Gastkommentar

Richtiger Zeitpunkt & gute Allokation sind die Treiber für den erfolgreichen Glasfaserausbau

18. April 2012, 10:25 Uhr | Hai Cheng, CCO Versatel | Kommentar(e)
Hai Cheng, CCO Versatel
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Es wird zunehmend enger auf den deutschen Datenautobahnen. Im vergangenen Jahr wurde nach Schätzungen des VATM ein stattliches Datenvolumen von 4,3 Milliarden Gigabyte durch die Festnetze geschleust. Dies entspricht einem jährlichen Transfer von durchschnittlich zwölf Gigabyte pro Breitbandanschluss. Man muss weder ein ausgewiesener Branchenkenner noch prophetisch veranlagt sein, um zu erkennen, dass die übertragene Datenmenge in den nächsten fünf Jahren exorbitant steigen wird.

Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass auf Seiten der (kommunalen) Politik, aber auch bei den Netzbetreibern noch einmal grundsätzlich über das Für und Wider eines verstärkten Ausbaus der bestehenden glasfaserbasierten Infrastrukturen nachgedacht wird. Selbst im Privatkundenbereich, wo FTTB- oder FTTH-Projekte lange Zeit als wirtschaftlich nicht tragfähiges "Groschengrab" galten, räumen inzwischen viele Experten direkten Glasfaseranschlüssen gute Realisierungs- und Renditechancen ein - wenn die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen passen.

Im B2B-Segment sind direkte Anschlüsse via Glasfaser schon längst bewährte Praxis. Ein Teilaspekt dieser Gesamtentwicklung ist jedoch jüngeren Datums: Waren diese breitbandigen Anbindungen in der Vergangenheit eher Großkunden vorbehalten, erreicht diese Access-Variante jetzt zunehmend den Mittelstand - und dies nicht nur bei den 'üblichen Verdächtigen‘ wie zum Beispiel Medienagenturen oder Online-Dienstleister, sondern in nahezu allen Branchen.

Tatsächlich haben sich die Breitbandanforderungen auch der mittelständischen Kunden drastisch verändert. So steigt beispielsweise die Anzahl von Heimarbeitsplätzen, die über ein IP-basiertes VPN mit dem internen Firmennetz verbunden sind, was wiederum zu einem erhöhten Datenverkehrsaufkommen führt. Ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Innovative Dienste aus den Bereichen Webinare, Collaboration und Cloud-Computing werden in den nächsten Jahren den Bandbreitenbedarf weiter in die Höhe treiben. Dazu passt, dass immer mehr Geschäftskunden dazu übergehen, breitbandige Dienste nicht mehr ausschließlich für die Sicherstellung der Basiskommunikation - beispielsweise über E-Mail oder Internet - sondern verstärkt auch für die Realisierung essentieller Produktions-, Überwachungs- oder Distributionsprozesse heranzuziehen. Das externe Glasfasernetz der Betreiber wird somit immer stärker in die internen Abläufe der Unternehmen integriert und ist in vielen Fällen bereits ein unverzichtbarer Bestandteil des individuellen Geschäftsmodells. Wichtig dabei ist die direkte Verfügbarkeit der Glasfaser für die Unternehmen. Nur wenn die Faser sinnvoll geplant und strategisch vorausschauend verlegt wurde, können Netzbetreiber hier wirtschaftlich interessante Angebote für Unternehmen abbilden.


  1. Richtiger Zeitpunkt & gute Allokation sind die Treiber für den erfolgreichen Glasfaserausbau
  2. Beim Umstieg auf Glasfaser zählt nicht nur die Bandbreite
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