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Breitbandausbau: Status Quo Breitbandausbau: Fehlende Regulierung, fehlende Grundlage für Investitionen

Das Interesse am Glasfaserausbau ist enorm – das belegten nicht zuletzt die rekordverdächtigen Besucherzahlen der FTTH Conference in Mailand. Und dennoch: Europa hinkt der Entwicklung hinterher.

Klaus Pollak, Head of Consulting & Projects bei Keymile. Bildquelle: © Keymile

Klaus Pollak, Head of Consulting & Projects bei Keymile.

Ein Kommentar von Klaus Pollak, Head of Consulting & Projects bei Keymile

 

„Der FTTH-Rollout in Europa geht langsamer voran als prognostiziert. Einer der Gründe hierfür liegt sicher in der anhaltenden wirtschaftlichen Belastung der europäischen Länder durch die Finanzkrise. Die Finanzierung und die Business-Cases von FTTH-Rollouts waren demzufolge auch ein wichtiges Thema auf der FTTH Conference.

Im europäischen Ranking der Zuwächse bei FTTH-Netzen hat sich insbesondere Portugal hervorgetan. Einige Länder wie die Türkei tauchen jetzt neu im Ranking auf. Bedauernswert aus Sicht des FTTH Councils ist die Tatsache, dass Spanien, UK und Deutschland die Eingangsschwelle für das Ranking weiterhin unterschreiten und demzufolge nicht gewertet werden.

Ein weiterer Grund für den schleppenden Ausbau ist die in einigen Ländern fehlende klare Regulierung und die daraus resultierende fehlende Grundlage für nachhaltige Investitionsmaßnahmen. Bevor beispielsweise in Deutschland die Deutsche Telekom Investitionen tätigen wird, erwartet sie kalkulierbare Randbedingungen, die ihrer Meinung nach bisher nicht gegeben sind. Somit wird der FTTH-Rollout im größeren Stil durch die DTAG noch auf sich warten lassen. In Deutschland wie in anderen europäischen Ländern erfolgt der Breitbandausbau bisher unerschlossener Gebiete somit in hohem Maß über FTTC-Lösungen.

Interessant war die Tatsache, dass im Gegensatz zu Asien 75 Prozent aller europäischen FTTH-Projekte auf Punkt-zu-Punkt-Architekturen basieren. Die Erkenntnis, dass die neuen Glasfasernetze für die nächsten 20-30 Jahre Bestand haben müssen, überwiegt zunehmend die geringen Zusatzkosten für den Ausbau von Punkt-zu-Punkt-Netzen im Gegensatz zu PON-Netzen. Weiterhin geht der Trend eindeutig zu Gigabit-Anschlüssen. Zum einen, weil sich die Kosten für die Gigabit-Schnittstellen denen der 100 MBit/s-Technologie annähern, zum anderen, weil zukünftige Applikationen wie 3D-TV diese sehr hohen Bandbreiten erfordern.

Jetzt wird nicht mehr die Frage gestellt, ob Glasfaser die Zukunft ist, sondern wie man Glasfaser möglichst kostengünstig installieren kann. Keymile bot die FTTH Conference die Gelegenheit, seine optische Zugangsplattform Milegate zu präsentieren. Auch wir konnten dort ein deutlich gestiegenes Interesse an FTTH- und FTTB-Lösungen spüren. Besonders hoch war das Interesse an der integrierten Kabelfernseh-Lösung, bei der sowohl das Kabelfernsehsignal wie auch die Sprach- und Internetdienste über eine Glasfaser zum Kunden transportiert werden."