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Gebrauchtsoftware: Wie IT-Fachhändler und Systemhäuser profitieren können

Der Handel mit gebrauchter Software muss als die kostengünstigere Alternative zu Neulizenzen noch immer um Akzeptanz buhlen. Vor allem SaaS-Lösungen lassen das Thema Secondhand überholt erscheinen. Stefan Buschkühler von Relicense nimmt fünf Vorurteile gegenüber Gebrauchtsoftware unter die Lupe.

Schmuckbild Übergabe Staffelstab Bildquelle: © William Perugini - shutterstock.com

Gebrauchtsoftware wird von Seiten der Unternehmen immer stärker nachfragt – vor allem wegen seines hohen Einsparpotentials. Der Handel mit Zweitlizenzen verspricht auch Resellern Umsatzchancen und Deckungsbeiträge. Allerdings wird dieses Softwaresegment erst von wenigen IT-Fachhändlern und Systemhäusern stringent bedient. Reseller, die sich mit dem Verkauf gebrauchter Software auseinandersetzen, müssen sich auch mit den Vorurteilen, die sich um das Thema Gebrauchtsoftware ranken, auseinandersetzen.
 
Erstes Vorurteil: Der Handel mit gebrauchter Software ist rechtlich angreifbar
Tatsächlich ist der Handel rechtskonform – der An- und Verkauf ist in Europa klar geregelt und sowohl durch den EuGH wie auch den BGH bestätigt. Wichtig ist, dass sich der Weg der Gebrauchtsoftware lückenlos nachvollziehen lässt – anhand einer kompletten Dokumentation.
 
Zweites Vorurteil: Software-Hersteller sanktionieren den Handel von Gebrauchtlizenzen
Hier ist festzustellen, dass die Hersteller dem Handel mit legalen Gebrauchtlizenzen keine Steine in den Weg legen. Die Relicense AG beispielsweise meldet Herstellern wie Microsoft jedoch freiwillig jede Transaktion.
 
Drittes Vorurteil: Bei Gebrauchtlizenzen handelt es sich um Software zweiter Klasse
Gebrauchtlizenzen verschleißen nicht wie beispielsweise Autos. Sie sind genauso funktional wie neu erworbene Ware und bieten dieselben Vorteile wie klassische On-Premises-Lizenzen, nur bei wesentlich niedrigeren Kosten.
 
Viertes Vorurteil: Für gebrauchte Softwarelizenzen werden keine Patches und Sicherheitsupdates zur Verfügung gestellt
Die Versorgung mit Updates ist selbstverständlich bis zum offiziellen End-of-Life gewährleistet.
 
Fünftes Vorurteil: Die Lizenzübertragung ist so intransparent, dass für Zweitnutzer keine Rechtssicherheit besteht
Reseller müssen sich um die Lizenzübertragung nicht kümmern, sondern können diese in die Hände eines spezialisierten Partners legen. Er garantiert letztendlich die Rechtskonformität und Transparenz gegenüber allen beteiligten Parteien.
 
Tipps für das Business mit Gebrauchtsoftware
Unternehmen, die hören, dass sie bei ihrem IT-Budget sparen können, stehen Beratungsgesprächen offen gegenüber. Im Erstgespräch lassen sich die Vorteile gebrauchter Software anhand von Beispielen plastisch vor Augen führen:

  • Gebrauchtsoftware eignet sich für Unternehmen jeder Größe. Zudem ist der Einstieg in Gebrauchtsoftware jederzeit möglich. Unternehmen müssen nicht auf das Auslaufen ihrer Lizenzen warten.
  • Reseller sollten Businesskunden aufzeigen, bei welchen Softwareversionen sich gerade mit gebrauchten Lizenzen Einsparpotential generieren lässt.
  • Ein Argument für ältere Versionen ist, dass sie ausgereifter sind, ihre Plattform stabiler und daher auch mit einer größeren Anzahl von Anwendungen kompatibel ist.
  • Überzeugend sind konkrete Rechenbeispiele, die plakativ das Einsparpotential für Unternehmen zeigen. Bei einem Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitern lassen sich mitunter Zehntausende Euro pro Jahr einsparen, wenn beipsielsweise nur 200 Mitarbeiter mit der neuesten Version ausgestattet werden und die übrigen Mitarbeiter mit einer älteren Version oder mit gebrauchten Lizenzen arbeiten.

Der Handel mit Gebrauchtsoftware birgt, wenn alle Beteiligten die Prozesse beim An- und Verkauf beachten, letztlich nur Vorteile. Allein das Thema Einsparpotential lässt Unternehmen aufhorchen.

Stefan Buschkühler ist Director Business Development und einer der Mitgründer der Relicense AG