Sie sind hier: HomeTelekommunikation

IT als Business Enabler: Das Management mit neuen Argumentationen überzeugen

Mit einer anderen Kommunikation können IT-Abteilungen proaktiv aktuelle Herausforderungen adressieren und sich Gehör beim Top-Management verschaffen.

Fussballspieler Bildquelle: © ostill-123rf

Früher waren IT-Abteilungen in Unternehmen die unbestrittenen Experten für Technologie. Ihre Vorschläge und Vorgaben wurden meist ungefragt umgesetzt.

IT-Verantwortliche waren in der Vergangenheit wegen ihres einzigartigen Fachwissens unentbehrlich und schätzten sich dementsprechend ein. Leider führte diese Einschätzung auch dazu, dass teilweise die Wünsche der Geschäftsführung und der Fachabteilungen vernachlässigt wurden.

Doch auch in der IT blieb die Zeit nicht stehen und so kann bereits ein Teil der
Leistungen von IT-Abteilungen outgesourct werden. Wenn aber etwa Office-Lösungen, Installation und Management von Client-Betriebssystemen sowie die Wartung von Endgeräten bei externen Dienstleistern angesiedelt wird, wirft das die Frage nach einer neuen Rolle von IT-Abteilungen auf.

IT als Business Enabler

Häufig wird gefordert, dass die IT-Abteilung mehr bieten soll als den zuverlässigen Betrieb der IT-Systeme – denn das können auch Externe. IT wird in Unternehmen schon länger als zentraler „Business Enabler“ gesehen. Diese Rolle soll die IT-Abteilung jetzt ausfüllen. Anstatt nur den zuverlässigen Betrieb der IT-Systeme zu gewährleisten, sollen IT-Abteilungen Antworten geben, wie neue Techniken und Trends genutzt werden können und beispielsweise den Output von Forschung, Produktion, Marketing und Vertrieb steigern – und das möglichst schnell.

Als ob dieser Wandel nicht schon Herausforderung genug wäre, hat sich zusätzlich eine Selbstbedienungsmentalität herausgebildet. Wenn Fachabteilungen nicht die Services bekommen, die sie wollen, beginnen sie damit, IT-Kompetenzen selbst aufzubauen – die bekannte „Schatten-IT“. Dazu bedienen sie sich der Dienste von Cloud Service Providern, um schnell Lösungen für neue Geschäftsmodelle, Vertriebskonzepte oder Marketingaktionen umzusetzen.

Leider ist diese Vorgehensweise aber oft der Beginn von echten Schwierigkeiten. Es stellt sich dann nicht nur irgendwann die Frage, wie die Verbindung zu den etablierten Lösungen hergestellt werden kann. Auch die Sicherheit und Integrität der Unternehmens-IT wird gefährdet. Und oft wissen Unternehmen nicht mehr genau, wo ihre Daten überall liegen, wie sie geschützt sind und wer darauf Zugriff hat.

Die Sprache ändern

Wie können IT-Abteilungen und ihre Mitarbeiter in dieser Situation handlungsfähig bleiben und wichtige Ziele erreichen, ohne zwischen den Anforderungen des Business und ihrem bisherigen Jobverständnis aufgerieben werden? Neben einer Neuausrichtung auf Aufgaben wie Beratung und Kundenorientierung bietet eine Änderung der Kommunikation – insbesondere  der Sprache sowie Argumentationsweise – großes Potenzial. Eine technische Sprache und technische Argumente erzielen nicht den gewünschten Effekt. Weder Fachabteilungen noch Management verstehen die Argumente und haben das Know-how, sich mögliche Implikationen technischer Probleme vorzustellen. Ein im ganzen Unternehmen gut verständliches Schlüsselwort ist dagegen Risiko beziehungsweise  Risikomanagement. Beispielsweise hat ein langsames Patch-Management für einen gewissen Zeitraum ungepatchte Systeme zur Folge, während gleichzeitig Hacker die gestopften Sicherheitslöcher in den Patches analysieren und Angriffsmethoden entwickeln. Oder es fehlt der Organisation an einem ausgereiften Ansatz bezüglich Identity & Access Management (IAM). Anstatt die Sicherheitslücken darzustellen und auf technisches Unverständnis zu stoßen, sollte das Problem vereinfacht und dafür den Risiken mehr Beachtung gewidmet werden. Natürlich mit Argumenten, die sich den Fachabteilungen und der Geschäftsführung erschließen.