ROI von Glasfaser-Breitbandverbindungen

Unterm Strich gut aufgestellt

27. Januar 2022, 7:30 Uhr | Autor: Tobias Schubert / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)
Bilanz Glasfaser
© kornkasame / 123rf

Zugang zu Breitbandinternet ist mittlerweile essenziell. Die Anstrengungen allerdings, die es braucht, um alle an schnelles Internet anzubinden, sind groß. Wie also sollten Netze aufgebaut werden, um eine flächendeckende Anbindung sicherzustellen? Eine gute Voraussetzung bieten Glasfasernetze.

Viele Anwendungen benötigen heutzutage hohe Kapazitäten und Übertraungsgeschwindigkeiten. Glasfasernetze können diese speziellen Anforderungen wie keine andere Technologie erfüllen. Sie sind skalierbar und haben eine Nutzungsdauer, die weit über die vergleichbarer Kupfer- oder Funktechnologien hinausgeht. Bevor sich CSPs (Communications Service Provider) damit befassen, wie sich die Kapitalrendite (Return on Investment, ROI) insgesamt beeinflussen lässt, sollten sie ihre Erwartungen in Bezug auf die Zeit bis zur Amortisation ihrer Investition hinterfragen. Ein Kernnetz aus Glasfaser versetzt Telekommunikationsanbieter und Gemeinden in die Lage, die Herausforderung zu meistern, Ultra-Breitband-Kapazitäten sowohl für Fest- als auch für Mobilfunknetze bereitzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind beträchtliche Investitionen erforderlich. Mit der richtigen Planung lässt sich jedoch die Rendite dieser Investition maximieren und Kunden und Einwohnern das Breitbandnetz zur Verfügung stellen, das heute und in Zukunft benötigt wird.

Einmal bauen, langfristig nutzen

Wenn Gemeinden und Netzbetreiber die Netze für die Zukunft planen, ist es ratsam, auf Erfahrungen der letzten Jahre und Jahrzehnte zurückzugreifen. Eine Lehre aus den letzten Jahren ist beispielsweise der „Build-it-once“-Ansatz. Das Letzte, was CSPs tun wollen, ist ein Kommunikationsnetz aufbauen, um dann drei, fünf oder 20 Jahre später festzustellen, dass erhebliche Investitionen nötig sind, um mit Kundenanforderungen Schritt zu halten. Doch in der Vergangenheit wurden Netze eben auf diese Weise aufgebaut. Das Endergebnis war oft ein Flickenteppich aus verschiedenen Technologien – von Kupfer über Koaxial für private Haushalte sowie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), ergänzt durch Glasfasernetze, die große Konzerne und Großkunden versorgen. Hinzu kommt, dass Netzbetreiber auf eine Kombination von Mobilfunk und festen Netzen setzen. Diese gemischten Netze sind teuer in Betrieb und Wartung, denn jede Technologie hat ihre eigenen Anforderungen und Anfälligkeiten.

Die Gesamtkosten eines Aufbaus werden stark durch den Installationsaufwand beeinflusst, der bis zu 60 Prozent der Kosten ausmachen kann. Ein Netz, das nur wenig bis gar keine neuen Außenanlagen zur Erweiterung oder Aufrüstung erfordert, minimiert daher die Gesamtbetriebskosten. Um einen besseren ROI zu erzielen, ist es ebenfalls ratsam, eine Strategie zum Aufbau eines Glasfaser-Kernnetzes zu implementieren, die verschiedene Anwendungen ermöglicht. Während sich die Glasfasertechnologien weiterentwickeln – zum Beispiel XGS-PON oder NG-PON2 – bleibt die Glasfaserinfrastruktur, auf der sie laufen, weitgehend unverändert. Der Aufbau eines Glasfasernetzes gibt CSPs die Möglichkeit, die Anforderungen ihrer Kunden – Privatkunden, KMUs, Unternehmen und Mobilfunk – in einem einzigen, einheitlichen Netz zu bündeln. Dadurch vervielfachen sich die Einnahmemodelle, was wiederum zu einem verbesserten ROI führt.

Der „Build-it-once“-Ansatz erstreckt sich auch auf die mobile Nachfrage und Smart Cities: Wenn Gemeinden sicherstellen wollen, dass sie an der 5G-Zukunft teilhaben, ist ein Glasfasernetz nicht nur wünschenswert, sondern maßgeblich erforderlich. Mit Glasfaser betriebene Small Cells werden sowohl 5G als auch Wi-Fi versorgen und so ein drahtloses Ultrabreitband-Erlebnis ermöglichen. Die Millionen von Sensoren, die benötigt werden, um Smart Cities zu verwirklichen, benötigen Glasfaserverbindungen, um richtig zu funktionieren.

Die Wahl ist klar: ein Netz als Grundlage für alles, was die Zukunft noch an Herausforderungen bringt. Einmal aufbauen und langfristig nutzen. Ob es sich um die Nutzung von WDM (Wave-Division Multiplexing) in einem OTN-Segment (Optical Transport Network) für den Einsatz von 5G handelt, oder um den Einsatz von NG-PON2, um die steigenden Anforderungen von Privathaushalten, KMUs oder Unternehmen zu erfüllen – Telekommunikationsanbieter können ihre Umsatzchancen mit einem glasfaserbasierten Kernnetz maximieren. Beim Verfolgen einer Glasfaser-Breitbandstrategie gibt es mehrere Faktoren, die den ROI verbessern können. Zu den wichtigsten Strategien gehören die Nutzung bereits vorhandener Ressourcen und die Berücksichtigung aller Optionen für das Netzdesign. Wenn die Minimierung der Investitionskosten ein Hauptanliegen ist, kann auch eine „Lean-Fiber“-Architektur eine Option sein.


  1. Unterm Strich gut aufgestellt
  2. Vorhandene Ressourcen nutzen
  3. Hintergrund: Realistische Return-on-Investment-Zeiträume

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