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Plagiarius 2018: Produktfälscher "ausgezeichnet"

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Zahlen zur Produkt- und Markenpiraterie

Produkt- und Markenpiraterie wird häufig als harmloses Kavaliersdelikt abgetan. Dabei sprechen die Zahlen für sich. Allein 2016 haben die EU-Zollbehörden laut EU-Kommission mehr als 41 Mio. rechtsverletzende Produkte im Wert von 670 Mio. Euro an den EU-Außengrenzen beschlagnahmt. China ist zwar einerseits Herkunftsland Nr. 1 für Fälschungen, gleichzeitig entwickeln sich aber immer mehr chinesische Firmen von der verlängerten Werkbank des Westens hin zu ernsthaften Mitbewerbern auf den Weltmärkten. Hinzu kommt: In Auftrag gegeben beziehungsweise vertrieben werden die Nachahmungen häufig in Industrieländern. Oftmals von ideenarmen Mitbewerbern oder aber ehemaligen Produktions- beziehungsweise Vertriebspartnern. Für eine bestmögliche Abwehr von Produkt- und Markenpiraterie rät die Aktion Plagiarius, Firmen auf eine ganzheitliche Strategie aus juristischen, organisatorischen und technischen Maßnahmen zu setzen.

 Nachgemachte Waren sind mittlerweile in allen Preis- und Qualitätsabstufungen erhältlich, von gefährlichen Billigfälschungen bis hin zu qualitativ hochwertigen Plagiaten, die dann aber kaum günstiger als das Originalprodukt sind. Die Ausprägungen reichen von verunreinigten Parfums und Kosmetika, minderwertiger Unterhaltungselektronik und gepanschten Lebensmitteln über nachgemachte Schneid- und Haushaltwaren, Sanitärprodukte, Kinderspielzeug, Werkzeuge bis hin zu unsicheren Motorsägen und Autofelgen oder gar falsch dosierten Medikamenten und nicht funktionierenden medizintechnischen Produkten wie Notfallbeatmungsgeräten.