Breitband

Wachsender mobiler Breitbandbedarf verlangt geeignete Frequenzen

8. Mai 2012, 10:52 Uhr | Claudia Rayling | Kommentar(e)
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Aufgrund der Dynamik mobiler breitbandiger Internetdienste sollen bisherige GSM-Frequenzen künftig auch für Breitbandanwendungen genutzt werden.

Die Bundesnetzagentur hat jetzt ein Diskussionspapier zur zukünftigen Nutzung der Mobilfunkfrequenzen veröffentlich. Demnach sollen ab dem 1. Januar 2017 auch die Frequenzen im Bereich von 900 MHz und 1.800 MHz für funkgestützte schnelle Internetanschlüsse zur Verfügung stehen. Zurzeit werden die Frequenzen intensiv für die GSM-Anwendungen Sprachtelefonie und SMS von den vier Mobilfunkbetreibern Telekom, Telefónica, Vodafone und E-Plus genutzt.

„Der Mobilfunkmarkt zeigt ein starkes Wachstum, eine breite Angebotsvielfalt und einen nachhaltigen Wettbewerb zugunsten der Verbraucher. Das Aufkommen von Sprachtelefonie und Kurznachrichten wächst weiterhin auf hohem Niveau. Gleichzeitig nimmt der Datenverkehr im Mobilfunk enorm zu. 2011 wurde die Schwelle von 100 Millionen GByte mobil übertragener Daten zwar noch nicht überschritten, allerdings hat sich in den letzten zwei Jahren das Datenvolumen fast verdreifacht. Treiber für die steigende Nachfrage nach mobilen Datendiensten sind insbesondere neue multimediale Endgeräte, Cloud-Computing, Videostreams, mobile Software-Anwendungen und die mobile Nutzung sozialer Netzwerke“, erläutert Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

„Die enorme Dynamik mobiler breitbandiger Internetdienste zeigt, dass ein wachsender Bedarf nach geeigneten Frequenzen für einen verstärkten Ausbau der Breitbandnetze besteht. Die Breitbandstrategie der Bundesregierung setzt ambitionierte Ziele für 2014 und 2018. Diese werden nur mit dem Markt erreichbar sein. Um die zukünftige Entwicklung von Markt und Technologien richtig abzuschätzen, laden wir alle interessierten Kreise ein, Tatsachen und Prognosen zu kurz-, mittel- und langfristigen Entwicklungen im Bereich des drahtlosen Netzzugangs vorzubringen und Einschätzungen zu adäquaten Frequenzausstattungen vorzunehmen“, sagte Homann.

Um der interessierten Öffentlichkeit die Gelegenheit zu einzuräumen, sich so früh wie möglich an der Gestaltung des Verfahrens über die Bereitstellung der 900 MHz- und 1.800 MHz-Frequenzen zu beteiligen, wurden bereits im vergangenen Jahr erste Eckpunkte veröffentlicht. Zudem hat die Bundesnetzagentur ein Bedarfsermittlungsverfahren eingeleitet.

Das Diskussionspapier sowie ein Fragenkatalog zu Fakten und Einschätzungen sind auf der Internetseite der Bundesnetzagentur veröffentlich. Alle Interessierten können bis zum 3. Juli 2012 Stellung nehmen.


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