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Edge Computing: Edge Computing als Chance für Reseller

Edge Computing ist eine Zukunftstechnologie, deren Bedeutung im Zuge der Digitalisierung noch zunehmen wird. Im Gegensatz zu einem klassischen Cloud-Datacenter kann eine hybride Cloud-Infrastruktur schnell und flexibel um neue Edge-Endpunkte erweitert werden. Hier liegt die Chance für Reseller.

Cloud Bildquelle: © Schneider Electric

Die zentralisierte IT-Infrastruktur von klassischen Cloud-Rechenzentren befindet sich mitten in einem strukturellen Wandel. Um die Latenzzeit und Übertragungsgeschwindigkeit zu verbessern, geht der Trend hin zum Edge Computing. Dabei werden dem eigentlichen Cloud-Rechenzentrum kleinere Standorte geografisch vorgelagert und somit näher zum Anwender beziehungsweise zum IoT-Gerät   (Internet of Things) gebracht. Dieser modulare Ansatz trägt maßgeblich dazu bei, dass die IT-Infrastruktur eines Unternehmens schnell und ohne längere Planungsphasen erweitert werden kann. Es kann bereits davon ausgegangen werden, dass dank der Industrie 4.0 sowie der anhaltend starken Zunahme von IoT-Geräten dem Edge Computing die Zukunft gehört.

Diese Abkehr von der klassischen Cloud-Architektur mit ihrem zentralisierten Aufbau hin zur dezentralen hybriden Cloud-Lösung bietet margenträchtige Möglichkeiten für den Fachhandel, wie ein direkter Vergleich zeigt.

Errichtet beispielsweise ein Telco-Provider ein neues Cloud-Datacenter oder baut ein vorhandenes aus, wird er die technische Umsetzung häufig in die eigene Hand nehmen und in den meisten Fällen auf günstige Build-To-Suit-Lösungen zurückgreifen. Da entsprechende Vorhaben oft ein hohes Projektvolumen umfassen, besteht für große Unternehmen die Möglichkeit, direkt mit den Herstellern der benötigten IT-Technik zu kooperieren. In beiden Szenarien bleiben kleinere mittelständische Fachhändler außen vor.

Anders sieht es beim Aufbau einer Edge-Infrastruktur im industriellen Umfeld aus: Ein Edge-Endpunkt muss nicht zwangsläufig ein komplettes Rechenzentrum inklusive der damit verbundenen komplexen Infrastruktur umfassen, sondern kann auch aus einem einzelnen Micro-Datacenter, IoT-Gateway oder auch einem herkömmlichen PC bestehen. Da das finanzielle Volumen dabei deutlich geringer ausfällt als bei einem Cloud-Rechenzentrum, ist eine Umsetzung für die Hersteller der IT-Technik meist nicht relevant. Bei mittelständischen Unternehmen entfällt dazu, mangels personeller Kapazitäten, die Fähigkeit und das Interesse, solche Projekte selbst umzusetzen. Weiterhin ist eine Edge-Struktur kein statisches Gebilde, sondern hoch skalierbar. Die Edge wächst quasi mit den Anforderungen der Unternehmen mit und eröffnet somit für ITK-Partner, auch langfristig, völlig neue Möglichkeiten.

Karin Hernik ist Channel und Partner Team Manager bei Schneider Electric