LTE

LTE und die Zukunft

4. August 2011, 11:22 Uhr | Claudia Rayling, Redaktion funkschau | Kommentar(e)
Zoltan Bickel, Director LTE-Commercialisation bei Vodafone Deutschland.
Zoltan Bickel, Director LTE-Commercialisation bei Vodafone Deutschland.
© Vodafone

LTE ist die Gegenwart, mit LTE-Advanced steht sogar schon der Nachfolger in den Startlöchern. Doch ist der Mobilfunk der nächsten Generation zukunftsfähig?

funkschau sprach mit Zoltan Bickel, Director LTE-Commercialisation bei Vodafone Deutschland, über Gegenwart, Zukunft und Rendite des Geschäfts mit LTE.

funkschau: „Das mobile Internet ist genauso schnell, sicher und leistungsstark wie Kabelanschlüsse“, so die Aussage von Vodafone-CEO Friedrich Joussen. Aber eignen sich Mobilfunknetze als zukunftssichere Breitbandinfrastruktur?
Zoltan Bickel: Experten bestätigen, dass die Breitbandrepublik Deutschland auf einem guten Weg ist. Denn in diesen Monaten tragen die Mobilfunkunternehmen mit neuester Technik das Internet bis in den letzten Winkel der Republik. Vodafone Deutschland hat im Herbst 2010 die ersten LTE-Basisstationen angeschlossen und kann mittlerweile rund vier Millionen Haushalte mit LTE versorgen. Den Staat kostet das nichts, im Gegenteil: Bei der Frequenzauktion 2010 strich er sogar insgesamt 4,4 Milliarden Euro für die Funk-Lizenzen ein. Nun rollt Vodafone das LTE-Netz zuerst in dünn besiedelten Gebieten aus und schließt die digitale Kluft. Die Zukunft wird zeigen, dass LTE wie der Vorgänger UMTS eine rasante Entwicklung in der Flächenabdeckung nehmen wird. Ein Universaldienst per Glasfaser hingegen würde extrem teuer: Im ländlichen Raum verschlingt jeder Anschluss einige tausend Euro. Bezahlen müssten dies entweder die Steuerzahler oder die Telefonkunden.
Im Durchschnitt surfen Kunden heute mit 3 bis 6 MBit/s, nur ein Prozent nutzt Geschwindigkeiten von 50 MBit/s. Und selbst diese derzeit noch kaum genutzte Geschwindigkeit ist bereits seit Ende letzten Jahres über LTE für Vodafone-Kunden möglich, die niedrigste Geschwindigkeit liegt in der Regel je nach Standort bei mehr als 3 MBit/s. Bei steigenden Ansprüchen und wachsenden Nutzerzahlen lässt sich das LTE-Netz einfach aufrüsten, beispielsweise durch eine Verdichtung der Zellen. Zudem sind die heutigen Geschwindigkeiten nur der Anfang – mit LTE-Advanced steht bereits eine Verdopplung der maximalen Bandbreite vor der Tür. So ist die Zukunftssicherheit gewährleistet.
Fibre in jedem Haushalt ist unseres Erachtens keine intelligente Lösung. Wir plädieren für die Schaffung „digitaler Marktplätze“. Das bedeutet: Hohe Kapazitäten im Gigabit-Bereich werden bis an zentrale Punkte der Ortschaften gelegt. Die letzte Meile zum Endkunden kann dann per Mobilfunk drahtlos geschlossen werden. Die positiven Reaktionen der Kunden bestätigen uns dies übrigens.

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