Sie sind hier: Home

Online-Handel: Französische Online-Marktplätze als attraktiver Partner

Laut Postnord kauften 2018 rund 270 Millionen Europäer regelmäßig online ein. Das ist für Online-Händler ein Grund zur Freude. Doch müssen sie sich mit Trends im E-Commerce auseinandersetzen, um auf dem Markt mithalten zu können. Einer der Trends ist der grenzüberschreitende Online-Handel.

Online Shopping Bildquelle: © Andriy Popov - 123RF

Trotz der großen Chancen, die der Cross-Border-E-Commerce deutschen Online-Händlern bietet, sind sich viele über den Schritt ins Ausland unsicher. Grund dafür sind häufig die Herausforderungen, die mit der Expansion über die eigenen Landesgrenzen einhergehen. Darunter die richtige Vermarktung der Produkte, sprachliche Barrieren oder die Logistik. Es gibt allerdings eine einfache Lösung, um den häufig unbegründeten Sorgen zu begegnen und den Weg in den französischen E-Commerce-Markt zu ebnen: Online-Marktplätze erleichtern den Schritt ins Nachbarland und unterstützen deutsche Online-Händler bei der Umsatzsteigerung.

Frankreichs Online-Markt: mit an der europäischen Spitze

Der französische Online-Markt bietet deutschen Online-Händlern verlockende Möglichkeiten, allein schon deshalb, weil dieser zu den größten in Europa gehört. So wurden hier laut Statista 2017 knapp 82 Milliarden Euro umgesetzt. Damit belegt er Platz drei im europäischen Vergleich – nur in Großbritannien (Statista: rund 145 Mrd.) und Deutschland (Ecommerce News Europe: etwa 85 Mrd.) liegen die Umsätze noch höher. Weltweit belegt Frankreich Platz sechs auf der Liste der umsatzstärksten Online-Märkte. Knapp drei Viertel der Franzosen gingen 2017 laut des Landesreports der Ecommerce Foundation im Internet shoppen. Dabei gab jeder Kunde im Schnitt innerhalb eines Jahres knapp 2.000 Euro beim Online-Shopping aus. Eine Begeisterung für den E-Commerce, die auch deutsche Online-Händler nutzen sollten.

Marktplätze als Erfolgsfaktor

Wagt sich ein deutscher Händler auf den französischen Online-Markt, stellt sich die Frage: Wo sollen die eigenen Produkte am besten angeboten werden? Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen geht dies über den eigenen Online-Shop. In diesem Fall müssen allerdings alle Aufgaben hinsichtlich Logistik, Retouren-Abwicklungen sowie fremdsprachigem Kundenservice zumeist komplett vom Verkäufer übernommen werden. Demnach ist diese Option eher erfahrenen Cross-Border-Sellern zu empfehlen.
Zum anderen haben Online-Händler die Möglichkeit, über einen Online-Marktplatz ihre Waren anzubieten, was den Einstieg in den Cross-Border-Commerce deutlich erleichtert und sehr schnell eine hohe Reichweite ermöglicht. Gerade für den Verkauf in Frankreich sollten heimische Markplätze in Betracht gezogen werden, da sie landesweit sehr gut vernetzt sind. So bietet beispielsweise Cdiscount auf seinem Online-Marktplatz ein umfangreiches Sortiment von Elektronik über Haushaltsgeräte und Möbel bis hin zu DIY-Produkten und Mode an. Mit neun Millionen Kunden und mehr als 20 Millionen monatlichen Besuchern steht der Online-Marktplatz an der Spitze der französischen Anbieter.

Ein weiterer Vorteil gegenüber dem eigenen Webshop: Deutsche Online-Händler müssen nicht die gesamte eigene Website auf französisch umstellen – stattdessen können sie ganz einfach in das vorhandene Shop-System einsteigen, wodurch sie sich eine Menge Zeit und Geld sparen. Auch die Reichweite gegenüber einem eigenen Shop ist ein deutlicher Pluspunkt: mit wenig Aufwand können Händler eine große Masse an potentiellen Kunden erreichen. Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen ist das eine Chance, Produkte schnell und erfolgreich zu verkaufen.

Online-Händler, die außerdem Lagerung und Versand ihrer Waren an den Online-Marktplatz abgeben möchten, sollten darauf achten, dass dieser einen Fulfillment-Service anbietet. So können sie vom logistischen Know-how für die Verwaltung des Lagerbestands, Retouren-Management und Unterstützung bei der Kundenbeziehung profitieren. Auch die örtliche Nähe zu Frankreich und damit verbunden die kurzen Transportwege sind für deutsche Online-Händler ein weiterer Pluspunkt. So gelingt etwa die Zusammenarbeit mit französischen Fulfillment-Lagerhäusern deutlich schneller und einfacher als dies zu anderen großen E-Commerce-Märkten der Fall wäre. Werden die Produkte etwa direkt aus einem Fulfillment-Center verschickt, kann die Lieferung aufgrund des landesweiten Netzwerks bereits innerhalb eines Tages beim Kunden erfolgen. 

Tjhomas Roelens von Cdiscount Bildquelle: © Cdiscount

Thomas Roelens, Head of Partnerships bei Cdiscount

Der europäische Binnenmarkt legt den Grundstein

Dank des EU-Binnenmarkts, der den grenzüberschreitenden Handel innerhalb der Europäischen Union klar vereinfacht, haben es deutsche Online-Händler zusätzlich sehr leicht, Produkte nach Frankreich zu verkaufen. Trotzdem gibt es auch hier ein paar Punkte zu beachten wie beispielsweise die sogenannte Lieferschwelle: Verkauft ein deutscher Händler Waren nach Frankreich im Wert von unter 35.000 Euro, so muss er die dafür anfallende Umsatzsteuer lediglich in Deutschland abführen. Überschreitet er allerdings diese Grenze, muss er sich steuerlich in Frankreich registrieren, um dort entsprechende Umsatzsteuern zu zahlen.

Da diese teils vage Regelung für viele Online-Händler ein Hindernis für den grenzüberschreitenden Handel darstellt, hat die europäische Kommission im Januar 2019 neue Regeln für Umsatzsteuern innerhalb der EU erlassen. Sie sollen Online-Händler zukünftig dabei helfen, die Vorteile des EU-Binnenmarkts noch besser nutzen zu können. Geplant ist, dass Händler ihre Verkäufe lediglich an eine Online-Plattform melden müssen, die von der Finanzbehörde des entsprechenden Mitgliedsstaates geleitet wird. Die neue Regelung, die ab dem 1. Januar 2021 in Kraft tritt, soll besonders kleinen Händlern helfen. Bereits ab dem 1. Oktober 2020 können Unternehmen sich für die neue Regelung im jeweiligen Mitgliedsland registrieren lassen.

Der Expansion steht (fast) nichts mehr im Wege!

Die Nähe zu Deutschland, der unkomplizierte Handel dank des EU-Binnenmarkts und der Jahresumsatz des französischen Online-Markts machen den Schritt ins Nachbarland so verlockend. Französische Online-Marktplätze sind dabei vor allem für Neulinge auf dem grenzüberschreitenden Online-Markt eine große Unterstützung, da sie vieles vereinfachen und den Zugang zur Kundschaft des Nachbarlandes deutlich erleichtern. Eine möglichst unkomplizierte Registrierung, günstige und transparente Tarife sowie zusätzliche Leistungen wie Fulfillment-Services sollten bei der Wahl des Anbieters stets in Betracht gezogen werden.

Während die Grundlagen für den Verkauf über einen französischen Online-Marktplatz zunächst sehr leicht einzuhalten sind, kommt es im nächsten Schritt auf die Details beim Verkauf an. Denn um im Nachbarland wirklich erfolgreich zu sein, sollten sich künftige Cross-Border-Verkäufer genauer mit der französischen Kundschaft auseinandersetzen.