Sie sind hier: Home

Managed Service Provider: Auf zum Systemhaus 4.0

Managed Services sind nicht neu. Neu sind allerdings die Vielfalt und die Komplexität von IT-Umgebungen, die Managed Services unterstützen müssen, um einen optimalen Mehrwert zu erzielen. Systemhäuser müssen dies entsprechend berücksichtigen, um sich künftig erfolgreich im Markt zu etablieren.

Chatbot Kundenkommunikation Bildquelle: © ostill / 123rf

Immer mehr Systemhäuser entwickeln sich zu Managed Service Providern (MSP), denn der Markt für Outsourcing wächst stark und bietet sehr viel Potenzial für neue Dienstleistungen und Geschäftsmodelle. Ursache dafür ist, dass die IT in Unternehmen immer kompliziertere Strukturen aufweist und erfahrene Fachleute nicht nur für die Installation, sondern auch für den Betrieb nötig sind. Auch durch den Fachkräftemangel sind IT-Abteilungen oftmals hoffnungslos überlastet. Systemhäuser und insbesondere Managed Service Provider können hier gezielt und wirtschaftlich Abhilfe schaffen.

Managed Services boomen
2018 war nach Meinung von Experten ein Boom-Jahr für Managed Service Provider und es sind weiterhin hohe Wachstumsraten prognostiziert. Während sehr große Unternehmen die Vorteile der Managed Services schon seit geraumer Zeit nutzen, reagierte die große Masse der mittelständischen Betriebe bisher noch zögerlich. Heute ist deutlich mehr Bewegung im Markt und Systemhäuser erhalten immer mehr Anfragen für Managed Services, auch von mittelständischen Unternehmen. Dies kann als Indikator dafür gesehen werden, dass der Leidensdruck größer wird und zudem immer mehr IT-Entscheider die Vorteile externer IT-Services erkennen. Dabei bestehen die Aufgaben des MSP nicht nur in der Übernahme der Verantwortung definierter IT-Bereiche. Insbesondere die Beratung für neue IT-Strategien und die Möglichkeiten durch den breiten Einsatz von Cloud-Technologien sind wichtige und gefragte Leistungen.

Orientierungspunkt: die existierenden IT-Strukturen
Eine hochverfügbare IT mit niedrigen Ausfallzeiten ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für Unternehmen. Ein 60-minütiger Systemstillstand eines Unternehmens mit 1.000 Mitarbeitern kann zu Kosten von bis zu 20.000 Euro führen. Bei einer Verfügbarkeit der IT-Infrastruktur von 99,5 Prozent summieren sich die Kosten pro Jahr auf beinahe 880.000 Euro. Es gilt also, die Verfügbarkeit zu steigern, um Risiken und damit verbundene Kosten zu reduzieren. Das Hauptproblem, das zu langen Ausfallzeiten führen kann, liegt in komplexen und inhomogenen IT-Infrastrukturen. Zudem gestalten zahlreiche und proprietäre Monitoring-Tools die Überwachung schwierig und zeitintensiv; darüber hinaus lassen sie keine systemübergreifende und präventive Administration zu.

Daher sind Kundenanforderungen längst nicht mehr erfüllt, wenn nur Standard-Managed-Services wie beispielsweise Back-up, Security oder Teile der Infrastruktur angeboten werden. Erst durch strategisch durchdachte und konzipierte Managed Services können die vielfältigen Aufgaben auch wirklich mit einem Mehrwert für ein Unternehmen umgesetzt werden. Der Mehrwert heutiger Services liegt darin, ganze IT-Geflechte über den MSP zu betreiben. Erst dann kann das Unternehmen maßgeblich entlastet werden und die Unternehmen können sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Einige Systemhäuser haben diese Entwicklung erkannt und spezielle Tools zum Beispiel für Monitoring und Analyse entwickelt, um ihre Kunden strategisch und auf der operativen Ebene zu unterstützen.

IT-Landschaft muss fortlaufend analysiert werden
Für ein Unternehmen ist es nicht trivial, eine Analyse der vorhandenen IT-Landschaft zu erstellen, Schlüsse daraus zu ziehen, die notwendigen Änderungen anzustoßen und umzusetzen und im weiteren Verlauf die Kontrolle zu behalten. Vergleichsweise einfach ist dies nur, wenn es sich um eine bestimmte Anwendung oder Technologie im Rechenzentrum handelt, beispielsweise das Back-up samt Archivierung. Viel anspruchsvoller ist die gesamtheitliche Analyse im Kontext mit weiteren Bereichen der IT. Virtualisierte Strukturen, Hyperkonvergenz, verteilte Strukturen sowie der Einsatz von diversen Cloud-Diensten machen eine Analyse und die daraus folgenden Schlüsse zu einer Herausforderung. Deshalb müssen MSP über geeignete Tools verfügen, um derart komplexe und eng verwobene IT-Landschaften analysieren zu können. Diese müssen in der Lage sein, beispielsweise Server- und Netzwerkkomponenten, die Security sowie die Applikationen in der IT-Landschaft übergreifend zu analysieren. So werden Schwachstellen und potenzielle Flaschenhälse gefunden und können gezielt behoben werden. Und da sich die IT ständig wandelt, ist proaktives Handeln notwendig. Viele Einzelkomponenten können die IT an unerwarteten Stellen beeinflussen und es gilt, stets den Überblick mithilfe eines übersichtlichen Monitoring-Tools zu behalten, das nicht nur kurzfristig auftretende Fehler anzeigt, sondern auch Prognosen zulässt.

Die Analyse der vorhandenen IT-Strukturen und -Komponenten ist ein wichtiger Schritt hin zu einem effizienten Betrieb. Schwachstellen werden erkannt, Risiken gesenkt und die IT-Mannschaft des Unternehmens wird maßgeblich entlastet. Ebenso wichtig wie die Analyse ist eine Art Kommandobrücke für die einzelnen Komponenten, idealerweise konsolidiert auf einer zentralen Oberfläche. Im Idealfall erlaubt dieses Tool ein technologieübergreifendes Monitoring ganzheitlicher Geschäftsprozesse inklusive eines granularen Monitorings einzelner Module, Prozesse und Services. Dem Spezialisten im Systemhaus sollten damit möglichst alle Verfügbarkeiten, Ausfälle und Fehlerraten dargestellt werden. Eine intelligente Alarmierung ist speziell auf die Bedürfnisse von mittelständischen Unternehmen abgestimmt; sie ermöglicht es durch einen umfassenden Service, der unter anderem Support, Einrichtung, Installation und Wartung einschließt, schnell in Aktion zu treten und geeignete Maßnahmen gemeinsam mit dem Unternehmen zu treffen.