denn sie kosten „nur“ Geld. Andere Nachteile lassen sich auf diese Weise nicht ausgleichen: Wie überall gehen proprietäre Systeme einher mit langen Produktzyklen und geringem Innovationsdruck. Modernsierungen lassen sich auf dieser Basis nur langsam umsetzen, neue Produkte und Services müssen von langer Hand geplant werden. So konnte man vielleicht in der Ära der staatlichen Telekommunikations-Monopole arbeiten, als man beispielsweise ein neues Telefon „beantragen“ musste, woraufhin man mit einer mehrwöchigen Wartezeit zu rechnen hatte. Schnelle Reaktionen waren da nicht erforderlich, und für die Entwicklung und Bereitstellung neuer Produkte konnte man sich durchaus ein paar Jahre Zeit nehmen. Dass ein derartiges Vorgehen nicht mehr zu den Anforderungen des heutigen Marktes passt, ist offensichtlich.

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