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Cloud-Computing: Wie sich der Channel-Markt durch die Cloud verändert

Im Zuge komplexer Cloud-Ecosysteme wandelt sich die Zusammenarbeit zwischen Software-Herstellern und Systemintegratoren sowie IT-Häusern. Kommunikation und eine "menschliche Schnittstelle" in Gestalt eines Partner-Managers kann hier hilfreich sein. Ein Kommentar von Jochen Chaloupka von Talend.

Cloud Channel Bildquelle: © everythingpossible / 123rf

Immer mehr Anwendungen und IT-Ressourcen sind im as-a-Service-Modell aus der Cloud verfügbar. Auch Deutschland holt auf: In der Studie „Multi-Cloud in deutschen Unternehmen“ berichten die Analysten von IDC, dass 68 Prozent der Unternehmen bereits Cloud-Services für mehrere Workloads verwenden. Darüber hinaus haben 90 Prozent der Befragten bereits eine Cloud-Strategie definiert. Die Cloud ist also auch für deutsche Unternehmen zu einem festen Teil der IT-Strategie geworden. Damit stellt sich die Frage, wie Software-Hersteller und Systemhäuser oder andere Channel-Partner ihre Vertriebs- und Produktstrategie anpassen müssen.
 
Self-Service-Lösungen benötigen Training
Die gute Nachricht für Systemhäuser ist, dass die Unternehmenskunden auch weiterhin Lösungspartner benötigen. Durch die Cloud haben sich jedoch einige Parameter in der Zusammenarbeit geändert. So sind Unternehmen heute öfters in der Lage, den IT-Betrieb zum Beispiel von einfachen Office-Umgebungen mithilfe von Cloud-Komponenten selbst aufrechtzuerhalten. Dafür wird also tatsächlich kein externer Berater mehr benötigt. Jedoch steht hinter jedem größeren Cloud-Vorhaben auch ein Change-Projekt. Für Mitarbeiter in den Fachabteilungen ändert sich durch eine Cloud-Integration die Arbeitsweise, da sie mehr und mehr Dienste im Self-Service abrufen sollen. Diese neue Freiheit verlangt nach Training im Umgang mit der neuen Technologie und einer neuen Mentalität am Arbeitsplatz, nämlich sich selbst stärker zu organisieren und die neuen Möglichkeiten auszuschöpfen. Für externe Berater ergeben sich hier viele Chancen, über Trainings und Workshops die interne IT-Reife der Kunden zu steigern und somit neue Angebote zu etablieren und damit am Cloud-Boom teilzuhaben.

Talend Cloud Channel Bildquelle: © Talend

Jochen Chaloupka ist Senior Partner-Manager bei Talend

Den Überblick behalten
An den Anfragen, die Systemhäuser von Unternehmen erhalten, spüren sie oftmals selbst, wie sich die Anforderungen ändern. In einer Cloud-Infrastruktur werden mehr und mehr übergreifende Spezialisten gesucht, die sich in mehreren Technologien auskennen. Denn: Die großen Cloud-Anbieter liefern zwar Infrastruktur auf Mausklick, jedoch in der Regel nicht die notwendige Integration in die bestehende IT-Landschaft. Was solche Projekte in der Praxis so aufwändig macht, ist der Technologie-Zoo, den viele Unternehmen einsetzen. Immer häufiger sind Multi-Cloud-Projekte anzutreffen, in denen kommerzielle und Open Source-Technologien verwendet werden. Für Systemhäuser ist es daher wichtig, mit den Herstellern dieser Produkte und Technologien einen kontinuierlichen Austausch zu pflegen, mit dem Ziel, gemeinsame Projekte für den Kunden durchzuführen.
 
Cloud schafft mehr Möglichkeiten
Zwar soll die Cloud eigentlich den Umgang mit IT-Systemen vereinfachen. In der Praxis erhöhen Cloud-Projekte aus Sicht der IT-Experten zunächst den Projektumfang. Sei es, weil mit der Cloud neue Technologien in die IT Einzug halten oder weil damit plötzlich vollkommen neue Geschäftsmodelle realisierbar sind. Diese neue Komplexität ist es letztlich, die eine große Chance für Systemhäuser darstellt und die dafür sorgt, dass auch im Cloud-Zeitalter weiterhin externes Know-how notwendig ist.
 
Für die Systemhäuser besteht die Herausforderung darin, aus den vielen neuen Projekten rund um die Cloud neue Lösungen zu entwickeln, die einen hohen Grad an Wiederverwendung erlauben. Idealerweise entwickelt man eine Lösung nach dem 80:20-Prinzip, bei der also 80 Prozent einer neuen Anwendung aus bereits vorhandenen Komponenten besteht, während die übrigen 20 Prozent genutzt werden, um die individuellen Anforderungen des Kunden umzusetzen.
 
In Zusammenarbeit zwischen einem Systemnhaus und dessen Partnern sollen Lösungen entstehen, die beispielsweise Branchenanforderungen abdecken oder immer wiederkehrende Integrationsszenarien in Big-Data-Projekte umfassen. Wichtigste Komponente hierbei: der Partner-Manager. Dieser übernimmt die Kommunikation zwischen Hersteller und Systemintegrator und sollte auf beiden Seiten besetzt sein. Idealerweise verfügt ein Partner-Manager über einen tiefgehenden technischen Hintergrund, ist aber auch in der Lage über den berühmten Tellerrand zu blicken, muss also auch dazu beitragen, eine kommerziell erfolgreiche Lösung zu entwickeln.