Next-Generation-Networks

Wohin soll die Reise gehen?

17. Juni 2011, 12:11 Uhr | Claudia Rayling, funkschau-Redaktion | Kommentar(e)
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Steigende Bandbreitenanforderungen zwingen die Netze in die Knie. Ein Ende des Datenhungers ist nicht in Sicht. Dementsprechend können Überlastungseffekte kaum durch schnelles Nachbessern beseitigt werden. Eine langfristige Lösung ist gefragt – unter Beachtung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Jürgen Kirchmann, Regional-Director Dach bei Extreme Networks.
Jürgen Kirchmann, Regional-Director Dach bei Extreme Networks.
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Auch die Netze der Zukunft kennen Grenzen, physikalischer und informationstheoretischer Art. Was kann gehen, was muss kommen? Und wie reagieren die Anbieter auf den technischen Wandel? Experten haben uns ihre Zukunftvision skizziert.

Der Abschied von dedizierten Netzwerken

Jürgen Kirchmann, Extreme Networks: „Mobilität ist die treibende Kraft für das Netzwerk der Zukunft. Denn Mobilität verändert die Erwartungen der Anwender an die IT und an die Verfügbarkeit von Informationen. Und Netzwerke als Kernbestandteil der modernen Infrastruktur müssen sich verändern, um diesen neuen Anforderungen in Zukunft zu genügen. Das Netzwerk wird zunehmend eine integrative Aufgabe übernehmen. Das bedeutet, es muss Geräte, Dienste und virtualisierte Anwendungen jederzeit sicher und verfügbar bereitstellen. Gleichzeitig besteht die Herausforderung darin, den Aufwand für Betrieb und Wartung zu minimieren.

In Zukunft gilt es, immer mehr virtualisierte Server und Anwendungen, skalierbare Speichernetze auf Basis von Ethernet sowie Sprache und Video optimal in die bestehende IT-Infrastruktur einzubinden. Das bedeutet, dass die eingesetzten Netze modernisiert und auf eine zentrale Schicht reduziert werden müssen. In diesem Zug werden auch die klassischen Grenzen zwischen LAN und WAN immer mehr verschwinden. Denn Techniken wie Cloud-Computing tragen dazu bei, dass die Zahl dedizierter Netzwerkregionen sinkt.

Netzwerke müssen aber auch intelligenter werden. Als intelligente Schaltzentrale wird hier dem Netzwerkbetriebssystem eine tragende Rolle zukommen. Um die zukünftigen Anforderungen erfüllen zu können, muss es modular sein und einheitlich im gesamten Netzwerk zum Einsatz kommen. Offene Schnittstellen müssen individuelle Anpassungen, Personalisierungen, Sicherheit und Automatisierung ermöglichen.

Die Veränderung der Netze wird schrittweise erfolgen. Zuerst steigt die Intelligenz am Rand des konvergenten drahtgebundenen und drahtlosen Unternehmensnetzes. Dabei erlangen Unternehmen immer mehr Erkenntnisse über einzelne User und virtuelle Maschinen. Das führt zu intelligenteren Netzen, die einfacher zu kontrollieren sind und den Endanwendern eine weitgehend nahtlose Nutzererfahrung ermöglichen – aus dem Netzwerk über die Cloud bis hin zu mobilen 3G- und 4G-Mobilfunknetzen.

Der Schlüssel zum Erfolg des Netzwerks der Zukunft wird sein, alle Benutzer kostenoptimiert, zu jeder Zeit, an jedem Ort, performant, unterbrechungsfrei und sicher auf alle benötigten Daten und Dienste zugreifen zu lassen.“


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